„Bin völlig überwältigt“: München feiert Olympia-Erfolg – und plant bereits nächste Schritte
Stand: 26.09.2026, 19:29 Uhr
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München setzt sich im Rennen für eine deutsche Olympiabewerbung durch. Im Alten Rathaus feierten Stadtpolitiker, Sportler und Co. den Sieg mit Jubel und Emotionen. Doch jetzt muss sich München international gegen die Konkurrenz behaupten.
MÜnchen – Kurz vor der Entscheidung gibt’s noch ein Küsschen für Dackel Waldi. Münchens Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) hält das Stofftier, das Maskottchen der Olympischen Spiele 1972, in den Armen, drückt es an sich und busselt es auf die Schnauze.
Jubel nach DOSB-Entscheidung: Münchens Politiker feiern den Olympia-Erfolg
Neben ihr stehen auf der Bühne im Alten Rathaus Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD), Innenstaatssekretär Sandro Kirchner und eine Olympische Fackel von 1972. Immer wieder wandern die Blicke ins Publikum. Dort stehen Stadträte, Sportler und Vertreter der Stadtgesellschaft mit Fähnchen, Bannern – oder sogar Popcorn in der Hand. Dann gehen die Blicke wieder auf die große Leinwand. Gleich wird dort verkündet, welche Bewerbung sich im Rennen um die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 durchsetzt: München oder Rhein-Ruhr?
Zum Public Viewing sind sie alle ins Alte Rathaus gekommen, um die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) live mitzuerleben. In Baden-Baden wird das Ergebnis bekannt gegeben. Für München ist es der Höhepunkt eines langen Anlaufs: Hinter der Bewerbung liegen ein erfolgreicher Bürgerentscheid und die Ausarbeitung des Konzepts. Über sieben Millionen Euro hat die Stadt bislang investiert. „Jeder hier weiß, dass wir gemeinsam stark waren, dass wir gemeinsam gerannt sind“, sagt Dietl auf der Bühne. Zuvor gibt sie zu: „Ich bin sehr aufgeregt, nach dem, was wir alles reingesteckt haben.“
Gegen 14.40 Uhr wird es ruhig im Saal. Die Gespräche verstummen, gebannte Blicke richten sich auf die Leinwand. In Baden-Baden wird es ernst: Doch dann geht es plötzlich schneller als gedacht: Noch bevor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Ergebnis vorlesen kann, blitzt es bereits aus dem Couvert – und die Kamera fängt es ein: München steht auf dem Zettel.

Dietl, Fuchs und Kirchner fallen sich in die Arme. Im Saal bricht Jubel aus. „München, München!“, hallt es durch den Saal. Jemand reckt eine Brezn in Form der Olympischen Ringe in die Höhe. „Ich bin völlig überwältigt“, ruft Dietl von der Bühne. Ein Traum sei in Erfüllung gegangen. „Es ist eine ganz große Erleichterung“, sagt Mona Fuchs.
„Jetzt geht es mit Vollgas weiter“: So will sich München gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen
Die erste Etappe ist geschafft – jetzt muss sich München gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen. „Jetzt geht es mit Vollgas weiter“, sagt Fuchs. Punkten will München international vor allem mit hoher Sicherheit, guter Infrastruktur und dem olympischen Erbe von 1972, so Fuchs. Rund die Hälfte aller Sportevents soll auf dem bestehenden Olympiagelände stattfinden.

Auch Manuel Pretzl von der CSU, Fraktionsvorsitzender der größten Oppositionspartei im Stadtrat, stimmt ein: „Das ist ein Gewinn für die ganze Stadt“, sagt er. Doch eines sei auch klar: Die Stadtpolitik müsse jetzt viele „Hausaufgaben“ machen. Die Sportstätten müssten weiter geplant und der öffentliche Nahverkehr noch besser werden.
Und: „Wir müssen das mit dem Olympischen Dorf hinkriegen“, sagt Prezl. Dieses soll im Nordosten entstehen und Platz für rund 16.000 Sportler bieten. Sollte München den internationalen Zuschlag bekommen, möglicherweise schon für 2036, muss die Planung schnell vorangehen. Ein Problem: Bislang stellten sich Grundstückseigner der anliegenden Flächen teils dagegen. Gespräche laufen, heißt es.
Bei vielen im Alten Rathaus ist die Stimmung da längst so, als hätte München Olympia schon sicher. Direkt im Anschluss zieht eine Gruppe, darunter Sportbürgermeisterin Verena Dietl, weiter zum Marienplatz. Dort steht ein drei Meter hoher Olympia-Waldi. Die Gruppe stellt sich um das überdimensionierte Maskottchen, Fähnchen werden geschwenkt. Und wer weiß: Vielleicht muss sich München in Zukunft tatsächlich Gedanken über ein neues Olympia-Maskottchen machen.