Bevölkerung im Landkreis Dachau: Bis 2045 kein Wachstum
Stand: 17.10.2026, 06:05 Uhr
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Im Landkreis Dachau soll die Einwohnerzahl bis 2045 stagnieren. Ohne Zuwanderung würde sie jedoch sinken. Zudem werden deutlich weniger Menschen im Erwerbsalter erwartet.
Dachau – Der Landkreis Dachau hat momentan etwas mehr als 153.000 Einwohner. Bis zum Jahr 2045, so eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, werde die Einwohnerzahl des Landkreises stagnieren, also weder wachsen noch schrumpfen. Dachau liegt mit einer Wachstumsrate von 0 Prozent im bundesdeutschen „Wachstumsranking“ auf Platz 125 der 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland.
Dass die Einwohnerzahl im Landkreis Dachau voraussichtlich nicht schrumpft, hängt damit zusammen, dass die Forscher des Berlin-Instituts von einer Zuwanderung im Landkreis Dachau um 3,7 Prozent der Einwohner bis zum Jahr 245 ausgehen (Rang 249 in Deutschland). Die Zuwanderung könne aus dem In- oder Ausland erfolgen. Gäbe es diese nicht, würde die Einwohnerzahl um 3,4 Prozent schrumpfen, weil weniger Kinder geboren werden als Menschen sterben (Platz 62 in Deutschland).
Die Bevölkerung im Landkreis Dachau werde jedoch älter. So sinke, so die Prognosen, der Anteil der Altersgruppe der 20- bis 67-Jährigen von 98.022 (2024) auf 92.612 (2045) Einwohner. Das entspreche einem Rückgang um 5,5 Prozent.
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat für alle Landkreise in Deutschland auch eine Bewertung der Zukunftsfähigkeit vorgenommen. Die dafür gebildete Gesamtnote setzt sich aus 26 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Wirtschaft, Bildung und soziale Bedingungen zusammen. Insgesamt liegt der Landkreis Dachau in diesem Ranking mit eine Note von 2,73 bundesweit auf Platz 16 und befindet sich damit in guter Gesellschaft: 18 der 20 best¬platzierten Kreise und kreisfreien Städte liegen in Bayern. Überdurchschnittlich gut schneidet Dachau besonders im Bereich Wirtschaft ab (Note 2,32; Platz 6 in Deutschland). Es folgen die Bereiche Demografie (Note 2,83; Platz 65), Bildung (Note 2,75; Platz 65) und Soziales (Note 3,33, Platz 139).
Bundesweit geht das Berlin-Institut davon aus, dass die Bevölkerung in Deutschland auf rund 81,8 Millionen Menschen sinken werde. Gut zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte würden an Bevölkerung verlieren. 184 Regionen, die zwischen 2014 und 2024 noch gewachsen sind, dürften künftig schrumpfen.
„Die entscheidende Frage ist nicht mehr nur, ob Deutschland wächst oder schrumpft, sondern wo. Manche Regionen müssen Wohnungen und Infrastruktur für mehr Menschen schaffen, andere dieselben Aufgaben mit weniger Einwohnern und Arbeitskräften bewältigen“, sagt Catherina Hinz, Direktorin des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. In den kommenden Jahren wechselten besonders viele Babyboomer in den Ruhestand, deutlich kleinere Generationen rücken nach. Bis 2045 dürfte die Bevölkerung im Erwerbsalter bundesweit um 4,7 Prozent schrumpfen.
Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ist eine unabhängige Denkfabrik, die sich mit Fragen regionaler und globaler demografischer Veränderungen beschäftigt. Das Institut wurde 2000 als gemeinnützige Stiftung gegründet.