Berlin bekommt 350 neue S-Bahnen
Klimaanlagen und mehr Platz
Berlin bekommt 350 neue S-Bahnen
Berlin bekommt 350 neue S-Bahn-Züge mit insgesamt 1.400 Wagen. Sie sollen ab 2032 und bis 2038 die alten S-Bahnen auf der Stadtbahn und der Nord-Süd-Trasse schrittweise ersetzen, teilte das Konsortium aus S-Bahn, Siemens Mobility und Stadler am Donnerstag mit. Die Züge würden in Pankow gefertigt und in Hennigsdorf instand gesetzt.
Die neuen Fahrzeuge bauen auf der Baureihe der neuen Ringbahnzüge auf, die jetzt schon in Betrieb ist. Sie sollen im Vergleich zu den alten S-Bahnen unter anderem mit Klimaanlagen, mehr Platz für Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrräder sowie USB-C-Anschlüssen ausgestattet werden. Optisch bleibe das bekannte S-Bahn-Design weitgehend erhalten, so die Unternehmen. Das Gesamtvolumen für das Projekt liegt bei 15 Milliarden Euro.
Siemens Mobility, Stadler und S-Bahn Berlin hatten am 8. Juli zusammen im Vergabeverfahren für den Betrieb der Berliner S-Bahn den Zuschlag erhalten.
Teil des Vertrags ist auch die Instandhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren und der Betrieb in den Teilnetzen Nord-Süd sowie Stadtbahn für 15 Jahre, wie es hieß.
Jahrelange rechtliche Auseinandersetzungen
Der Vergabe waren jahrelange politische und rechtliche Auseinandersetzungen vorausgegangen. Das Land Berlin hatte den Betrieb, die Fahrzeugbeschaffung und die Instandhaltung europaweit ausgeschrieben, um mehr Wettbewerb auf die Schiene zu bringen. Gewerkschaften und Kritiker warnten dagegen vor einer Zerschlagung des integrierten S-Bahn-Systems. Mit dem Zuschlag bleibt die Deutsche-Bahn-Tochter S-Bahn Berlin Betreiberin der Netze, während Siemens und Stadler die neuen Fahrzeuge liefern.
Die nun bestellten Fahrzeuge sind eine Weiterentwicklung der aktuell neuesten Baureihe, die von Siemens und Stadler für das Ringnetz der Berliner S-Bahn geliefert worden waren.
Sendung: rbb24 Inforadio, 16.07.2026, 13:00 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 16.07.2026, Jonas Ziegler