Autofahrer könnten beim Wechsel der Kfz-Versicherung besonders viel sparen
Prämien für Haftpflicht oder Teilkasko Kommt die Trendwende bei den Kfz-Versicherungen?
Stand: 19.08.2026 • 14:19 Uhr
Erstmals seit Jahren deuten sich keine großen Preissprünge bei Kfz-Versicherungen an. Zuvor waren die Prämien vor allem wegen steigender Reparaturkosten deutlich gestiegen. Nun sind Experten zufolge günstige Angebote für Wechsler möglich.
In der anstehenden Preisrunde für Autoversicherungen deutet vieles darauf hin, dass die Zeit der massiven Preissteigerungen ausläuft. Aktuell liegen die Preise für Versicherungswechsler im Mittel gerade einmal 1,3 Prozent über dem Vorjahr, wie Berechnungen des in Heidelberg ansässigen Vergleichsportals Verivox ergaben.
Sogar sinkende Preise seien demnach möglich: Der Analyse von Verivox zufolge ist die Kfz-Haftpflichtversicherung aktuell drei Prozent günstiger als im Vorjahr. Die Haftpflicht mit Teilkasko werde hingegen minimal teurer, die Haftpflicht mit Vollkasko steige im Preis im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent. "Für die Kfz-Versicherer war der Sanierungskurs der letzten Jahre erfolgreich", sagte Verivox-Manager Aljoscha Ziller.
Sparen beim Wechsel möglich
In der kommenden Wechselsaison seien dementsprechend auch Schnäppchen möglich: Einige Versicherer rechneten in diesem Jahr "großzügiger und wollen mit günstigen Preisen ihren Kundenstamm erweitern. Mit einem gründlichen Vergleich können Autofahrer ein für sie günstiges Angebot finden und so vom aktuellen Preisplateau profitieren", rät Expertin Ziller.
Über alle Versicherungsarten hinweg liegen günstige Kfz-Versicherungen 32,5 Prozent unter Angeboten aus dem mittleren Preissegment. Bei der Teilkaskoversicherung sind 32,8 Prozent Ersparnis möglich, bei der Vollkasko 32,5 Prozent und bei der Haftpflichtversicherung 31,9 Prozent.
Stichtag zum Wechsel der KfZ-Versicherung ist bei Verträgen, die ab dem 1. Januar gelten, in der Regel der 30. November. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Kündigungsschreiben bei der Versicherung eingehen. Wer von einer Beitragserhöhung betroffen ist, hat nach der Benachrichtigung noch einen Monat Zeit, um den Vertrag zu kündigen. Der ADAC rät in diesem Fall, den alten Vertrag erst zu kündigen, wenn der neue Vertrag abgeschlossen ist - denn Versicherer in der Teil- und Vollkasko dürfen Verträge ablehnen.
Seit 2023 hohe Preissteigerungen
Autofahrer mussten laut Mitteilung in den Jahren seit 2023 massive und flächendeckende Preissteigerungen hinnehmen. Über alle Versicherungsarten hinweg sind die Tarife demnach heute im Mittel 52,8 Prozent teurer als 2022 - dem Jahr vor der ersten Preisrunde.
Aber auch die aktuelle Preisstabilität stehe "auf wackligen Beinen", so Ziller. "Die Reparaturkosten steigen weiter, die Versicherer haben keinen allzu großen Puffer aufgebaut und müssen im Falle stark steigender Kosten selbst wieder die Preise erhöhen."
HUK Coburg sieht weiter "notwendige Beitragsanpassung"
So rechnet denn auch der Marktführer HUK Coburg laut eigener Aussage aus dem März voraussichtlich auch im laufenden Jahr mit Beitragserhöhungen. In der zurückliegenden Preisrunde seien die Prämien der Bestandsversicherungen bei der HUK um etwa acht Prozent gestiegen, hieß es damals. Auch dieses Jahr werde es voraussichtlich eine "notwendige Beitragsanpassung" in diesem Bereich geben.
Der Marktführer HUK Coburg war bei der Analyse von Verivox nicht dabei. Der Vergleich umfasst 33 Versicherungsgesellschaften. Grundlage der aktuellen Preisdaten sind Nutzerberechnungen bei Verivox vom 1. bis zum 30. Juni 2026 sowie für die gleichen Zeiträume 2025 und 2022. Sie wurden anonymisiert zu einem Index zusammengefasst.