Berlin-Wahl 2026 live: Keine klare Prognose – SPD droht historisch schlechtes Ergebnis
Stand: 19.09.2026, 21:21 Uhr
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Die Landtagswahl in Berlin steht an. Der Ausgang ist offen, erste Ergebnisse werden mit Spannung erwartet. Alle Entscheidungen im Live-Ticker.
Berlin – Das Rennen um das Rote Rathaus ist eröffnet und dieses Mal wird die Berlin-Wahl wohl so spannend wie selten zuvor. Um den Spitzenplatz streiten die Linke und die CDU. Das Ergebnis ist vollkommen offen. Selbst renommierte Meinungsforschungsinstitute wagen keine klare Prognose. Alle warten deshalb mit Spannung auf erste Ergebnisse der Berlin-Wahl, die um 18 Uhr erwartet werden und deren Strahlkraft weit über den Stadtstaat hinaus bis in die deutsche Bundespolitik reicht.
Aktuelle Umfragen zur Berlin-Wahl lieferten im Vorfeld des Wahlsonntags keine aufschlussreichen Ergebnisse. Die Linke befindet sich dort mal bei 20 Prozent gleichauf mit der CDU, mal mit hauchdünnem Vorsprung bei 21. Die AfD rangiert zwischen 17 und 18 Prozent, gefolgt von den Grünen (16) und der SPD (10–13). Den Sozialdemokraten droht ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Berlin-Wahl. Die Prognosen für das BSW lassen eine erneute Zitterpartie für Sahra Wagenknecht und ihre Leute erwarten. Umfragen verorten die Partei zwischen 3 und 5 Prozent.

Linke hofft auf Sieg bei der Berlin-Wahl 2026 – SPD droht historisch schlechtes Ergebnis
Sollten die Ergebnisse der Berlin-Wahl diesen Vorhersagen entsprechen, wäre ein Zweierbündnis nicht ausreichend. Möglich erscheinen dann Dreier-Koalitionen wie Linke, SPD und Grüne oder CDU, SPD und Grüne. Eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten der AfD hatten alle Parteien bis auf das BSW im Vorfeld ausgeschlossen. Ein Bündnis aus CDU und Linke gilt Vertreterinnen und Vertretern beider Parteien ebenso als keine Option.
Die in Berlin traditionell starke Linke könnte demnach 2026 erstmals stärkste Kraft überhaupt werden. Für entsprechende Ergebnisse kämpfte in vorderster Front Spitzenkandidatin Elif Eralp. Die 45-jährige gebürtige Münchnerin will Regierende Bürgermeisterin in der Hauptstadt werden und sieht die Zeit dafür gekommen. „Wenn ein Linker in New York gewinnen kann, dann genauso gut in Berlin“, sagte Eralp im November 2025 nach dem Wahlsieg des linken Demokraten Zohran Mamdani. Beim Landesparteitag im April gab sie die Richtung vor: Das Rote Rathaus solle „endlich wirklich rot werden“.
Erste Widersacherin der Linken bei der Berlin-Wahl ist die CDU. Ihr Spitzenkandidat ist Stefan Evers. Der bisherige Finanzsenator übernahm die Rolle, nachdem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner am 10. Juli aus dem Wahlkampf ausgestiegen war. Der Union droht nach dem Wahlsieg 2023 und stolzen 28,2 Prozent dieses Jahr ein deutlich schlechteres Ergebnis. Sollte es so kommen, würde die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Pleite in Sachsen-Anhalt die nächste Regierungsbeteiligung auf Landesebene verlieren. Der Druck auf Merz und seine schwarz-rote Koalition wird dann weiter steigen.
Ergebnisse der Berlin-Wahl 2026: Spitzenkandidatinnen und -kandidaten im Überblick
- Die Linke: Elif Eralp
- CDU: Stevan Evers
- SPD: Steffen Krach
- AfD: Kristin Brinker
- Grüne: Werner Graf
Noch düsterer lesen sich vor der Berlin-Wahl die Prognosen für die SPD. Bei der Berlin-Wahl 2023 hatten die Sozialdemokraten mit 18,4 bereits das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung eingefahren. Nun droht dem Landesverband der Partei unter der Führung von Spitzenkandidat Steffen Krach ein noch tieferer Sturz – und damit die nächste Pleite nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Ganz anders sieht die Lage vor der Berlin-Wahl bei der AfD aus. Aktuelle Umfragen sehen die Rechten auch in Berlin im Aufwind. Ihre Spitzenkandidatin ist Kristin Brinker. Die 54-Jährige ist seit 2021 Landesvorsitzende der AfD und führt die Partei bereits zum dritten Mal in eine Berlin-Wahl. Auch in der Hauptstadt winkt den Rechtspopulisten nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr bestes Ergebnis.
Die Grünen wiederum stehen laut aktuellen Umfragen genau da, wo sie 2023 landeten. Spitzenkandidat Werner Graf wird wohl kaum auf einen Sieg hoffen können. Seine Partei darf sich aber große Hoffnungen machen, nach der Wahl als Koalitionspartner gefragt zu sein. Das gilt fast unabhängig vom finalen Ergebnis der Berlin-Wahl. Sowohl die CDU als auch die Linke dürften bei der Bildung einer Regierungskoalition nicht an den Grünen vorbeikommen.
Die Ergebnisse der Berlin-Wahl 2023 in der Übersicht
| Partei | Ergebnis (in Prozent) |
|---|---|
| CDU | 28,2 |
| SPD | 18,4 |
| Grüne | 18,4 |
| Linke | 12,2 |
| AfD | 9,1 |
| FDP | 4,6 |
Solange die Stadt und das Land auf Ergebnisse der Berlin-Wahl warten, bleibt die Koalitionsfrage ungeklärt. Evers schloss eine Zusammenarbeit mit „Radikalen, egal aus welcher politischen Richtung“ kategorisch aus. Eralp erklärte, mit der CDU gebe es „keine Schnittmengen“. Grünen-Kandidat Werner Graf bekannte sich offen zu einem rot-grün-roten Bündnis: „Für Berlin wäre es super, eine progressive Regierung zu haben.“ Krach hielt sich bedeckt: „Das schauen wir dann am Sonntagabend.“
Insgesamt sind 2,5 Millionen Menschen zur Berlin-Wahl aufgerufen. Erstmals dürfen bei der Abgeordnetenhauswahl auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben – das hat der Berliner Gesetzgeber eigens für diese Wahl beschlossen. Wahlberechtigt sind grundsätzlich alle deutschen Staatsangehörigen ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen.
Berlin-Wahl 2026: Besonderheiten, Premieren und Abläufe
Was gewählt wird, ist erklärungsbedürftig: Als Stadtstaat wählt Berlin keinen Landtag, sondern ein so genanntes Abgeordnetenhaus. Das Parlament hat mindestens 130 Sitze, kann durch Überhang- und Ausgleichsmandate aber deutlich größer werden – aktuell gehören ihm 159 Abgeordnete an. 78 Sitze werden per Direktmandat in den 78 Berliner Wahlkreisen vergeben, die übrigen Mandate über Parteilisten. Gleichzeitig mit der Abgeordnetenhauswahl finden auch die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen statt.
Die rund 2500 Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Wer Briefwahl beantragt hat, musste seine Unterlagen bis spätestens 18 Uhr beim zuständigen Bezirkswahlamt einreichen. Erste Zahlen zur Berlin-Wahl werden direkt im Anschluss vorliegen – zunächst in Form von Prognosen. Es folgen im Lauf des Abends immer genauere Hochrechnungen. Ein vorläufiges amtliches Ergebnis wird wohl frühestens am Montagabend vorliegen. (Quellen: ARD, RBB, dpa, AFP, eigene Recherche) (dil)