„New York tut mir saugut“, jubelt Baerbock – aber das vermisst sie an Deutschland besonders

Baerbock verrät private Details über neues Leben in New York – eine Sache vermisst sie besonders

Stand: 24.09.2026, 07:10 Uhr

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Annalena Baerbock hat sich für eine Zukunft in New York entschieden – zumindest vorerst. Eine deutsche Sache fehlt der Ex-Außenministerin aber in den USA.

New York – Aktuell läuft in New York die UN‑Generalversammlung. Donald Trump trat auf, sorgte mit seiner Rede für viel Aufregung. Auch Sätze von Außenminister Johann Wadephul hallen nach. Annalena Baerbock fehlt bei der Veranstaltung. Ihr Amt als Präsidentin der Generalversammlung hat sie Anfang September nach einem Jahr weitergegeben.

Annalena Baerbock in New York: Die Metropole wird auch weiterhin ihr Lebensmittelpunkt sein.

Annalena Baerbock in New York: Die Metropole wird auch weiterhin ihr Lebensmittelpunkt sein. © Kay Nietfeld / dpa

Die Zukunft der Ex-Außenministerin liegt weiterhin in New York, das ist bereits klar. Baerbock wird eine Professur an der renommierten Columbia-Universität übernehmen. Wohl eine sehr bewusste Entscheidung, wie sie nun im Interview mit dem Magazin Rolling Stone verrät. Sie liebe Deutschland weiterhin und bleibe „im Herzen Dorfkind“, berichtet sie dort. „Aber gerade tut mir eine Großstadt wie New York mit ihrer Anonymität saugut“. Der große Vorteil: Man sei einfach „eine von Millionen“ und stehe nicht konstant unter Beobachtung.

Baerbock verrät nach Aus bei der UN Details über ihr neues Leben in New York

Die Privatsphäre ist für Baerbock ein großes Argument. Schon in vorherigen Interviews, etwa zum Ende ihrer UN-Amtszeit im Gespräch mit der dpa, gab sie an, froh zu sein, eine Auszeit vom politischen Wirbel zu haben. „Es ist für mich wirklich auch ein bisschen: So, und jetzt bin ich ein Privatmensch“, führte sie aus. Auch für ihre Kinder sei eine Mutter „im dauerhaften Scheinwerferlicht“ alles andere als schön, gab sie im Interview mit der Süddeutschen Zeitung an.

Zu ihrem Privatleben in New York verriet Baerbock nun im Rolling Stone-Magazin ein paar Details. Demnach sei sie mit ihren beiden Töchtern jetzt in eine neue Wohnung in Manhattan gezogen. Nachdem für sie zuletzt die Karriere immer einen hohen Stellenwert hatte, setze sie nun ihre Kinder wieder an erste Stelle, erzählt sie. „Die beiden hätten sicherlich eine ruhigere Kindheit gehabt, wenn ihre Mutter nicht Spitzenpolitikerin gewesen wäre.“

Baerbock denkt an Rückkehr nach Deutschland – eine Sache vermisst sie als „Dorfkind“ ganz besonders

Eine Rückkehr nach Deutschland hält die ehemalige Grünen-Ministerin allerdings weiterhin für gut möglich, vor allem, weil sie „deutsche Hausmannskost“ in New York doch vermisse. Ein Produkt fehlt ihr da besonders: „Iglo-Rahmspinat für Kartoffeln und Spiegelei“.

Besorgt ist Baerbock dennoch über die – vorrangig politische – Entwicklung in ihrem Heimatland. Das zeigt sie mit drastischen Worten: „Dass in Teilen unseres Landes Rechtsextremisten der AfD stärkste Kraft sind, kann niemanden, der seine Heimat, unsere Freiheit und Demokratie liebt, ruhig schlafen lassen“, so Baerbock. Da spiele auch die Entfernung zu Deutschland keine Rolle.

Neuer Job als Professorin: Was Baerbock an der Columbia-Universität weitergeben will

In ihrem neuen Job an der Columbia-Universität will sie ihre Erfahrungen aus ihren Tätigkeiten in der Spitzenpolitik einfließen lassen und vor allem teilen, was sie bei der UN in „stürmischen geopolitischen Zeiten“ erlebt habe. Auch ihren Ansatz der feministischen Außenpolitik, der in ihrer Zeit im Auswärtigen Amt in der Ampel-Koalition noch kritisiert wurde, habe sie bei der UN in „Umsetzung par excellence“ erleben dürfen. Etwa in Ruanda, wo es eine Frauenquote von 50 Prozent im Parlament gibt. Ihre Lehre: „Frauenrechte sind für viele Länder mittlerweile ein sicherheitspolitisches Thema“. (Quellen: Rolling Stone, dpa, SZ) (han)