Bauausschuss gibt grünes Licht für Hotel an der Herrlichkeit

Stand: 26.09.2026, 19:00 Uhr

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Alte Polizei Hotel Herrlichkeit Wildeshausen

Nach jahrelangem Stillstand werden die Hotel-Pläne für die alte Polizei an der Herrlichkeit nun konkreter. © bor

Der Wildeshauser Bauausschuss hat einstimmig für die Aufstellung der Bebauungspläne für das neue Hotel an der Herrlichkeit gestimmt. Aber es gab auch Kritik.

Wildeshausen – Nach Jahren des Stillstands soll es mit dem Hotel an der Herrlichkeit endlich vorangehen. Der Wildeshauser Bauausschuss hat sich am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, dass zwei vorhabenbezogene Bebauungspläne für das geplante Hotel aufgestellt werden.

So weit war der Bauausschuss schon mal, aber auf Betreiben von Frank Stauga vom „Alten Amtshaus“ wurden nachträglich mehr Gästezimmer eingeplant, die nun einen erneuten Beschluss und eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit zur Folge haben. Der Wirt soll das Hotel betreiben.

Für sein Engagement sprachen ihm viele Ausschussmitglieder und auch der scheidende Bürgermeister Jens Kuraschinski ihren Dank aus. „Gut Ding will Weile haben. Wir sind auf einem richtig guten Weg“, so der Verwaltungschef.

Wolfgang Däubler (UWG) schwärmte von dem neuen „touristischen Highlight für die Altstadt“. Wolfgang Sasse (Wildeshauser Bürger) sah keine Gründe, die der Planung entgegenstehen. Es sei wichtig, jetzt zügig die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Ulli Kramer (CDU) betonte: „Wir müssen froh sein, wenn jemand so viel Mut hat, das anzupacken.“ Gudrun Brockmeyer (CDW) sagte: „Wir sind sehr froh, dass es endlich vorangeht. Die Steigerung der Zimmerzahl musste aus wirtschaftlichen Gründen sein.“ Komplettiert wurde der Kreis der Befürworter von Evelyn Goosmann (SPD). Sie freue sich, dass dieser „sensible Bereich“ nun genau richtig beplant werde.

Doch der Wildeshauser Bauausschuss wäre nicht der Wildeshauser Bauausschuss, wenn es nicht auch Kritik gegeben hätte. Die kam in diesem Fall von zwei nicht stimmberechtigten Mitgliedern.

Der fraktionslose Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff beklagte eine „Untätigkeit der Verwaltung“. Vor einem Jahr sei man schon einmal so weit gewesen wie jetzt. „Warum dauert das so lange?“

Diese Kritik wies Bürgermeister Kuraschinski ausdrücklich zurück. „Es hat nicht an der Verwaltung gelegen.“ Das bestätigte Wirt Stauga. Es seien konstruktive Gespräche geführt worden. Die Planung habe aus wirtschaftlichen Gründen in seinem Sinne angepasst werden müssen. Außerdem kündigte er an, nur noch das „Alte Amtshaus“ weiterführen zu wollen, wenn das Hotel in Betrieb geht. Aktuell bewirtschaftet er auch die „Domschänke“ in Verden.

Auch Bodo Bode (Pro Wildeshausen) hatte Bedenken. „Die Vorhabenträger engagieren sich kaum bis gar nicht. Die Investoren fehlen auch heute“, meinte er mit Blick auf die Eigentümer des Areals aus Oldenburg, die nicht zur Sitzung gekommen waren. Außerdem sei der Aufstellungsbeschluss zur Änderung der Bebauungspläne im Juni 2024 erfolgt. Seitdem „rotten die Baudenkmale vor sich hin“. Die Entwicklung des Bereichs müsse schneller gehen.

Bis 2021 hatte die Polizei die denkmalgeschützten Gebäude rund um das „Alte Amtshaus“ genutzt. Schon damals war der Zustand verbesserungswürdig. Das Land verkaufte dann die Immobilien an die Investoren aus Oldenburg, die ein paar Jahre später ihre Pläne für ein Hotel öffentlich machten.