Bis zu 14 Euro pro Schachtel: Bundestag beschließt schrittweise Tabaksteuer-Erhöhung bis 2030
Bis zu 14 Euro pro Packung: Tabaksteuer steigt bis 2030 deutlich
Stand: 16.10.2026, 14:11 Uhr
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Wer täglich zur Schachtel greift, muss sich auf spürbare Mehrkosten einstellen. Bundestag und Bundesrat haben die Tabaksteuer-Reform beschlossen – bis 2030 steigen die Preise für Zigaretten, Tabak und Liquids drastisch.
Wer täglich zur Schachtel greift, muss sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Zigaretten werden in Deutschland teurer. Der Bundestag hat die Reform der Tabaksteuer am Donnerstagabend beschlossen, der Bundesrat hat am Freitag zugestimmt.
Die Packung wird fast 12 Euro kosten
Heute kostet eine 20er-Packung im Schnitt gut acht Euro. Im Jahr 2030 sollen es fast 12 Euro sein, so die Prognose des Bundesfinanzministeriums. Markenzigaretten könnten sogar bis zu 14 Euro kosten. Die Steuer steigt von 2027 bis 2030 schrittweise. Die höheren Abgaben landen am Ende bei den Kunden.
Auch Feinschnitt, Zigarren, Shisha-Tabak und Liquids für E-Zigaretten werden teurer. Bei Liquids steigt die Steuer von 38 Cent pro Milliliter im Jahr 2027 auf 44 Cent bis 2030. Wer eine Packung am Tag raucht, zahlt 2030 knapp vier Euro mehr pro Tag.
Milliarden für die Staatskasse
Die Regierung begründet die Reform mit der nötigen Haushaltskonsolidierung und dem Gesundheitsschutz. Rauchen ist krebserregend. Laut dpa sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 130.000 Menschen an tabakbedingten Krankheiten.
Der Bund rechnet in vier Jahren mit rund zwölf Milliarden Euro Mehreinnahmen:
- 2027: 1,5 Milliarden Euro
- 2030: 4,5 Milliarden Euro
Im vergangenen Jahr nahm der Bund 17,6 Milliarden Euro über die Tabaksteuer ein. Mediziner und Teile der Politik hoffen auf eine abschreckende Wirkung der Preiserhöhung.
Krebsforschung: Reform geht nicht weit genug
Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum lobt den Schritt: „Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.“ Ihr geht die Reform aber nicht weit genug. „Das Gesetz ist aber nicht ambitioniert genug, weil Alternativen zu Zigaretten auch künftig zu günstig sein werden und dadurch zum Umstieg statt zum Ausstieg motivieren.“ Als Beispiele nennt sie Feinschnitt und zigarettenähnliche Zigarillos. Der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner nennt die Reform „halbherzig“.
Zweifel an den Einnahmen
Die Tabakbranche und die Deutsche Zollgewerkschaft warnen, dass Raucher wegen des Preisanstiegs in illegale Kanäle abwandern könnten. Sie könnten sich in Hinterhöfen mit Zigaretten eindecken. Jan Mücke vom Branchenverband BVTE nennt die Pläne „Luftschlösser“ und ein Konjunkturprogramm für die organisierte Kriminalität.
Auch einige Unionspolitiker teilen diese Bedenken. Bei der Abstimmung im Bundestag stimmten zwei Abgeordnete der CDU/CSU gegen die Reform. Der CDU-Abgeordnete Carsten Brodesser hatte im Verfahren gewarnt: „Im Endeffekt erreicht man weder das gewünschte fiskalische Ergebnis noch die Stabilisierung des legalen Tabakmarktes.“