SBB-Strecke Lausanne–Yverdon blockiert: Sabotage mögliche Ursache
Publiziert9. Oktober 2026, 14:11
BahnverkehrBrand legt SBB-Strecke lahm – Polizei ermittelt wegen Sabotage
Seit dem frühen Morgen ist die Strecke Lausanne–Yverdon zwischen Cossonay-Penthalaz und Chavornay wegen eines Brandes blockiert. Die Kantonspolizei geht von einer «vorsätzlichen Tat» aus.


Wegen «Vandalismus» fahren seit Freitagmorgen auf der Strecke Lausanne–Yverdon zwischen Cossonay-Penthalaz und Chavornay keine Züge. Gegen 3.15 Uhr fiel infolge eines Feuers ein Stellwerk aus, wie die SBB mitteilen. Die Störung dürfte mindestens bis Betriebsschluss andauern. Ersatzbusse wurden eingesetzt, doch deren Kapazität scheint laut eines News-Scouts «sehr begrenzt» angesichts des Andrangs.
Grosser Andrang am Bahnhof
Die Linien IC5, IC51, R1 und R2 sind betroffen, es ist mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen. In Yverdon-les-Bains mussten zahlreiche Reisende auf einen Ersatzbus warten.
«Es waren zwischen 200 und 300 Personen am Bahnhof Yverdon. Alle waren angespannt.»
Ein News-Scout, der um sechs Uhr am Bahnhof ankam, um nach Vevey zu gelangen, schildert am Telefon einen schwierigen Morgen. «Es waren zwischen 200 und 300 Personen am Bahnhof», erzählt er. Die ersten Fahrzeuge waren für 6.40 Uhr angekündigt. «Zwei Busse kamen um 7.05 Uhr an, und ich konnte aber erst um 7.30 Uhr in einen einsteigen. Wir waren viel zu viele», fährt er fort. Zwischen sechs und sieben Uhr wuchs der Unmut unter den Reisenden.
Die SBB tun «ihr Bestes»
Gemäss der SBB beschädigte der Brand Kabel, die für die Übertragung von Sicherheitsinformationen zuständig sind. Die Arbeiten konnten jedoch erst gegen 10 Uhr beginnen, erklärt Sprecher Jean-Philippe Schmid: Die Polizei hatte zuvor den Perimeter abgeriegelt, um ihre Ermittlungen durchzuführen. «Wir schliessen eine interne, technische Ursache aus», präzisiert er. Eine Untersuchung ist im Gang. «Wir versuchen, unser Bestes zu tun», versichert der Sprecher weiter. Und fügt hinzu: «Wir entschuldigen uns bei allen Reisenden.»
«Zum Bersten voll»
Der Pendler ärgert sich über das Fehlen von SBB-Personal vor Ort. «Auf einer so stark genutzten Linie waren alle angespannt.» Er stieg schliesslich in einen Bus Richtung Cossonay ein, der «zum Bersten voll» war. «Wenn man weiss, dass das Problem seit drei Uhr morgens bekannt ist, ist das einfach nicht zu fassen.»
Ersatzbusse
Ersatzbusse verkehren zwischen Cossonay-Penthalaz und Chavornay. Reisende zwischen Yverdon-les-Bains und Lausanne werden gebeten, den Weg über Payerne zu nehmen.
Für Verbindungen zwischen Genf-Flughafen, Genf, Morges oder Lausanne und Biel oder Solothurn empfehlen die SBB, über Bern zu reisen.
Reisende mit Ziel Olten, Aarau, Basel, Zürich oder St. Gallen müssen ebenfalls über Bern fahren. Um von der Genferseeregion nach Neuenburg zu gelangen, führt die empfohlene Route über Freiburg.
Vorsätzliche Tat steht im Vordergrund
«Gemäss den ersten Feststellungen vor Ort scheint eine vorsätzliche Tat der Auslöser dieses Ereignisses zu sein», teilt die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung mit. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet, um die genauen Umstände des Brands zu klären und dessen mögliche Täterschaft zu identifizieren. Die Ermittlungen wurden der Waadtländer Sicherheitspolizei übertragen.
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Adrien Iseli
Adrien Iseli (adi) ist seit Januar 2007 Journalist bei 20 minutes. Als Mitglied der Steuerungsgruppe verwaltet er die Homepage von 20 minutes.
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