„Die Kombi triggert manche ganz besonders“: Baerbock kontert Kritik an ihrem neuen Top-Job

Stand: 02.09.2026, 21:33 Uhr

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Für ihren neuen Job an einer US-Uni gab es Kritik. Jetzt meldet sich Annalena Baerbock selbst zu Wort. Sie sieht ein generelles Problem.

New York – Annalena Baerbock bleibt vorerst in den USA. Nach ihrem Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung wechselt die ehemalige deutsche Außenministerin in die Lehre und wird Professorin an der renommierten New Yorker Columbia Universität. Dieser neue Job von Baerbock und auch das kolportierte Gehalt hatten für Wirbel gesorgt. Jetzt antwortet die Grüne auf die Kritik.

Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen und ehemalige Außenministerin, aufgenommen in ihrem Büro in der UN bei einem Interview mit der dpa Deutsche Presse-Agentur.

Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen und ehemalige Außenministerin, aufgenommen in ihrem Büro in der UN bei einem Interview mit der dpa Deutsche Presse-Agentur. © Michael Kappeler/dpa

„In diesen durch Social Media getriebenen Zeiten hat nicht nur jeder sofort zu allem eine Meinung“, sagte Baerbock im Interview mit der Zeit. Die Algorithmen seien so programmiert, dass „Hass und Hetze deutlich besser klicken“. Das treffe zwar generell Männer und Frauen gleichermaßen, aber: „die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders – egal in welchem Bereich“, so Baerbock auf die Frage, warum teils mit Häme auf ihren neuen Posten reagiert wurde. Auf Details ihres Falles ging sie nicht weiter ein.

Baerbock kontert Kritik an neuem Uni-Job – „Ziel ist nie nur eine Frau oder ein Politiker“

Dann schlägt die Politikerin den Bogen zu ihrem neuen Job: Trotz harscher medialer Kritik, in einer Führungsposition einen kühlen Kopf zu behalten, sei genau das Thema in ihrem Master-Lehrgang „Global Leadership“. Den Umgang damit wolle sie an jüngere Generationen weitergeben: „Bei heftigem Gegenwind standhaft zu bleiben und vor allem auch unter maximalem Druck Entscheidungen zu treffen. Denn Ziel dieser Angriffe ist nie nur eine Frau oder ein Politiker. Sondern gerade auch die gesellschaftliche Veränderung, die dahintersteht.“

Baerbocks einjähriges Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Ihr Nachfolger wird Khalilur Rahman aus Bangladesch. Zum Herbst wird die Grünen-Politikerin Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin des Masterprogramms „Master of Public Administration in Global Leadership“. Der mehrjährige Posten sei dabei eine praxisorientierte Professur, keine klassische Forschungsprofessur. Das Programm richtet sich laut der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. In Deutschland hatte es harte Kritik an dem neuen Karriereschritt gegeben. Unter anderem FDP-Chef Wolfgang Kubicki hatte sich geäußert.

Schon als Baerbock den Posten bei der UN überraschend übernahm, hatte es herbe Kritik gegeben. Aus Diplomatenkreisen hieß es etwa, dass die Grüne den Posten der renommierten deutschen Diplomatin Helga Schmid weggenommen habe. Der frühere Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, hatte gegenüber dem Tagespiegel gesagt: Es sei eine „Unverschämtheit, die beste und international erfahrenste deutsche Diplomatin durch ein Auslaufmodell zu ersetzen“. (Verwendete Quellen: Zeit, Tagesspiegel, dpa) (rjs)