Bearware Projection Clock 307520 im Test: DAB+-Radiowecker mit praktischer Zeitprojektion

Der steigenden Beliebtheit von DAB+ Rechnung tragend, gewinnt Digitalradio zunehmend auch bei Radioweckern an Bedeutung. So kann man sich mit seinem digitalen Lieblingssender in den Schlaf wiegen oder wecken lassen. Zudem sorgt der bereits weit fortgeschrittene Sendernetzausbau auch bei Geräten mit simpler Wurfantenne für zufrieden stellende Empfangsresultate.
Wie sind Ausstattung und Bedienung des Bearware-Radioweckers?
Die in Schwarz und im Holzdesign erhältliche Bearware Projection Clock 307520 erinnert in ihrer Form an einen liegenden, runden Zylinder, der auf einer Seite abgerundet ist. Seine Front ist abgeflacht und beherbergt ein großes, achtstelliges LCD-Display, das die Uhrzeit mit einer Höhe von rund zwei Zentimetern weithin gut sichtbar anzeigt. Darüber informieren mehrere Symbole über die Betriebsart DAB+ oder FM, die aktivierten Weckzeiten – von denen zwei zur Wahl stehen –, über die gerade genutzte Schlummerfunktion und die Signalstärke des gerade empfangenen Senders.
Das Bedienfeld an der Oberseite umfasst sieben Tasten, drei weitere finden sich an der rechten Seite. Sie kommen teilweise mit ungewöhnlicher Beschriftung, die es zu Beginn schwer macht, den Radiowecker ohne einen Blick ins Handbuch richtig zu bedienen. So dienen für die Lautstärkeregelung etwa zwei Tasten mit aufgedruckten Lautsprecher-Symbolen, deren Größe sich nur geringfügig voneinander unterscheidet. Weiter wird die OK-Funktion über die Taste „Select“ ausgeführt. Eigentlich vermutet man dahinter den Wechsel zwischen DAB+ und UKW. Dies erfolgt allerdings über die Zweitfunktion „Source“ des Einschaltknopfes. Unmissverständlich sind indes die Tasten zur Programmierung der Weckzeiten und der Schlummerfunktion, die in fünf Stufen Spielzeiten von fünf bis 90 Minuten zulässt.
Obacht ist beim Anschluss des mitgelieferten Netzteils angesagt, wofür an der Rückseite eine runde Hohlbuchse verbaut ist. Anders als die meisten anderen Geräte, die ihre elektrische Energie über eine solche Buchse beziehen, arbeitet die Bearware Projection Clock 307520 jedoch nicht mit 12 Volt Gleichspannung, sondern nur mit fünf Volt, wie man sie von einem USB-Lader kennt. Stichwort USB: Eine USB-Buchse, über die zum Beispiel das Smartphone aufgeladen werden kann, ist ebenfalls an der Rückseite verbaut. An der Rückseite geht auch ein rund 85 Zentimeter langer Draht ab – er bildet die sogenannte Wurfantenne für das Radio.

Erstaunliche Reichweite: Wie schlägt sich der integrierte Wand-Projektor?
Ein kleines Highlight findet sich an der linken Seite in Form eines schwenkbaren Uhrzeit-Projektors, der die Zeit an die Wand oder Decke wirft. Erstaunlich ist die Reichweite des kleinen Projektors, der die Uhrzeit auch noch in über fünf Metern Entfernung gut lesbar an die Wand wirft. Die Projektionsrichtung lässt sich um 180 Grad umdrehen und so allen Anforderungen anpassen.
Wie stellt man die Uhrzeit an der Projection Clock 307520 ein?
Die Projection Clock 307520 bezieht die aktuelle Uhrzeit über den Zeitzeichensender DCF77 in Mainflingen. Das ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal für Radiowecker, erstaunlich ist aber doch, wie schnell die Projection Clock die Uhrzeit selbst unter ungünstigen Empfangsvoraussetzungen anzeigt. Unüblich für Funkuhren ist zudem, dass diese auch manuell eingestellt werden kann. Damit punktet die Projection Clock jedenfalls im Vergleich zu anderen Modellen.

DAB+-Radiofunktionen: Welche Features und Limits bietet das Display?
Die Erwartungen an DAB+ mögen bei einem Radiowecker nicht allzu groß sein. Trotzdem bietet die Bearware Projection Clock 307520 so gut wie alles, was man auch von gut ausgestatteten Geräten kennt. Zu nennen sind etwa der automatische und manuelle Sendersuchlauf und die Option, auch Details zum empfangenen Multiplex und Programm abrufen zu können. Dies sind unter anderem der Radiotext, die Bitfehlerrate zur Beurteilung der Empfangsqualität, die vom Sender genutzte Datenrate und die Programmsparte. Ärgerlich ist lediglich, dass die Texte aufgrund des nur achtstelligen Displays eine gewisse Herausforderung darstellen und so insbesondere aus der Nähe alles andere als gut lesbar sind. Die Einschränkungen des Displays wirken sich auch auf den manuellen Sendersuchlauf aus – sie lassen die Beurteilung der Signalstärke anhand einer Balkenanzeige vermissen, die man ansonsten von anderen Digitalradios kennt.
Der DAB+-Autoscan startet im Zuge der erstmaligen Inbetriebnahme. Während des Scans wird man über die Anzahl der bereits eingelesenen Stationen informiert. Abgespeichert werden die Programme nicht alphabetisch, sondern wie sie während des Scans in den Multiplexen eingelesen wurden, womit eine unsortierte Senderliste die zwangsweise Folge ist. Immerhin werden mehrfach eingelesene Sender von der Liste entfernt, womit jede Station nur je einmal enthalten ist. Für mehr Ordnung können die 20 Speicherplätze für Lieblingssender sorgen, die nicht nur auf DAB+, sondern auch für UKW zur Verfügung stehen. Mehr als die ortsüblichen Sender sollte man sich aufgrund der Wurfantenne nicht erwarten. Diese Antenne ist gemeinhin nur als Notlösung für Sender aus der Nähe zu betrachten.

UKW-Empfang und RDS-Funktionen im Überblick
Auf UKW erfolgt die Senderwahl über die beiden seitlichen Pfeiltasten. Zur manuellen Sendersuche in 50-Kilohertz-Schritten sind sie kurz zu betätigen. Drückt man sie länger, startet der Autoscan, der beim nächsten empfangbaren Sender stoppt. RDS-Daten werden schnell und zuverlässig ausgelesen und zur Anzeige gebracht. Neben dem Stationsnamen werden auf Wunsch auch der Radiotext, die Programmsparte, das Datum und die Frequenz angezeigt.
Schwachpunkt Wurfantenne: Wie gut sind die Empfangsleistungen im Alltag?
Der größte Schwachpunkt der Bearware Projection Clock 307520 ist die Wurfantenne, die auch bei den meisten anderen Radioweckern üblich ist. Wurfantennen haben den Nachteil, dass sie sich nur schwer in eine Lage mit guten Empfangsresultaten verlegen lassen. Meist werden sie nur irgendwie hinters Bett oder das Nachtkästchen gestopft und man gibt sich mit dem zufrieden, was so noch reinkommt.
Dass in dem kleinen Radiowecker aber mehr steckt, zeigt sich, wenn man versucht, die Lage der Wurfantenne zu optimieren. Auf diese Weise lassen sich unter optimalen Voraussetzungen sogar mehr als die ortsüblichen DAB+-Pakete empfangen. Auch auf UKW lassen sich durchaus entfernte Senderstandorte hereinholen. Leider wird dafür gewöhnlich eine nicht alltagstaugliche Verlegung der Wurfantenne vonnöten sein.

Audio-Wiedergabe: Wie klingt der eingebaute Mono-Lautsprecher?
In der Projection Clock ist ein nach rückwärts abstrahlender Mono-Lautsprecher verbaut. Er sorgt für durchaus kräftigen Sound und eine bessere Klangqualität, als man erwarten würde. Stereo-Empfang ist nicht vorgesehen, da es auch keine Anschlussmöglichkeit für einen Kopfhörer gibt.
Fazit
Die Bearware Projection Clock 307520 erfüllt alle von ihr erwarteten Aufgaben zur vollen Zufriedenheit. Sein Bedienkonzept ist anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, geht am Ende aber doch gut von der Hand. Auf DAB+ und UKW werden mit der Wurfantenne zumindest die ortsüblichen Sender empfangen. Komfortabel sind die Ladebuchse für das Smartphone und der integrierte Projektor, der die Uhrzeit an die Wand oder die Zimmerdecke wirft.
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