Nikotinbeutel: Warum Ärzte Jugendliche dringend warnen

Hamburg

Bei Jugendlichen beliebt – Ärztekammer warnt vor gefährlichen kleinen Beuteln

Niktoinbeutel können recht unauffällig benutzt werden. Dennoch sind sie gefährlich.
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Nikotinbeutel sind klein, leicht zu verstecken und bei Jugendlichen zunehmend beliebt. Die Ärztekammer warnt vor Suchtgefahr und möglichen Folgen für die Entwicklung.

Sie sind klein, unauffällig und gefährlich: Nikotinbeutel sind gerade bei Jugendlichen beliebt. Man schiebt sie unter die Oberlippe, und schon nimmt der Körper das Nikotin über die Schleimhäute auf. Die Ärztekammer spricht nun eine deutliche Warnung aus.

Ebenso wie Zigaretten können Nikotinbeutel abhängig machen. Sie enthalten zwar keinen Tabak, können aber dennoch krebserregende Stoffe enthalten und die Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen.

Nikotinbeutel: So viele Jugendliche konsumieren sie bereits

Laut einer Studie aus dem Jahr 2024 haben jedes zehnte Mädchen und jeder siebte Junge im Alter von 16 oder 17 Jahren bereits Nikotinbeutel konsumiert. Dem DAK-Präventionsradar zufolge greifen Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status eher zu den Beuteln als Teenager aus höheren sozialen Schichten. Mit Onlinebestellungen können Verkaufsverbote umgangen werden, wie der NDR berichtet.

Auf deutschsprachigen Websites bestellten Forscherinnen und Forscher stichprobenartig Nikotinbeutel. Bei keinem der 16 erfolgreichen Bestellvorgänge habe es eine Alterskontrolle gegeben.

Tabakindustrie fordert Aufhebung des Verbots

Während die Ärztekammer warnt, setzt sich die Tabakindustrie für eine Zulassung von Nikotinbeuteln ein. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass der Konsum unter Jugendlichen dadurch angekurbelt werden könnte. Stattdessen brauche es mehr Prävention, so der Präsident der Ärztekammer.

In anderen Ländern ist der Verkauf untersagt. Belgien hat den Verkauf von Nikotinbeuteln 2023 verboten. Das soll auch in Deutschland so bleiben, fordert die Kassenärztliche Vereinigung. In einer Pressemitteilung schreibt sie: „Eine Aufhebung würde die Verfügbarkeit, Sichtbarkeit und Vermarktungsmöglichkeit dieser Nikotinprodukte erhöhen und damit den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern, insbesondere auch für Menschen, für die andere Tabak- und Nikotinprodukte bislang nicht attraktiv sind.“