Deutsche Bahn verbietet Alkohol an immer mehr Bahnhöfen – doch an Bundesliga-Tagen gilt das Augenmaß

Bier am Bahnhof bald Geschichte: Deutsche Bahn weitet Alkoholverbot aus

Stand: 30.08.2026, 17:44 Uhr

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Ab Dienstag gilt das Alkoholverbot an vier weiteren Bahnhöfen der Deutschen Bahn – doch ob es wirklich durchgesetzt werden kann, ist fraglich.

Berlin – Ab Dienstag (1. September) gilt an vier weiteren deutschen Bahnhöfen ein Alkoholkonsumverbot – darunter am Berliner Hauptbahnhof und in Berlin-Gesundbrunnen, aber auch in Kiel und Braunschweig. Die Deutsche Bahn zieht aus ihren bisherigen Modellprojekten eine klare Bilanz: „In den Modellprojekten konnte gezeigt werden, dass deutlich weniger Müll anfällt und das Verbot auch dazu beiträgt, Gewaltkriminalität, Konflikte und Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss zu verringern, wie zum Beispiel am Hamburger Hauptbahnhof.“ Bis zum 15. Oktober 2026 soll das Verbot schrittweise auf alle 5400 Bahnhöfe in Deutschland ausgeweitet werden.

Alkoholverbot an Bahnhöfen

Das Sicherheitsgefühl für Reisende soll sich verbessern und der Reinigungsaufwand gesenkt werden. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Bereits jetzt gilt das Verbot an mehr als 30 Stationen bundesweit – unter anderem an den Hauptbahnhöfen in Bonn, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München. Verboten ist dabei ausschließlich der Konsum: Alkohol darf mitgeführt werden. Wer trotzdem trinkt, riskiert zunächst einen Platzverweis, im Wiederholungsfall ein Hausverbot. Gastronomische Betriebe im Bahnhof sind vom Verbot ausgenommen.

Deutsche Bahn will flächendeckend Alkoholverbot einführen – doch Umsetzung ist schwierig

Ob das Verbot flächendeckend durchgesetzt werden kann, ist allerdings fraglich. Zuständig ist die DB Sicherheit – doch dafür müsste der Konzern eigenen Angaben zufolge unzählige neue Mitarbeiter einstellen, was nicht geplant ist. Auch die Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen verantwortlich ist, wird nicht einspringen können: Gewerkschaften klagen regelmäßig über Personalengpässe. Dennoch setzt die Bahn darauf, dass das Verbot bereits eine abschreckende Wirkung entfaltet – auch an den bisherigen Standorten wird nicht scharf kontrolliert, und trotzdem zeigt sich die Bahn mit der Entwicklung dort zufrieden.

Eine besondere Bewährungsprobe steht an Bundesliga-Spieltagen bevor, wenn Zehntausende Fans mit Bier und Alkohol durch die Bahnhöfe strömen. Die DB setzt dabei auf Pragmatismus: „Um das Alkoholkonsumverbot an den Bahnhöfen durchzusetzen, gehen wir bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen mit Augenmaß vor. Polizei und DB Sicherheit sind im Bahnhof sichtbar präsent und deeskalieren, falls nötig.“

Ein Verbot in Fernzügen ist laut Bahn nicht geplant – dort verkauft der Konzern in den Bordbistros selbst Alkohol. Mitgebrachte Getränke dürfen Fahrgäste an Bord konsumieren, „sofern dies in angemessenem Rahmen geschieht und Mitreisende nicht gestört werden“. Im Regionalverkehr hingegen existieren bereits sehr unterschiedliche Regelungen: Verbünde in Hamburg, Köln, München und Nürnberg untersagen den Alkoholkonsum in Regionalbahnen generell, ebenso einige Privatbahnen – teils schon seit vielen Jahren. (dpa/jh)