Bienen in Jesusfigur: Imker rettet 40.000 Tiere – Millionen sehen zu

Bienen nisten sich in bayerische Jesusfigur ein: Imker rettet 40.000 Tiere

Stand: 17.07.2026, 18:38 Uhr

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Mit Rauch beruhigt Simon Weber die Bienen, bevor er sie aus der Jesusfigur holt.

Mit Rauch beruhigt Simon Weber die Bienen, bevor er sie aus der Jesusfigur holt. © privat

Eine hohle Jesusfigur wurde für bis zu 40.000 Honigbienen zum Zuhause. Mit viel Fingerspitzengefühl rettete ein Imker aus Niederbayern das Volk.

Röhrnbach/Deggendorf – Einen solchen Auftrag bekommt selbst ein erfahrener Imker nicht alle Tage: Aus der Jesusfigur einer Pfarrei im Landkreis Deggendorf flogen plötzlich zahlreiche Bienen. Weil bald ein Pfarrfest anstand und der Korpus ohnehin restauriert werden sollte, wandte sich die Gemeinde an Simon Weber. Gemeinsam mit seiner Frau Stefanie führt er den Familienbetrieb Imkerei mit der Goldnote in Röhrnbach (Kreis Freyung-Grafenau).

Zunächst rechnete Weber mit einem anderen Fund. „Bei solchen Anrufen stehen meistens Wespen dahinter, aber es waren tatsächlich Honigbienen“, sagt er. Die hohle Figur muss dem wilden Schwarm offenbar wie eine geschützte Baumhöhle erschienen sein. Schätzungsweise bis zu 40.000 Tiere hatten sich darin angesiedelt und ihre Waben über weite Teile des Körpers verteilt.

Mit Smoker und Fingerspitzengefühl: Rettung des Bienenvolks

Die Imker nahmen die Statue mit auf ihren Hof. Mit Zustimmung der Pfarrei schnitt Weber mit seinem Team ein kleines Stück aus dem Rücken heraus. Anschließend beruhigten sie die freigelegten Bienen mit einem sogenannten Smoker, einem in der Imkerei üblichen Rauchgerät. Dahinter kam das gesamte Ausmaß zum Vorschein: Das Wabenwerk zog sich weit durch den Hohlraum der Figur. Stück für Stück lösten die Imker die Waben heraus und versuchten, möglichst viel davon zu erhalten. Dabei mussten sie besonders vorsichtig vorgehen, damit der Schwarm zusammenblieb. „Wir haben zum Glück die Königin flott gefunden und konnten die Bienen umsiedeln“, berichtet Weber. Erst mit ihr ließ sich das gesamte Volk umsiedeln.

Ein eingespieltes Team: Stefanie und Simon Weber führen gemeinsam die Imkerei.

Ein eingespieltes Team: Stefanie und Simon Weber führen gemeinsam die Imkerei. © privat

Der Eingriff war zugleich eine Rettungsaktion: „Ohne imkerliche Betreuung hätte das Volk den Herbst wahrscheinlich nicht überlebt“, sagt Weber. Grund dafür ist die Varroamilbe, ein Parasit, der Bienen schwächt und gefährliche Viren übertragen kann. Umso wichtiger war es, den Schwarm in imkerliche Obhut zu bringen, wo er nun fachgerecht versorgt wird. Mittlerweile geht es dem Volk gut, auch die Jesusfigur blieb bis auf den Ausschnitt am Rücken unbeschädigt. Für Aufsehen sorgt der ungewöhnliche Einsatz weit über Niederbayern hinaus: Das Instagram-Video von der Öffnung des Korpus wurde schon mehr als 4,5 Millionen Mal aufgerufen. So hat der Schwarm nicht nur in der Jesusfigur, sondern auch im Internet für mächtig Wirbel gesorgt.