GRU: Berlin: Agent von Kreml-Geheimdienst steckt hinter Sprengdrohne
Publiziert12. September 2026, 14:19
GRUBerlin: Agent von Kreml-Geheimdienst steckt hinter Sprengdrohne
Der mutmassliche Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes soll die Sabotageaktion in Leipzig koordiniert haben. Der Semtex-Sprengstoff detonierte laut der Bundesanwaltschaft wegen eines defekten Zünders nicht.


Darum gehts
- Laut «Welt am Sonntag» steckt ein Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU hinter dem versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle.
- Der Verdächtige soll Vorbereitung und Logistik der Operation koordiniert haben.
- Obwohl die Ermittler seine GRU-Verbindung bereits bei seiner Einreise kannten, wurde der Russe offenbar nicht observiert.
Nach dem Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig/Halle führen die Ermittlungen deutscher Sicherheitsbehörden einem Medienbericht zufolge direkt zum russischen Militärgeheimdienst GRU. Die «Welt am Sonntag» berichtet, geheime Ermittlungsunterlagen würden einen mutmasslichen GRU-Mitarbeiter als Logistiker der Operation benennen. Die Erkenntnisse gelten demnach als Grundlage für die Entscheidung der Bundesregierung, Russland für den versuchten Drohnenanschlag verantwortlich zu machen.
Der GRU: Putins Geheimdienst fühlt sich auch in der Schweiz wohl
Auch in der Schweiz ist der GRU nach Einschätzung des Nachrichtendienstes des Bundes sehr aktiv: Laut aktuellstem Lagebericht nutzt Russland diplomatische und konsularische Vertretungen als getarnte Stützpunkte und die Schweiz zugleich als Plattform zur Informationsbeschaffung über andere Staaten und internationale Organisationen.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen handelt es sich bei den Verdächtigen um den Russen Oleg L. und den Belarussen Andrei K. Die Vorbereitung und Logistik soll L. organisiert haben. Er werde von Sicherheitsbehörden dem GRU zugerechnet, schreibt die «Welt am Sonntag».
Keine Observation trotz GRU-Verbindung
Nach Erkenntnissen der Ermittler reiste L. dem Bericht zufolge über die Türkei nach Deutschland ein und später über den Flughafen Berlin-Brandenburg in Richtung Serbien aus. Nach Informationen von «Welt am Sonntag» war den Ermittlern bereits bei der Einreise bekannt, dass der Russe dem Umfeld des GRU zugerechnet wird. Nach seiner Einreise wurde er dennoch nicht observiert. Inzwischen soll er sich wieder in Russland aufhalten, schreibt die Zeitung.
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Anfang August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden, in deren Nähe sich ukrainische Frachtflugzeuge befanden. Der Flughafen ist Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine. Die Spur zu den Verdächtigen führte laut der «Welt am Sonntag» unter anderem über DNA-Spuren an einer Antennenkonstruktion zur Steuerung der Drohnen.
So soll das Semtex nach Leipzig gekommen sein
Die Zeitung schreibt, nach Erkenntnissen der Behörden sei der in Leipzig eingesetzte Militärsprengstoff Semtex möglicherweise über Bulgarien und Serbien nach Deutschland gelangt. Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass er in Hohlräumen von Lastwagen transportiert und anschliessend in Erddepots versteckt wurde.
Die Bundesregierung hatte Moskau Anfang September für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen verantwortlich gemacht und neue Strafmassnahmen gegen Russland angekündigt. Moskau weist die Vorwürfe zurück.
Ist Leipzig-Täter auch für DHL-Brandanschlag verantwortlich?
Die «Bild»-Zeitung hatte im August berichtet, im Fall der Drohnenattacke von Leipzig gebe eine konkrete DNA-Spur. Diese ist demnach identisch mit einer Spur, die bereits in Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das DHL-Logistikzentrum in Leipzig vom 20. Juli 2024 registriert worden war.

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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