Berlin sieht sich nicht mit Russland im Krieg, aber täglich als Ziel
01.09.2026, 22:00
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Dass die Spur in den Kreml führt, war den Ermittlern rasch klar. Es war ein hohes Mass an technischer Expertise nötig, die mit Sprengstoff bestückten Drohnen präzise in die Nähe der ukrainischen Antonov-Frachtmaschinen auf dem Flughafen Leipzig zu steuern. Reiner Zufall, dass die fliegenden Bomben nicht detonierten.
Deutschland macht Russland für Drohnenangriff verantwortlich
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Die deutsche Regierung sieht Russland als Drahtzieher hinter dem gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig. Anfang August war dort eine Drohne, die mit Sprengstoff bepackt war, neben einer ukrainischen Frachtmaschine entdeckt worden. Leipzig sei derweil nur einer von vielen Fällen – und Deutschland tägliches Ziel hybrider Kriegsführung, sagte Innenminister Alexander Dobrindt am Dienstag vor Medien (Agenturen).
Es ist ein Geschenk für die Ermittler, die normalerweise das Nachsehen haben. Es liegt in der Natur hybrider Angriffe, dass sich die Urheber nicht klar benennen lassen. Feindliche Drohnen sind jeweils längst wieder weg, bevor man reagieren kann. Nach dem missglückten Anschlag in Leipzig aber liegen nun handfeste Beweise vor, die eine klare Schuldzuweisung ermöglichen. Die Spuren weisen laut Innenminister Alexander Dobrindt auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag staatlicher russischer Stellen gehandelt haben.
Bündel an Schritten
Die Bundesregierung hat nun ein ganzes Bündel an Vergeltungsmassnahmen beschlossen. So wird in Bonn das letzte russische Generalkonsulat in Deutschland geschlossen, und der Mietvertrag für das sogenannt «Russische Haus» an der Friedrichstrasse in Berlin wird gekündigt. Dieses dient laut französischen Geheimdienstinformationen längst nicht mehr nur dem Austausch von Kultur und Wissenschaft, sondern gilt als Spionage-Nest, wo auch Agenten angeworben werden.
Dazu werden Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärft, und in Zusammenarbeit mit EU-Partnern soll auch der Druck auf die russische Schattenflotte erhöht werden. Deren mit Rohöl beladenen Schiffe umgehen internationale Sanktionen.
Massvolle Massnahmen
Dass Innenminister Dobrindt und Aussenminister Wadephul heute in kurzen Statements die Urheber der hybriden Angriffe offen benennen, ist für viele mit der Materie Vertraute überfällig und eine starke Botschaft. Die Aussage «Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung» zeigt, als wie gravierend die Bundesregierung die Situation bewertet.
Den Nato-Artikel 4 anzurufen und damit die Bündnispartner einzuschalen, hätte die Lage womöglich eskalieren lassen.
Alexandra Gubser
Deutschland-Korrespondentin
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Alexandra Gubser ist seit Sommer 2022 Deutschland-Korrespondentin von SRF. Zuvor berichtete Gubser aus Frankreich. Sie ist seit 2007 für das Unternehmen als Produzentin, Redaktorin und Reporterin der «Tagesschau» tätig. Davor arbeitete sie für Medien wie «TeleZüri» oder «Radio 24».
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Tagesschau, 01.09.2026, 19.30 Uhr