Baum fällt auf Oberleitung: ICE steckt rund vier Stunden bei Schwelm fest
KI-Stimme. Info
Ein Unwetter hat in der Nacht zu Dienstag (4.8) für einen stundenlangen Stillstand auf der Bahnstrecke bei Schwelm gesorgt. Ein Baum stürzte auf die Oberleitung und zwang einen ICE mit 132 Fahrgästen an Bord zum Stopp. Weil eine Evakuierung in der Dunkelheit zu riskant gewesen wäre, mussten die Reisenden fast fünf Stunden im Zug ausharren. Auch andere Regionen in NRW sind vom Unwetter betroffen und teilweise stark beeinträchtigt — wir haben die Übersicht.
Gegen 22.50 Uhr war der ICE 512 auf dem Weg von München in Richtung Münster, als in Höhe Schwelm infolge des Unwetters ein Baum umstürzte und auf die Oberleitung fiel. Dabei kam es zu einem Kurzschluss, durch den der Baum Feuer fing.
Der Lokführer bemerkte den brennenden Baum auf dem Gegengleis und leitete sofort eine Notbremsung ein. Dadurch konnte der ICE noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden. Ohne die schnelle Reaktion des Lokführers wäre der Zug nach Angaben vor Ort mit dem umgestürzten Baum kollidiert.
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Baum kracht auf Oberleitung in Schwelm: ICE hatte kein Strom
Für den ICE ging danach nichts mehr. Durch die beschädigte Oberleitung war die reguläre Stromversorgung unterbrochen, im Zug lief lediglich der Notstrom. Eine schnelle Weiterfahrt war ausgeschlossen. Auch auf der Strecke hatte der Zwischenfall erhebliche Auswirkungen. Die Bahnstrecke zwischen Hagen und Köln war im Bereich Schwelm aufgrund des Baums in der Oberleitung gesperrt.
Gleichzeitig stellte sich für die Einsatzkräfte die Frage, ob die 132 Fahrgäste den ICE verlassen sollten. Doch eine Evakuierung mitten auf der Strecke hätte erhebliche Schwierigkeiten mit sich gebracht. In der Dunkelheit gab es vor Ort keine sichere Möglichkeit, die Reisenden aus dem Zug und anschließend von der Bahnstrecke wegzuführen. Kurz nach Mitternacht wurde deshalb auch die Feuerwehr Schwelm hinzugezogen. Gemeinsam mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn wurde erneut geprüft, ob eine Evakuierung notwendig und sicher möglich wäre. Letztlich entschied der Notfallmanager dagegen. Nach seinen Angaben befanden sich insgesamt 132 Fahrgäste an Bord.
Baum kracht auf Oberleitung: Fahrgäste mussten rund 4 Stunden ausharren
Die Situation im ICE sei trotz des langen Stillstands entspannt gewesen. Die Reisenden wurden während der unfreiwilligen Wartezeit durch das Zugpersonal betreut. Allerdings stand im Zug aufgrund der unterbrochenen Stromversorgung lediglich Notstrom zur Verfügung. Währenddessen liefen die Arbeiten an der beschädigten Oberleitung. Nach mehr als drei Stunden erreichte schließlich ein Bauzug die Einsatzstelle. Mit dessen Hilfe konnte der umgestürzte Baum aus dem Bereich der Oberleitung entfernt werden.
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Erst um 3.35 Uhr war die Strecke für den ICE wieder passierbar und der Zug konnte seine Fahrt in Richtung Münster fortsetzen. Damit hatten die 132 Fahrgäste seit dem Stopp gegen 22.50 Uhr rund vier Stunden und 45 Minuten auf freier Strecke ausharren müssen.
Unwetter in NRW: In diesen weiteren Städten ist der Bahnverkehr beeinträchtigt
Ein umgestürzter Baum in der Oberleitung hatte die Strecke zwischen Witten Hauptbahnhof und Dortmund Hauptbahnhof gesperrt. Reisende mussten mit Verspätungen, Zugausfällen und kurzfristigen Änderungen rechnen – ein Schienenersatzverkehr mit Bussen war zwischen Dortmund und Hagen eingerichtet. Der Baum wurde inzwischen beseitigt. Dennoch kann es noch zu Verspätungen und vereinzelten Teilausfällen kommen.
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Auch der Bahnknoten Aachen ist vom Unwetter betroffen: Wegen Reparaturarbeiten an der Oberleitung kommt es rund um den Aachener Hauptbahnhof zu Verspätungen und Teilausfällen, wie lange die Beeinträchtigungen andauern, ist noch nicht bekannt. Der RE 1 (RRX) endet und startet in Köln statt in Aachen, der RE 4 aus Dortmund fährt nur bis Mönchengladbach. Auch die RB 33 aus Richtung Essen endet in Mönchengladbach, in Gegenrichtung bereits in Lindern. Für die betroffenen Abschnitte ist jeweils ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Reisende sollten ihre Verbindung kurz vor Abfahrt prüfen und auf Durchsagen vor Ort achten. Alle weiteren Infos rund um den Schienenersatzverkehr finden Sie online, unter www.zuginfo.nrw.
Viele Oberleitungen in NRW durch Unwetter beschädigt: Strecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Grevenbroich nicht befahrbar
Zudem ist die Strecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Grevenbroich wegen eines umgestürzten Baums in der Oberleitung gesperrt – auch hier ist die Dauer noch unbekannt. Züge aus Richtung Köln enden bereits in Rommerskirchen, sodass es auf dem gesamten Laufweg zu Verspätungen und Ausfällen kommt. Zwischen Mönchengladbach und Köln ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
Und auch in der Nähe von Mönchengladbach hat ein umgestürzter Baum am Montagabend die Oberleitung getroffen und damit zwei Regionalzüge zum Stehen gebracht. In einem der Züge saßen rund 250 Fahrgäste, die Zahl der Reisenden im zweiten Zug war zunächst unbekannt. Alle gestrandeten Passagiere wurden mit Bussen zu ihren Zielorten weiterbefördert. Wie lange die Reparaturarbeiten noch andauern, blieb zunächst offen. Für Fahrgäste des RE 4 ist ein Ersatzverkehr zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Aachen eingerichtet.
(mit dpa)