„Bali der Adria“: 70-Kilometer-Küste in Italien ist ein echter Urlaubsgeheimtipp

Stand: 11.09.2026, 08:28 Uhr

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Überfüllte Strände und horrende Hotelpreise müssen nicht sein: Die Costa dei Trabocchi in den Abruzzen begeistert mit türkisfarbenem Wasser und einzigartigen Holzbauten.

Wer einen Italien-Urlaub plant, denkt oft an überlaufene Touristenhochburgen, endlose Warteschlangen und Preise, die das Budget sprengen. Doch an der Adriaküste der Abruzzen versteckt sich ein Küstenparadies, das selbst viele Italiener kaum kennen: die Costa dei Trabocchi. Hier trifft sanft geschwungene Hügellandschaft auf kristallklares, türkisblaues Wasser, und die Uhren scheinen deutlich langsamer zu ticken als anderswo.

Das Trabocco „Punta la Morge“ wurde im Jahr 1918 erbaut.

Das Trabocco „Punta la Morge“ wurde im Jahr 1918 erbaut. © IMAGO/Dreamstime/Krinaphot

Die Costa dei Trabocchi erstreckt sich in der Provinz Chieti, knapp südlich von Pescara, über eine Länge von rund 70 Kilometern entlang der Adria. Was diesen Küstenstreifen so besonders macht, sind nicht nur die einsamen Kiesstrände und versteckten Badebuchten, sondern vor allem die namensgebenden Trabocchi. Das sind markante Holzkonstruktionen, die auf mächtigen Pfählen direkt im Meer stehen. Kein Wunder also, dass dieser Abschnitt der italienischen Küste längst als das „Bali Italiens“ oder „Bali der Adria“ gehandelt wird. Wer hier ankommt, fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Die Region zwischen den Städten Pescara und Ortona im Norden sowie Vasto und San Salvo im Süden ist erstaunlich gut erreichbar und dennoch weit vom Massentourismus entfernt.

Historische Fischerkonstruktionen: Die Trabocchi gibt es seit dem Jahr 1627

Die Trabocchi sind das Herzstück dieser Küste. Erste schriftliche Belege für die Existenz dieser faszinierenden Holzbauten stammen aus dem Jahr 1627. Es handelt sich um weit ausragende Plattformen auf Holzpfählen, die über schmale Stege mit dem Festland verbunden sind. Ursprünglich dienten sie den Fischern dazu, mit langen Auslegern und großen Netzen ihren Fang einzuholen, ganz ohne riskante Bootsfahrten auf der oft stürmischen Adria.

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Für den Bau der Trabocchi verwendeten die Handwerker traditionell Edelkastanien- und Robinienholz, das als ausgesprochen robust und langlebig gilt. Alle Bauelemente waren ursprünglich ausschließlich mit Schnüren verbunden, eine Technik, die der gesamten Konstruktion die nötige Flexibilität und Stabilität verlieh. Heute werden die historischen Plattformen nicht mehr zum Fischfang genutzt, sondern als Restaurants betrieben. Dort speisen Gäste nur wenige Meter über den Wellen, ein Abendessen mit echtem Wow-Faktor.

Naturreservat Punta Aderci: Wilde Landschaft rund um Vasto

Wer die unberührte Seite der Costa dei Trabocchi erleben möchte, findet rund um die Stadt Vasto ein echtes Naturjuwel: Das Reservat Punta Aderci lockt mit wilden Küstenlandschaften und gut markierten Wanderwegen, die direkt zu abgelegenen Kiesstränden und kleinen Buchten führen.

Trabocchi: Fischfang oder Restaurant?

Einige der größeren Trabocchi an der Adriaküste haben ihren ursprünglichen Zweck längst hinter sich gelassen und werden heute als Wochenendhäuser oder kleine Fischrestaurants genutzt. An der Steilküste bei Ortona und Vasto sind hingegen noch filigrane Original-Holzbauten mit langen, dünnen Stangen erhalten, die nur über schmale Stege zu erreichen sind. Auf dem Gargano in Apulien stehen die Trabocchi zwar unter Schutz, doch Einheimischen zufolge sind kaum noch welche in Betrieb – und es gibt niemanden mehr, der neue bauen könnte.

Besonders gefragt sind die Strandabschnitte Punta Penna, Mottagrossa sowie die Spiaggia dei Libertini. Viele der Strände entlang der gesamten Küste tragen die begehrte „Blaue Flagge", eine internationale Auszeichnung für hervorragende Wasserqualität und saubere Strände. Wer hier badet, taucht buchstäblich in glasklares, türkises Wasser ein.

Radweg Via Verde: Küstengenuss auf der alten Bahntrasse

Aktivurlauber kommen auf dem Radweg Via Verde voll auf ihre Kosten. Die breite, autofreie und topfebene Strecke wurde direkt auf einer ehemaligen Bahntrasse an der Küste angelegt, ideal für entspannte Familienausflüge ohne Steigungen und Verkehrslärm.

Die Via Verde ist dabei kein isoliertes Projekt, sondern ein wichtiges Teilstück der insgesamt 131 Kilometer langen Fahrradroute „Bike to Coast“. Entlang der Strecke eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf menschenleere Strände, historische Ortschaften und natürlich die charakteristischen Trabocchi-Stege. Wer die Schönheit der Costa dei Trabocchi möglichst entspannt aufnehmen möchte, ist hier goldrichtig. (Quellen: Archiv, oe24)