Bilderbuchsee in Österreich trocknet wegen Dürre fast aus: Plötzlich liegt Weltkriegsmunition am Ufer
Stand: 26.07.2026, 18:15 Uhr
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Mitten im idyllischen Salzkammergut sorgt ein Munitionsfund für Aufregung. Wegen des stark gesunkenen Spiegels eines Badesees kamen Sprengstoffkapseln zutage.
Bad Ischl – Das österreichische Salzkammergut an der Grenze der Bundesländer Oberösterreich und Salzburg ist für seine ungemein idyllischen Seen bekannt. Schon der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl genoss die Schönheit der Berge und glasklaren Seen. Der Kurort Bad Ischl war die Sommerresidenz und der Ort der Verlobung von Kaiserin Elisabeth („Sisi“) und Kaiser Franz Joseph. In der Nähe von Bad Ischl liegt der für das Salzkammergut eher kleine Nussensee, der in der Sommersaison viele Badegäste anlockt.

Doch ein Fund aus der dunklen Zeit des Zweiten Weltkrieges sorgt dafür, dass der Badebetrieb vorerst gestoppt ist: Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden hat am Sonntagnachmittag ein Platzverbot für den Nussensee verhängt. Grund dafür ist laut meinbezirk.at die Trockenheit, die den Wasserspiegel des kleinen Sees stark fallen ließ. Dabei kamen nicht nur viele Steine und Geröll zum Vorschein, sondern auch eine größere Menge Sprengstoff.
Badesee im Salzkammergut trocknet weitgehend aus – am Grund liegt Munition aus dem 2. Weltkrieg
„Aufgrund der anhaltenden Trockenheit wurde im Gemeindegebiet von Bad Ischl im Nussensee eine größere Menge an explosivem Material freigelegt“, heißt es in einer Verfügung der Behörde, die mit einem deutschen Landratsamt vergleichbar ist.. „Aufgrund des gefundenen Materials ist von einer allgemeinen Gefahr für Leib und Leben auszugehen und wird daher das Betreten des Gefahrenortes untersagt.“

Das explosive Material stammt vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg, wie Bürgermeisterin Ines Schiller gegenüber meinbezirk.at bestätigt. Seit mehreren Stunden sei ein Sondereinsatzkommando des Sprengstoffdienstes des Bundesheeres vor Ort, so die Stadtchefin. Erste Meldungen dazu erhielt Schiller in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Der Wasserspiegel des Sees ist aufgrund der Trockenheit auf einen historischen Tiefstand abgesunken. Zunächst seien dort „nur” einige kleinere „Sprengstoff-Kapseln” gefunden. Im Laufe der weiteren Suche sei dann eine größere Menge Sprengstoff zum Vorschein gekommen.
Die Sperre rund um den Nussensee könnte laut Bezirkshauptmann Alois Lanz mehrere Tage dauern, weil der gesamte See untersucht werden soll. Anschließend soll das gesamte Material entsorgt werden. „Der Entminungsdienst schaut, dass die Gefahr dann nicht mehr vorhanden ist“, so Lanz zum ORF. Die Relikte wurden demnach am Samstagabend von Besuchern entdeckt und bei der Polizei gemeldet.
Behörden rechnen mit weiterem Trockenfallen des Sees und noch mehr Sprengstoff-Funden
„Es wird erwartet, dass der Pegel – nachdem Niederschlag weiterhin ausbleibt – weiter sinkt, dann könnten womöglich weitere Relikte zum Vorschein kommen“, so Lanz weiter. Es sei bekannt, dass während des Zweiten Weltkriegs im Nussensee Kriegsmaterial versteckt worden sei, so die Bürgermeisterin. „Wenn der See aber normal gefüllt ist, dann kommt man ja beim Schwimmen nicht auf den Boden. Aber so ausgetrocknet wie derzeit habe ich den Nussensee noch nie erlebt.“ Viele Meter Wasser würden fehlen, es müsste etwa zwei Wochen durchregnen, bis sich der See wieder füllen würde.

Ein anderer See im Salzkammergut, der Toplitzsee, gilt immer wieder als mögliches Versteck des Bernsteinzimmers oder von Nazigold. Hier wurden Taucher aber bislang nicht fündig. Zuletzt machte die ehemalige Villa des vor den Nazis geflohenen Schriftstellers Stefan Zweig in Salzburg Schlagzeilen, die der jetzige Besitzer Wolfgang Porsche offenbar verkaufen lässt, nachdem die Stadt ihm einen privaten Zufahrtstunnel genehmigt hat. An der Grenze bei Salzburg wurden Tiroler Schützen mit Nazi-Gewehren gestoppt.