Schalke erkämpft Remis: Blutiger Zusammenprall bei Nullnummer in Köln
Schalke erkämpft Remis Blutiger Zusammenprall bei Nullnummer in Köln
Stand: 24.10.2026 • 19:44 Uhr
Keine Tore im Traditionsduell der West-Klubs: Der 1. FC Köln und Schalke 04 haben sich in einer heiß umkämpften, aber wenig unterhaltsamen Partie am Samstagnachmittag remis getrennt. Für Aufregung sorgte ein heftiger Zusammenprall, nach dem zwei Schalker angeschlagen ausgewechselt werden mussten.
Von Markus Kramer
Am 7. Bundesliga-Spieltag hielt damit die starke Heimserie der Kölner, die bislang zuhause noch keine Niederlage hinnehmen mussten. Wirklich zufrieden dürfte das Team von Trainer René Wagner angesichts der mauen Offensivleistung aber nicht sein. Schalke verdiente sich nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge immerhin einen Auswärtspunkt.
In einer zerfahrenen, fußballerisch schwachen Partie sorgte ein Zusammenprall für einen Negativ-Höhepunkt. Schalkes Soufiane El-Faouzi und Robin Gosens rasselten in einem Kopfballduell heftig zusammen und gingen stark blutend zu Boden (38. Spielminute). Beide mussten nach langer Behandlung ausgewechselt werden.
Soufiane El Faouzi und Robin Gosens (r.) müssen behandelt werden
Muslic ist stolz, El Mala ärgert sich
"Ich bin sehr zufrieden und stolz", sagte Schalkes Trainer Miron Muslic. "Wir hatten diesen Schockmoment mit El-Faouzi und Gosens, da brechen dir mit einer Aktion zwei Spieler weg. Das hat uns aber nicht gebrochen, hat uns noch enger zusammengeschweißt. Der Punkt geht aus unserer Sicht komplett in Ordnung."
Bei Kölns Said El Mala war die Stimmung nach dem Spiel deutlich schlechter. "Es tut gerade noch weh, weil wir meiner Meinung nach die bessere Mannschaft waren", sagte Kölns erneut auffälligster Offensivspieler: "Wir hatten mehr Spielanteile und mehr Chancen. Jetzt stehen wir hier wieder und ärgern uns."
Wenig Spielfluss, viele Zweikämpfe
Von Beginn an hatte sich eines dieser Spiele entwickelt, das nicht durch die hohe Anzahl an Torraumszenen interessant war, sondern von der totalen Leidenschaft und Hingabe beider Mannschaften lebte. In den Zweikämpfen ging es zur Sache, die Spieler nahmen bei gelungenen Aktionen das Publikum mit und bei Fouls wurde direkt hochemotional diskutiert.
Die Schalker zeigten sich dabei im Vergleich zur Heimniederlage gegen Mainz (0:1) deutlich verbessert. Insbesondere in der Anfangsphase zahlte sich das intensive Pressing aus, sodass die ersten gelungenen Szenen den Königsblauen gehörten - eine gute Chance sprang dabei für El-Faouzi heraus (5.). Doch auch Köln zeigte unbedingten Siegeswillen und kämpfte sich ins Spiel.
Einen ersten Abschluss von El Mala konnte Gäste-Torwart Loris Karius nur abprallen lassen, im Nachsetzen war Isak Johannesson zur Stelle und traf, stand dabei aber im Abseits (16.). Eine gute Viertelstunde später war es erneut El Mala, der sich robust gegen Gosens durchsetzte und rechts im Strafraum volley das Tor deutlich verfehlte. Wenn in dieser Phase ein Team gefährlich wurde, war es Köln. Insgesamt prägten aber hart geführte Zweikämpfe die Partie, immer wieder mussten Spieler behandelt werden.
Doppelter Knockout: El Faouzi und Gosens müssen raus
Die längste Unterbrechung verursachte allerdings ein unglücklicher Zusammenprall zweier Mitspieler: El Mala schubste Gegenspieler El-Faouzi leicht, der bei einem hohen Ball heftig mit Robin Gosens kollidierte. Beide Schalker gingen mit blutenden Wunden zu Boden und mussten minutenlang behandelt werden, konnten dann aber gehend den Platz verlassen. Besonders Gosens wirkte dabei benommen.
Muslic musste so früh doppelt wechseln, ein Eingriff, der der Mannschaft nicht guttat. Köln blieb auf dem Gaspedal und spielte sich kurz vor dem verspäteten Pausenpfiff die beste Chance heraus: Linton Maina eroberte nach einer Schalker Ungenauigkeit im Aufbauspiel den Ball und machte sich über links auf und davon. Seine Hereingabe geriet aber etwas zu hoch, sodass El Mala im Zentrum nur das Knie an den Ball brachte und so das Tor verfehlte.
Wieder startet Schalke besser
Offenbar fand Muslic in der Pause die richtigen Worte, denn im zweiten Durchgang waren es erneut die Schalker, die besser starteten und Torannäherungen verzeichneten. Die Gäste kamen jetzt auch zu mehr Ballbesitz, was auch dem Stadion spürbar die Energie nahm: Die Unterstützung der Kölner Fans wurde weniger vehement.
Immer wieder hart geführte Zweikämpfe: Schalkes Adamu (l.) gegen Kölns Lochoshvili
Generell verlor die Partie in der zweiten Hälfte etwas an Fahrt. Offensiv blieb es auf beiden Seiten Stückwerk, sodass Torchancen noch seltener wurden als vor dem Seitenwechsel. Junior Dina-Ebimbes Abschluss wurde noch geblockt (70.), auf der anderen Seite sorgte die Doppelchance von Marius Bülter und FC-Joker Luca Waldschmidt mal für Torgefahr (74.) - der erneut aufmerksame Karius war aber zur Stelle.
Nächster Halt DFB-Pokal: Köln gegen Union, Schalke in Dresden
Auch in der Schlussphase blieb es dabei: Die Defensiven hielten stand, nach vorne ging auf beiden Seiten extrem wenig. Das leistungsgerechte Remis war die logische Folge. Weiter geht's für beide Mannschaften im DFB-Pokal: Köln empfängt schon am Dienstag Union Berlin (20.45 Uhr), Schalke spielt am Mittwoch in Dresden (18 Uhr).
Unsere Quellen:
- Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 am 24.10.2026
- Spieldaten von Sportec Solutions
Sendung: WDR.de, Audiostream: 1. FC Köln gegen Schalke 04, 24.10.2026, 15:30 Uhr