Beliebtes Bad in Ostsee-Nähe schon um 18 Uhr dicht – Strandbesucher müssen „völlig verärgert“ gehen

Stand: 25.07.2026, 06:00 Uhr

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Sonnenanbeterin im Freibad Naturbad

Das Naturbad in Ostsee-Nähe wurde erst kürzlich für mehrere Millionen Euro saniert. Gäste mussten Anfang Juli die Anlage bereits um 18 Uhr verlassen. (Symbolbild) © Frank May

Kurz vor 18 Uhr mussten Badegäste, Familien und selbst Kioskbesucher das beliebte Naturbad in Ostsee-Nähe verlassen. Nach heftiger Kritik reagiert die Stadt – und zieht Konsequenzen.

Ratzeburg – „Um 17:50 Uhr wurden wir aufgefordert, die komplette Anlage zu verlassen“, schildert ein Besucher des Naturbads „Schlosswiese“ Anfang Juli. Um 18 Uhr sei das gesamte Gelände geräumt gewesen. In einem Facebook-Beitrag macht der Badegast seinem Frust Luft – und trifft damit einen Nerv. Er teilt unter anderem ein Video, in dem Besucher des Naturbads langsam in Richtung Ausgang gehen. Sein Beitrag wird in kurzer Zeit vielfach kommentiert und geteilt.

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Beliebtes Naturbad in Ostsee-Nähe schließt um 18 Uhr die Tore – Gäste „völlig verärgert“

„Muss das wirklich so sein?“, fragt der Verfasser. „Wir mussten völlig verärgert die komplette Anlage verlassen.“ Hauptsächlich Familien und Berufstätige kommen erst am späten Nachmittag. Früher sei die Badestelle sogar bis 22 Uhr geöffnet gewesen, sagt er. Das Naturbad „Schlosswiese“ war in den vergangenen Jahren für mehrere Millionen Euro umfassend umgestaltet worden. Nach längerer Bauzeit wurde das neue Naturbad Anfang Juli eröffnet. „Es tut mir wirklich leid für uns alle – besonders aber für die Kinder und Jugendlichen, die jetzt Sommerferien haben.“ Viele schließen sich der Kritik an.

Ärger um Schließzeiten des beliebten Naturbads in Ostsee-Nähe – jetzt neue Öffnungszeiten

Die Schließzeiten seien nicht zeitgemäß. Andere weisen hingegen darauf hin, dass ehrenamtliche Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie der Sicherheitsdienst lediglich die Vorgaben der Stadt umsetzen und nicht für die Öffnungszeiten verantwortlich seien. Auf Anfrage von kreiszeitung.de reagiert die Stadt Ratzeburg auf die Kritik.

Inzwischen sei das neue Naturbad täglich von 11 Uhr bis 20 Uhr geöffnet, stellt Bürgermeistersprecher Mark Sauer klar. Doch scheint es neben dem Ärger um die Öffnungszeiten auch ein Missverständnis zu geben: Wie der Sprecher auf Anfrage erklärt, handle es sich bei der Anlage rechtlich nicht um eine Badestelle – entgegen der Annahme der Badegäste. Es sei ein Naturbad und somit gelte ein anderer rechtlicher Status.

Stadt Ratzeburg erklärt: Darum ist das beliebte Naturbad in der Nähe der Ostsee früher zu gewesen

„Entsprechend kann es nur geöffnet sein, wenn auch eine Badeaufsicht vor Ort ist. Das sogenannte ‚Baden auf eigene Gefahr‘ ist dort, wie auch in jedem Freibad, grundsätzlich nicht möglich“, so der Bürgermeister. Die zunächst gewählten Öffnungszeiten seien gemeinsam mit der DLRG abgestimmt worden. Sie haben sich daran orientiert, welche Zeiten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer personell abdecken konnten. Diese Zeiten seien bereits vor der Sanierung üblich gewesen, heißt es aus dem Rathaus.

Naturbad „Schlosswiese“ Ratzeburg auf einen Blick

Das Naturbad Schlosswiese liegt nicht weit von der Ostsee entfernt direkt am Ufer des Großen Ratzeburger Sees und ist bis zum 15. September täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Zur Ausstattung gehören ein Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, Badeinseln, eine großzügige Steganlage, ein barrierefreier Wasserzugang, ein Spielplatz, ein Beachvolleyballfeld, ein Kiosk sowie Duschen, Umkleiden und WC-Anlagen. Ein neuer Sprungturm befindet sich derzeit im Bau. Während der Öffnungszeiten sorgt die DLRG für die Badeaufsicht.

Die Verlängerung der Öffnungszeiten sei anschließend in Abstimmung mit der DLRG erfolgt. Diese habe „dankenswerterweise intern und kurzfristig eine Ausweitung der Aufsichtszeiten mit qualifizierten Fachkräften organisieren“ können, erklärte Sauer. Für den Betrieb des Naturbads seien insgesamt drei ausgebildete Aufsichtskräfte erforderlich. Ohne diese darf die Anlage nicht geöffnet werden. Nach Angaben der Stadt habe sich der Badebetrieb inzwischen „entspannt“. Die bisherigen Erfahrungen seien positiv. Die Diskussion in den sozialen Netzwerken dürfte damit zwar vorerst an Schärfe verloren haben. Sie zeigt aber, wie groß die Erwartungen vieler Gäste an die Bademöglichkeiten der Stadt sind – und wie sensibel die Bürger auf Einschränkungen reagieren, wenn der Sommer endlich da ist.