„Blechschüssel“ abgelehnt: Schlierseer Bauausschuss gegen Foodtruck im Kurpark

Stand: 29.09.2026, 07:00 Uhr

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Food Anhänger Kurpark Schliersee Foto tp

Manchen zu abgefahren: die Gestaltung des Foodtrucks am Musikpavillon im Kurpark. © THOMAS PLETTENBERG

Der Bauausschuss hat die dauerhafte Aufstellung eines Foodtrucks im Schlierseer Kurpark abgelehnt. Vor allem die Optik des Kiosk-Anhängers sorgte für Missfallen.

Schliersee – Ein „Ufo“ neben dem Musikpavillon? „Mit so einer Blechschüssel machen wir uns doch lächerlich“, ereiferte sich Michael Dürr (PWG), als es im Schlierseer Bauausschuss um die „Genehmigung zur dauerhaften Aufstellung eines Verkaufswagens zur gastronomischen Versorgung“ im Kurpark ging, neudeutsch also um einen Foodtruck. Und Dürr war mit seiner Kritik an der Gestaltung jenes Kiosks auf Rädern nicht allein. „Ich bin schockiert“, geißelte auch Hubert Strobl (CSU) das Gefährt in Form eines US-amerikanischen Wohnwagens, das bereits bei den Tennisplätzen geparkt sei. „Da ist ja jeder Camper schöner“, fand Strobl und legte dem Betreiber eine deutlich besser zum Kurpark passende Gestaltung nahe: eine kleine Almhütte.

Ganz so leicht könne man sich die Entscheidung aber nicht machen, hatte Bürgermeister Florian Reinthaler (CSU) zuvor betont. Fakt sei, dass der Betreiber die Fläche am Musikpavillon bereits seit 2008 gepachtet habe. Im Vertrag mit der Gemeinde sei festgelegt, dass er hier eine mobile Gastronomie mit Biertischgarnituren vorhalten darf. Bei einer Ortsbegehung habe man dann überlegt, ob es nicht besser wäre, den Wagen auf der spitz zulaufenden Fläche an der Ecke zur Vitalwelt aufzustellen. Dies habe man dann aber mit Blick auf mögliche Einschränkungen für das dort befindliche Medius-Fitnessstudio wieder verworfen.

Baurechtlich wohl kein Problem

Wie Michael Sollinger vom Bauamt ergänzte, liegt der Standort am Musikpavillon zwar knapp außerhalb der Einbeziehungssatzung mit dem Bootsverleih. Eine im Außenbereich nicht zulässige Entstehung einer „Splittersiedlung“ brauche man durch Aufstellung eines Foodtrucks aber wohl nicht befürchten, erklärte Sollinger. Diese Fragen prüfe aber das Landratsamt.

Jürgen Höltlschl (CSU) sah den Bauausschuss wie Reinthaler in der Verpflichtung, der Zusage aus der Vergangenheit nachzukommen. Obwohl ihm der Wagen ebenfalls nicht gefalle: „Auf das Wort der Gemeinde muss man sich schon noch verlassen können.“ Zumal genau dieser Foodtruck im Dezember 2025 zugelassen worden sei, erinnerte Reinthaler.

Dürr ließ sich den Passus aus dem Vertrag von Reinthaler nochmals vorlesen. „Da heißt es klar, dass es ein mobiles Angebot ist“, betonte er. „Und wir sollen es jetzt dauerhaft zulassen?“ Sollte der Beschluss so ausfallen, behalte er sich eine rechtsaufsichtliche Prüfung vor.

Harsche Kritik an Optik von Foodtruck

Ein Schritt, den sich Dürr am Ende sparen konnte. Mit einem Abstimmungsergebnis von 2:4 lehnten die Bauausschussmitglieder den Foodtruck, den zuvor auch Babette Wehrmann (Grüne) als „extrem scheußlich“ bezeichnet hatte, in der vorgelegten Form am Ende ab.

Vorerst obsolet war damit der Appell von Christoph Stöger (Die Schlierseer), die Betreiber um den Einsatz von Mehrweggeschirr zu bitten. „Sonst haben wir ein noch größeres Müllproblem im Kurpark.“