Betrug über WhatsApp dauerte nur sieben Minuten: „Der Täter schickte noch ein Küsschen”

Stand: 24.09.2026, 20:45 Uhr

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Lieselotte Delphine Barnowski. wurde per WhatsApp Opfer von Betrügern.

Lieselotte B. wurde über WhatsApp betrogen. © Foto Lehmann

Lieselotte B. hat hunderte Euro verloren – über den Messenger-Dienst WhatsApp. Die Täter hatten sich als ihre Schwester ausgegeben.

Hallbergmoos – Die Unterhaltung auf WhatsApp dauert nur 7 Minuten. Am Ende hat Lieselotte B. (76) aus Hallbergmoos bei München hunderte Euro verloren. Und der Betrüger schickt ihr auch noch ein Küsschen-Emoji als Dankeschön!

„Danke“, schreibt der Betrüger am Ende noch

Die Rentnerin ist einer fiesen Masche aufgesessen. Betrüger hatten das WhatsApp-Konto ihrer Schwester gekapert. Sie konnten im Chat schreiben und sich als die Schwester ausgeben. Prompt ging‘s los mit dem Turbo-Betrug.

Am 17. September um 18.03 Uhr bekommt Lieselotte B. die erste Nachricht: „Ich muss 615 Euro auf ein Konto überweisen, aber meine Zahlung geht leider nicht durch“, steht da im Chat-Verlauf. „Könntest du das für mich bezahlen?“

So beginnt der Chat-Verlauf mit dem Betrüger.

So beginnt der Chat-Verlauf mit dem Betrüger. © privat

Die Ex-Lehrerin denkt, dass ihre Schwester das schreibt. „Sie war gerade in Südfrankreich im Urlaub“, sagt Lieselotte B. „Ich habe mir keine Gedanken gemacht.“ Die Betrüger schreiben weiter: „Ich gebe dir das Geld sofort zurück. Es wäre wichtig, dass die Zahlung per Echtzeitüberweisung erfolgt.“ Lieselotte antwortet: „Ja, mach ich“ – und bekommt flugs eine IBAN. „Verwendungszweck“, fragt Lieselotte B. – „Bezahlung für Waren“, antwortet der Betrüger und schickt noch einen Zahlencode.

Um 18.09 hat Lieselotte B. das Geld von ihrem Konto in Echtzeit überwiesen – damit kann sie nicht mehr storniert oder zurückgeholt werden. Sie schickt ein Foto von der Bank-Bestätigung in den WhatsApp-Chat. „Danke“, schreibt der Betrüger – samt dem Küsschen-Emoji.

Nur Minuten später fliegt der Schwindel auf:– denn die Schwester hat die Nachrichten in ihrem WhatsApp-Verlauf entdeckt. „Sie hat mich dann angerufen und gefragt, ob ich gerade was überwiesen hätte“, sagt Lieselotte B. „Dann sagte sie, dass auch ihre Tochter darauf reingefallen ist.“ Frech: Nach der ersten Überweisung bittet der Betrüger gleich nochmal um 200 Euro! Darauf geht Lieselotte B. nicht mehr ein – sondern droht mit der Polizei. Doch der Betrüger ist längst abgetaucht. Am nächsten Tag erstattet sie Anzeige.

Messenger-Betrug geht seit Jahren um - das rät die Polizei

Die Masche ist nicht neu. „Messenger-Betrug“, nennt sich das Oft bekommen Opfer eine Nachricht von einer unbekannten Telefonnummer – oft mit einer Nachricht wie: „Hallo Mama, ich habe ein neues Handy. Bitte speichere die neue Nummer ab!“.

Am Schluss gibt‘s ein Küsschen von den Verbrechern.

Am Schluss gibt‘s ein Küsschen von den Verbrechern. © privat

Dahinter stecken aber die Betrüger. Und die bitten dann recht schnell darum, Geld zu überweisen – auf ein Konto, auf das sie Zugriff haben. in anderen Fällen verschaffen sich die Täter auch direkt Zugang auf den echten Whatsapp-Verlauf – zum Beispiel über Abstimmungslinks. Die Polizei rät deshalb: Niemals Geld überweisen, ohne vorher bei Freunden und Familie nachzufragen.

Dass Lieselotte B. auf diesen Trick reingefallen ist, ärgert sie maßlos. „Ich bin sonst sehr vorsichtig, mache keine Spam-Mails auf, lege bei unbekannte Anrufen immer auf.“ Doch dass ein Betrüger sich als ihre eigene Schwester ausgeben kann, hätte sie nie gedacht. „Ich war so schockiert, ich bin erst am nächsten Tag zur Polizei. Ich hätte vorher vor Aufregung nicht fahren können.“