Bestätigte Jahresprognose: Porsche fängt sich wieder

Stand: 27.10.2026, 13:22 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Porsche CEO Michael Leiters und CFO Jochen Breckner

CEO Michael Leiters und CFO Jochen Breckner wollen mit der neuen Strategie wieder Renditen wie in alten Zeiten einfahren. © Porsche

Porsche verkauft zwar weniger Autos, meldet nun aber für das dritte Quartal verbesserte Finanzzahlen: Ergebnis, Umsatzrendite und Netto-Cashflow konnten sogar gesteigert werden.

Wie schwierig das Geschäftsumfeld im dritten Quartal war, ist seit einigen Wochen bekannt: Damals hatte Porsche verkündet, dass die Auslieferungen zwischen Juli und September um weitere 16,0 Prozent auf noch 178.532 Fahrzeuge abgesackt sind. Daher war naheliegend, dass sich das auch auf den Umsatz auswirken wird.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel stammt von Automobilwoche, dem Fachmedium für Entscheider der Autobranche, und erscheint bei IPPEN.MEDIA im Rahmen einer Content-Kooperation.
Früher wissen, was die Branche bewegt: Jetzt einen der kostenlosen Newsletter abonnieren.
Exklusive Analysen, Hintergründe und Personalien lesen Sie mit dem Automobilwoche-Abo.
Folgen Sie Automobilwoche auf LinkedIn oder hören Sie den Podcast „Zur Sache“ auf Spotify.

Jetzt steht fest, dass das nicht so stark war wie befürchtet: Mit 25,28 Milliarden Euro ist der Konzernumsatz in der Stuttgarter in den ersten neun Monaten nach 26,86 Milliarden Euro im Vorjahr „nur“ um 5,9 Prozent gesunken. Das Unternehmen führt das auf die „Value-over-Volume-Strategie“ des neuen CEO Michael Leiters zurück, die „konsequent und mit hoher Geschwindigkeit“ umgesetzt werde.

Operative Umsatzrendite wächst deutlich

„Unser Fokus liegt auf dem Kerngeschäft, einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur und einer nachhaltigen Steigerung unserer Ertragskraft“, sagt Leiters selbst. „Mit den bereits umgesetzten Maßnahmen schaffen wir die Voraussetzungen, um Porsche langfristig stärker, fokussierter und profitabler aufzustellen.“

Tatsächlich können sich einige Zahlen zum laufenden Geschäft auf den ersten Blick sehen lassen: Die operative Konzernumsatzrendite wuchs in den ersten neun Monaten auf 6,9 Prozent, im Vorjahr waren es nur 0,2 Prozent – damals belasteten aber Milliarden-Aufwendungen für die strategische Neuausrichtung die Bilanz. 2025 wurden hier 2,7 Milliarden Euro verbucht, 2026 bisher nur etwa 500 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge Automobile betrug 17,3 Prozent (Vorjahr: 11,9 Prozent).

Porsche will eingeschlagenen Weg fortsetzen

Dass der Netto-Cashflow im Auto-Geschäft von 1,34 auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen ist, hat aber wieder mit einem Einmaleffekt zu tun: „Der Anstieg liegt wesentlich im Zahlungsmittelzufluss aus dem Verkauf der Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group begründet“, so Porsche. Gleichzeitig haben Ausgaben für die Neuausrichtung (100 bis 200 Millionen Euro), Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen (250 Millionen Euro) und die US-Zölle (200 Millionen Euro) den Cashflow belastet. Dennoch liegt die Netto-Cashflow-Marge Automobile bei 11,3 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent).

„Auch in einem herausfordernden Marktumfeld zeigt sich Porsche finanziell robust“, sagt Finanzvorstand Jochen Breckner. „Wir haben in den ersten neun Monaten ein solides operatives Ergebnis erzielt und gleichzeitig einen starken Netto-Cashflow erwirtschaftet. Das gibt uns in Kombination mit unserer robusten Bilanz die notwendige Stärke, unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Unsere Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigen wir.“

Schwäche von Taycan und E-Maycan könnte Problem werden

Das heißt: Breckner erwartet einen Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden Euro, eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 7,5 Prozent und eine Netto-Cashflow-Marge Automobile im selben Bereich. Die EBITDA-Marge Automobile soll im Gesamtjahr zwischen 15 und 17 Prozent liegen – was Porsche zumindest im Q3 schon knapp übertroffen hat.

Eine Herausforderung bleibt allerdings: Im Ausblick gibt Porsche einen erwarteten Elektroauto-Anteil von 24 bis 26 Prozent an den gesamten Auslieferungen an. Beim Taycan und dem elektrischen Macan waren die Verkäufe zuletzt schon wieder rückläufig, was der teure Elektro-Cayenne bisher nicht ausgleichen konnte.