Bauernregel mit Wetter-Hammer: Heißer August-Anfang gibt jetzt schon einen Blick auf den Winter

Bauernregel hat es in sich: Heißer August-Start wirft schon jetzt einen Blick auf den Winter

Stand: 02.08.2026, 19:49 Uhr

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Deutschland schwitzt auch zu Beginn des letzten Sommermonats August weiter. Glaubt man einer alten Bauernregel, folgt auf die Hitze ein weißer Winter.

München – Die ersten Tage des Augusts bringen in diesem Jahr, was viele schon den ganzen Sommer erleben: Hitze. Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke, gleißende Sonne und kaum Abkühlung in der Nacht. Für viele Menschen ist das schlicht Hochsommer – für alle, die sich mit alten Wetterweisheiten beschäftigen, ist es jedoch weit mehr: ein mögliches Zeichen für das, was in einigen Monaten kommen könnte.

Freibad und Schlittenfahren

Eine Bauernregel besagt: Freibadwetter zu Augustbeginn deutet auf einen schneereichen Winter hin. © Collage Thomas Warnack/picture alliance/dpa - Florian Wiegand/picture alliance/dpa

Denn seit Jahrhunderten überliefern Bauernregeln Beobachtungen, die die Menschen früher nutzten, um das Wetter der kommenden Jahreszeit einzuschätzen. Gerade zum Augustbeginn gibt es eine besonders bekannte Wetterweisheit, die in diesem Jahr wieder für Gesprächsstoff sorgt – und die tatsächlich eine meteorologische Grundlage besitzt.

Bauernregel zum August: „Fängt der August mit Hitze an, bleibt auch lang die Schlittenbahn“

Die vollständige Bauernregel lautet: „Fängt der August mit Hitze an, bleibt auch lang die Schlittenbahn.“ Eine verwandte Variante ergänzt: „Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß – stellen sich Gewitter ein, wird‘s bis Ende auch so sein.“ Beide Regeln verknüpfen das Wetter der ersten Augusttage mit einer Aussage über den kommenden Winter und gehören zu den meistzitierten Wetterweisheiten dieser Jahreszeit.

Überraschenderweise lässt sich die alte Weisheit zumindest teilweise mit modernen Wetterdaten untermauern. Liegt die mittlere Höchsttemperatur in der ersten Augustwoche bei 25 Grad oder darüber, ist die Anzahl der Tage mit einer Schneedecke im darauffolgenden Winter statistisch überdurchschnittlich hoch. Das belegen meteorologische Auswertungen, auf die wetter.de in seiner Erläuterung zu den August-Bauernregeln hinweist.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für die Zeit bis zum 6. August mit sommerlich warmem bis heißem Wetter, teilweise begleitet von lokalen Unwettern und kräftigen Gewittern. Die Höchstwerte erreichen am Montag (3. August) 34 Grad in München.  Allein im Norden und an den Küsten sind die Temperaturen mit bis zu 26 Grad deutlich angenehmer.

Heißer August, Schnee im Winter: Statistische Untersuchungen zeigen messbaren Zusammenhang

Auch andere Bauernregeln wagen eine Prognose für die kältere Jahreszeit. „Ist‘s von Petri bis Lorenz heiß, bleibt der Winter lange weiß“ – der Zeitraum vom 1. bis zum 10. August. Auch hier zeigen statistische Untersuchungen einen messbaren Zusammenhang mit der Schneehäufigkeit im Winter.

Neben den Winterprognosen gibt es eine Reihe weiterer Bauernregeln, die den August mit anderen Jahreszeiten verknüpfen. Am 10. August, dem Tag des heiligen Laurentius, soll sich laut Volksüberlieferung das Herbstwetter ankündigen. Tatsächlich ergibt sich laut meteorologischen Auswertungen eine bemerkenswert gute Beziehung: In vier von fünf Jahren folgt auf einen sonnigen Laurentiustag ein zu trockener Herbst.

Hundstage als Rahmen: Römer und Griechen glaubten an Zusammenhang zwischen Astronomie und Wetter

Der Augustbeginn fällt mitten in die sogenannten Hundstage, die traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August dauern. Der Name hat laut National Geographic astronomische Wurzeln: Er leitet sich vom Hundsstern Sirius ab, dem hellsten Fixstern am Nachthimmel. Sirius liegt im Sternbild Canis Major, dem Großen Hund, und geht in diesem Zeitraum kurz vor der Sonne auf. In der Antike brachte man dieses Zusammentreffen mit der extremen Sommerhitze in Verbindung. Klimatologisch ist der Zeitraum um den 21. Juli tatsächlich statistisch der heißeste des Jahres in Mitteleuropa.

Für die Hundstage selbst existieren zahlreiche Bauernregeln, wie agrarheute.com berichtet. „Hundstage heiß – Winter lange weiß“ trägt dieselbe Botschaft wie die Augustregel. „Trübe Aussicht an den Hundstagen, trübe Aussicht das restliche Jahr“ dreht den Gedanken um: Wechselhaftes Wetter in dieser Phase soll auf einen unfreundlichen Herbst und Winter hindeuten.

Trotz der teils erstaunlichen statistischen Übereinstimmungen warnen Meteorologen vor zu großem Vertrauen in alte Wetterweisheiten. Der Deutsche Wetterdienst betont, dass belastbare Aussagen zu Herbst oder Winter erst wenige Tage im Voraus möglich sind – saisonale Trends allenfalls mit groben Wahrscheinlichkeiten. Bauernregeln entstanden ohne moderne Messtechnik und spiegeln regionale, lokal begrenzte Erfahrungen wider, die sich nicht ohne Weiteres auf alle Gebiete übertragen lassen. (Quellen: wetter.de, Deutscher Wetterdienst, National Geographic, agrarheute.com) (jaka)