Bäcker aus Österreich verkauft in New York 60-Dollar-Brot
Publiziert15. September 2026, 07:09
New YorkBäcker aus Österreich verkauft Roggenbrot für 60 Dollar
Schlangen vor gehypten Läden gehören in New York zum Stadtbild. Nach Frozen Joghurt, Pop-ups und Broadway-Tickets wird jetzt auch für eine Roggenstulle angestanden.

Darum gehts
- Die österreichische Bäckerfamilie Auer verkauft in New York im Szeneviertel Soho Roggenbrot für 60 Dollar pro Laib.
- Hinter dem Laden «Rye» steckt eine Grazer Bäckerdynastie mit 45 Filialen in Österreich.
- Das Brot besteht aus nur drei Zutaten und gärt 24 Stunden – für New York ist der Preis dennoch ungewöhnlich hoch.
Schlangen vor gehypten Läden gehören in New York zum Stadtbild. Neu wird dafür angestanden: für ein Roggen-Sauerteigbrot. Seit einer Woche verkauft die Bäckerei «Rye» im Szeneviertel Soho Laibe für 60 Dollar – umgerechnet rund 49 Franken. «Das Brot kommt super an», sagt Tim Auer, der den Laden mit seinem Vater führt.
Hinter dem Geschäft steckt die Grazer Bäckerfamilie Auer, die in Österreich 45 Filialen betreibt. «Wir haben uns gedacht: Die eine Sache, in der wir ganz besonders gut sind, das bringen wir nach New York», sagt Auer. Gebacken wird in einem zwei Tonnen schweren Ofen, der aus Deutschland importiert wurde. Selbst die Theke stammt aus einem Baum aus der Steiermark.
Nur Salz, Wasser und Roggenmehl
Ein Laib wiegt gut anderthalb Kilogramm und besteht aus nur drei Zutaten: Salz, Wasser und importiertes Bio-Roggenmehl. Kein Zucker, keine Körner, keine Gewürze. Der Teig gärt 24 Stunden lang, nach dem Backen ruht das Brot mindestens acht Stunden auf Holzgestellen – sonst lasse es sich kaum schneiden, sagt Auer. Zu Hause bleibe es sechs Tage frisch.
Wem 60 Dollar zu viel sind, kann einen halben Laib für 30 oder einen Viertel für 15 Dollar kaufen. Oder eine einzelne Scheibe mit Belag: Butter und Schnittlauch kosten 6 Dollar, Fischeier 14.
«Schaut mal, was hier eine Wohnung kostet»
Für Aufsehen sorgt vor allem der Preis. Auch für New Yorker Verhältnisse ist das Brot teuer: Ein gewöhnlicher Laib kostet in der Millionenstadt nur wenige Dollar, handwerklich hergestelltes Sauerteigbrot ist meist für unter 20 Dollar zu haben. In der Schweiz zahlt man in der Bäckerei für einen Laib in der Regel unter zehn Franken.
Auer hat Verständnis für die Empörung – schiebt sie aber auf Leute von ausserhalb. «Die meisten Leute, die das gesagt haben, das war nicht in New York.» Vor Ort bekomme er kein schlechtes Feedback. «Das ist eine der allerteuersten Städte der Welt, eine der allerteuersten Strassen in dieser allerteuersten Stadt. Die sollen sich mal anschauen, was hier eine Wohnung kostet.»
Was hältst du von einem Roggenbrot für 60 Dollar in New York?
Das ist völlig übertrieben, egal wie hip der Laden ist.
In Soho passt so ein Preis noch irgendwie ins Bild.
Wenn Qualität und Handwerk stimmen, kann das schon sein.
Ich finde es eher absurd, aber der Markt entscheidet.
Für mich ist Brot dafür klar zu teuer.

Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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