Bolam und Sommerfeld spielen Brüder in „Something Rotten!" – und auch privat stimmt die Chemie
Stand: 26.07.2026, 13:00 Uhr
Kommentare

Christopher Bolam und Benjamin Sommerfeld sind die Bottom-Brüder im Musical „Something Rotten!" in Bad Hersfeld. Und auch privat stimmt die Chemie zwischen den beiden Schauspielern.
Bad Hersfeld – Auf der Bühne spielen sie Brüder, doch auch im wirklichen Leben könnte man meinen, dass die beiden miteinander verwandt sind: Dabei wurde Christopher Bolam in der kleinen nordenglischen Stadt Stockton on Tees geboren. Die Wiege von Benjamin Sommerfeld stand indes in Magdeburg an der Elbe. In diesem Sommer sind die beiden die dichtenden Bottom-Brüder Nick und Nigel im Musical „Something Rotten!“, die versuchen, sich gegen den übermächtigen William Shakespeare auf der Theaterbühne durchzusetzen.
„Die Chemie zwischen uns beiden hat von Anfang an gestimmt, wir haben einen ähnlichen Hintergrund, kommen aus glücklichen Familien und gehen offen durch die Welt, vielleicht verbindet uns das“, sagt Benjamin Sommerfeld, der in den vergangenen beiden Jahren schon als fürsorglicher Freund Al in „A Chorus Line“ gespielt hat. „Mein Weg zum Musical war nicht steinig, aber er hat Energie gekostet", erzählt Benjamin Sommerfeld. Eigentlich wollte er Stadtplanung studieren, doch für seine Familie und die Freunde war es immer klar, dass er mit seiner Freude an Gesang und Tanz auf die Bühne gehört. Er schrieb sich deshalb 2011 an der Universität der Künste in Berlin im Fach Musical und Show ein und absolvierte sein Studium mit Auszeichnung. Seither stand Benjamin Sommerfeld in vielen Rollen auf vielen Bühnen.
Christopher Bolam hat schon als Elfjähriger im Musical „Oliver“ auf der Bühne gestanden. Seine Mutter, eine Krankenschwester, die zugleich eine begeisterte Laienschauspielerin ist, hat sein Interesse für die Bühne früh geweckt. Nach dem Umzug der Familie nach London folgten weitere Engagements, bevor er eine Ausbildung in Gesang, Tanz und Schauspiel an der Hammond School in Chester absolvierte.
Obwohl er als Kind in der Schule ein Jahr Deutschunterricht hatte, musste er bei seinem ersten Engagement in Köln im Musical „We will Rock You“ seine Rolle phonetisch lernen. Später trifft er seinen Lebenspartner Michael Heller und sie sprechen daheim nur Deutsch. Inzwischen muss man schon sehr genau hinhören, um noch einen leichten Akzent zu entdecken.
Beide Darsteller verfügen über das seltene Talent des „Triple Threat“, was in der Musical-Branche bedeutet, dass sie gleichermaßen gut singen, tanzen und schauspielern können. „Ich habe an allen drei Disziplinen total viel Spaß“, sagt Benjamin Sommerfeld. „Ich bin sehr glücklich, denn es nimmt den Druck, wenn man nicht auf ein Genre festgelegt ist“, bestätigt auch Christopher Bolam. So wird er nach dem Engagement in Bad Hersfeld in einem Tanzensemble arbeiten.
„Wir leben aber alle mit dem Druck, den nächsten Job nicht zu bekommen“, sagt er. Weil es weniger männliche als weibliche Musical-Darsteller gibt, sei es für Männer etwas leichter, engagiert zu werden, erzählen die beiden. „Zur Realität gehört aber auch, dass wir alle das Arbeitsamt auf der Schnellwahltaste haben“, erzählt Benjamin Sommerfeld von der Schattenseite des Lebens im Rampenlicht. Denn wenn man kein Engagement hat, muss man sich arbeitslos melden, um weiter versichert zu sein.
Wie die meisten Künstler haben deshalb auch Christopher Bolam und Benjamin Sommerfeld immer mehrere Eisen im Feuer. Gemeinsam mit seinem Partner Michael Heller produziert Christopher Bolam eigene Programme für die legendäre „Bar jeder Vernunft“ in Berlin und steht dort zuweilen auch selbst auf der Bühne, zum Beispiel mit der Musik des großen Frankie Valli, des Leadsängers der Four Seasons. „Das ist längst Kult geworden, Leute aus ganz Europa kommen, um die Show zu sehen.“ Zudem arbeiten beide an einer Duo-Show über die Liebe. „Mit Jazz-Standards und Cole-Porter-Nummern begeben wir uns auf eine Reise durch die Phasen der Liebe“, erzählt Christopher Bolam.
Benjamin Sommerfeld wird im Herbst in Leipzig in dem Musical „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Thomas Zaufke und Henry Mason auf der Bühne sein, das die wechselvolle Geschichte einer jüdischen Familie erzählt. Bis dahin genießen die beiden den Sommer fernab der hektischen Großstädte in Bad Hersfeld. „Die Kollegen sind wie eine neue Familie. Meine Summer-Family, es ist zwar kein Urlaub, aber trotzdem schön“, sagt Christopher Bolam. Und Benjamin Sommerfeld schwärmt von der „Idylle in einem schönen Summercamp“. Auch in diesem Punkt sind sich die beiden Bühnen-Brüder einig.