Berliner AfD-Protest wächst nur langsam an – trotz düsterer Prognose
KI-Stimme. Info
Die Stimmung ist gedrückt bei der Demonstration „Nie wieder. Jetzt! – Antifaschistische Zubringerdemo Demokratie verteidigen! – AfD‑Verbot jetzt!“. Sie will vom Dorothea-Schlegel-Platz, gleich neben dem Bahnhof Friedrichstraße, zur Luisenstraße 18 ziehen. Dort residiert die Vertretung von Sachsen-Anhalt.
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Nachdem die ersten Wahlprognosen um kurz nach 18 Uhr aus dem Bundesland die Runde machen, ist die Stimmung schlecht. Gut 44 Prozent haben die AfD gewählt. Die vielleicht 80 Demonstranten, von denen nicht wenige eine Antifa-Flagge halten, wirken betroffen. Auf dem Boden liegen Transparente wie „Asylrecht verteidigen“.
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Demo in Berlin: Nur rund 200 Teilnehmer setzen Zeichen gegen Rassismus
Eine Organisatorin der Demo ruft durchs Megafon: „Die Prognose sieht leider gar nicht gut aus – wir hoffen, dass wir uns heute Abend Kraft und den Genossen in Sachsen-Anhalt ein Zeichen geben, dass sie nicht allein sind.“ Das Ergebnis sei „kein Betriebsunfall“, sondern das Ergebnis einer „neo-liberalen Politik, die Rassismus ignoriert“ habe. Man wolle noch etwas warten, bis man loszieht, vielleicht kommt ja noch jemand. Am Ende werden es rund 200 Personen werden. Gute Laune hat nur ein Livestreamer, der mutmaßlich dem anderen politischen Lager zuzuordnen ist. Er hat sein Stativ samt Handy aufgebaut und verbreitet Häme in Richtung der politischen Gegenseite und filmt sich dabei. Die Demonstranten greifen zu Regenschirmen und schirmen sich optisch gegen ihn ab. Er lässt sich nicht stören und salbadert weiter.

Demonstranten schirmen sich gegen den Livestreamer ab, der die verhöhnt.© Dirk Krampitz | Dirk Krampitz
Weiter geht’s zum Brandenburger Tor. Dort hat SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zur Demo geladen. Der Mann, der bisher die meiste Aufmerksamkeit generiert hat, als er sich mit einem Pappschild vors Russische Haus stellte und die Enteignung forderte, ist derzeit mit einer weiteren krachigen Kampagne unterwegs. „Krach gegen Nazis“. Ein Berliner Bär zerreißt, grimmig guckend, den Pfeil der AfD, der dort allerdings nicht rot sondern blau ist – rot ist ja auch die Farbe der SPD.
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Demokratie-Verteidiger versammeln sich am Brandenburger Tor
Vor Ort am Brandenburger Tor ist auch Stefan aus Lichtenrade. Wahlberliner aus Stuttgart. Für ihn war jedes Prozent für die AfD zu viel, er wäre auch bei niedrigeren Werten ans Tor gekommen. „Wir müssen die Demokratie erhalten, in diesen Zeiten ist sie wirklich bedroht, wie man an den Ergebnissen sieht. Dazu müssen wir Präsenz zeigen, dass wir es nicht einfach so hinnehmen.“ Dass diese Demonstrationen AfD-Wähler vielleicht eher bestärken, nehme er in Kauf. „Das ist ja immer das Problem.“ Aber gar nichts tun, ist keine Alternative.“

Mit diesem Bus fuhr der SPD-Spitzenkandidat direkt zum Pariser Platz.© Dirk Krampitz | Dirk Krampitz
Mit ein bisschen Verspätung rollt dann Krachs Bus auf den Pariser Platz, die Polizei scheucht Touristen und Demonstranten von der Fahrbahn auf den Mittelstreifen. „Platz für den Bus.“ Es ist schwer zu unterscheiden, wer politischer Demonstrant ist und wer Tourist. Insgesamt sind es aber nur ein paar Hundert Menschen, die au dem Pariser Platz stehen.
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Krach ruft in Berlin zum Zusammenhalt gegen Rechtsextremisten auf
Krach wird von seinen Leuten über Lautsprecher als „der künftige Regierende Bürgermeister von Berlin“ begrüßt. Er ergreift das Mikrofon. „Wir wissen noch nicht, wie dieser Abend endet, aber wir wissen schon: Der 6. September 2035 ist ein Einschnitt für unser Land.“. Alle demokratischen Parteien mussten in Sachsen-Anhalt nun zusammenhalten, „damit eine Koalition zusammenkommt gegen die Rechtsextremisten“. Zwar sei die AfD in Berlin noch nicht so stark wie in Sachsen‑Anhalt. „Wir können uns auch in Berlin nicht zurücklehnen.“
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Volt-Spitzenkandidatin Anna Auerbach musste ihren Bus schon an der Französischen Botschaft parken.© Dirk Krampitz | Dirk Krampitz
Übrigens sei die Veranstaltung mit dem riesigen SPD-Bus mit dem Slogan „Krach gegen Nazis“ „keine Parteiveranstaltung“, die SPD habe sie nur angemeldet. Und so redet unter anderem auch die Volt-Spitzenkandidatin Anna Auerbach. „Es ist ein trauriger Abend. Ein Weiter-so darf und kann es nicht geben.“ Auch sie ist mit ihrem eigenen Wahlkampf-Doppelstockbus gekommen – der musste allerdings noch vor der Französischen Botschaft halten und sie ist den Rest gelaufen.