Babenhäuser Altstadtfest neu erfunden: doppelt so viele Vereine wie früher

Stand: 14.09.2026, 07:30 Uhr

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Altstadtfest Babenhausen: Die kleinen Tänzerinnen der TVB-Akzeptanz

Mit ihrem Ententanz begeistern die kleinen Tänzerinnen der TVB-Abteilung „Akzeptanz“ ihr Publikum. © Petra Grimm

Das Babenhäuser Altstadtfest startet nach sinkenden Besucherzahlen mit neuem Konzept. 26 Vereine machen mit – und ein kranker Landrat bringt 5.000 Euro mit.

Babenhausen – Ein Spielefestival für alle Generationen ist aus dem Babenhäuser Altstadtfest geworden. Bisher hatten Essensstände und fliegende Händler die Partymeile dominiert. Bei der 47. Auflage war alles anders.

Ein neuer Impuls war wegen sinkender Besucherzahlen nötig geworden. So hat das ausrichtende Gremium der Babenhäuser Vereine, an der Spitze Bürgermeister Dominik Stadler (unabhängig) als Vorsitzender und Heike Willand als seine Stellvertreterin, unter dem Motto „Babenhausen spielt“ am Wochenende zum Neustart im vertrauten Rahmen eingeladen: Mitspielen und gewinnen war angesagt.

Traktorenschau beim Altstadtfest in Babenhausen: Stolz posiert der Besitzer eines historischen Traktors vor seinem Schmuckstück

Sichtlich stolz auf sein herausgeputztes Schmuckstück ist dieser Besitzer einer historischen Zugmaschine bei der Traktorenschau. © Petra Grimm

Kleine und große Spielstationen, Rätsel, Straßenkünstler, Vorführungen, Blasmusik, Live-Bands, ein Weingärtchen, das große Treffen der Oldtimertraktoren und einiges mehr sorgten für beste Unterhaltung. Vor allem Eltern mit kleinen Kindern schienen im Glück, da der Nachwuchs an jeder Ecke puzzeln oder basteln konnte. Die Polizei war mit ihrem Maskottchen Kinderkommissar Leon unterwegs und Hauptkommissar Jens Büxler, der stellvertretende Dienststellenleiter in Dieburg, überreichte an Bürgermeister Stadler bei der Eröffnung ein Schild für die Leon-Hilfeinseln (Bericht folgt).

Rundkurs mit fünf Hotspots in der Altstadt

Auf einer großen, neu geschaffenen Aktionsfläche zeigten verschiedene Tanzgruppen ihr Können. Sie belebten die Sackgasse, die in früheren Jahren eher verwaist war. Die Idee, einen lebendigen, möglichst lückenlosen Rundkurs mit fünf Hotspots in der Altstadt anzubieten, hat ebenso gut funktioniert wie die Einbindung der Stadtteile. Aus Hergershausen, Sickenhofen und Harreshausen mischten Vereine tatkräftig mit.

Altstadtfest Babenhausen: Das Babenhäuser Blasorchester unterhielt mit Konzerten.

Das Babenhäuser Blasorchester bringt die Besucher des Altstadtfests musikalisch in Schwung. © Petra Grimm

„Als wir das erste Mal im Vereinsgremium unsere Idee vorgestellt haben, gab es viele Fragezeichen. Die haben sich in eine riesige Motivation verwandelt“, berichtet Heike Willand. Sie lobt das gemeinschaftliche Engagement der vielen ehrenamtlichen und gewerblichen Anbieter, die an einem Strang zogen.

26 Vereine und lokale Gruppen sind dabei

Ein schönes Ergebnis der Neuaufstellung war tatsächlich, dass unter den mehr als 60 Ständen auch 26 Vereine und andere lokale Gruppen – doppelt so viele wie in den Vorjahren – dabei waren und das neue Konzept mitgetragen haben. Und wenn es „nur“ ein Würfelspiel neben dem kulinarischen Angebot am Stand war.

Zur Eröffnung am Breschturm war Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) angereist. Gesundheitlich stark angeschlagen, hatte er sich seinen traditionellen Besuch beim Altstadtfest und die Schirmherrschaft über die große Freiluftveranstaltung nicht nehmen lassen. Er kündigte eine Spende von 5.000 Euro für das Vereinsgremium an. Ende September kommenden Jahres endet seine Amtszeit. „Das 48. Altstadtfest nehme ich aber noch mit“, kündigte er an.

Altstadtfest Babenhausen: Beim Bogenclub durften die Besucher Pfeil und Bogen ausprobieren

Nur nicht zittern: Mit Pfeil und Bogen kann man beim Bogenclub seine Treffsicherheit erproben. © Petra Grimm

Ob mehr Besucher als früher am Samstag unterwegs waren, lässt sich schwer beantworten. Gefühlt schon. Auf jeden Fall haben sie sich auch jenseits der Bummelgasse verteilt und sich mit Sicherheit länger auf dem Fest aufgehalten. Am Sonntag gab es dann allerdings einen fiesen Spielverderber: das Wetter. (Petra Grimm)