Brandserie in Zeven: Polizei hat noch keinen konkreten Tatverdächtigen

Stand: 07.10.2026, 14:00 Uhr

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Erschreckendes Bild am Zevener Kastanienweg: Von den Autos und vom Carport ist kaum noch was zu erkennen. Das Feuer hat alles zerstört.

Erschreckendes Bild am Zevener Kastanienweg: Von den Autos und vom Carport ist kaum noch was zu erkennen. Das Feuer hat alles zerstört. © Katrin Harder-von Fintel

Nach drei Bränden mit zwei Schwerverletzten und Millionenschaden sucht die Polizei weiter nach Hinweisen. Sie hat dafür ihre Präsenz im betroffenen Wohngebiet verstärkt.

Zeven – Die Polizei sucht weiter dringend nach Hinweisen aus der Bevölkerung zur Brandserie vom Wochenende in Zeven mit zwei Schwerverletzten und einem Millionenschaden an Fahrzeugen und Häusern. Es gebe zwar intensive Ermittlungsansätze, ein konkreter Tatverdacht gegen überprüfte Personen habe aber bislang nicht erhärtet werden können, heißt es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die Polizei hat wegen dreier Brände ihre Präsenz in Zeven verstärkt, um so weitere Taten zu verhindern und den Anwohnern mehr Sicherheit zu geben. Am Dienstag hatten uniformierte Kräfte der Bereitschaftspolizei im betroffenen Wohngebiet rund um den Kastanienweg Informationsblätter verteilt und mit den Anwohnern gesprochen. Die Blätter informierten über ein Hinweisportal und ein Hinweistelefon unter 04281/9592117. Am Mittwoch setzten die Polizisten die Aktion in einem größeren Bereich rund um die Brandorte fort.

Großbrand am Zevener Kastanienweg: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden hier elf Autos und Häuser zerstört, außerdem sind bei dem Brand Menschen schwer verletzt worden.

Großbrand am Zevener Kastanienweg: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden hier elf Autos und Häuser zerstört, außerdem sind bei dem Brand Menschen schwer verletzt worden. © Saskia Harscher

Besonders dramatisch verlief der Brand am Kastanienweg in der Nacht zum Sonntag. Dort gingen vor einer Reihenhausanlage elf Autos in Flammen auf. Das Feuer griff auf zwei Wohnhäuser über. Eine 62-jährige Frau und ein 60-jähriger Mann retteten sich durch einen Sprung ins Freie und erlitten schwere Verletzungen. Zudem wurde eine Feuerwehrkraft bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Die betroffenen Häuser sind derzeit nicht bewohnbar. Die beiden schwer verletzten Menschen sind weiterhin in medizinischer Behandlung und auf dem Weg der Besserung, heißt es.

Zevens Polizeichefin Andrea Schürmann sieht zwischen den Bränden einen Zusammenhang. Die Ermittlungen richten sich gegen verschiedene Personen. Zudem steht ein 24-Jähriger aus der Samtgemeinde erneut im Fokus. Gegen ihn wird bereits seit einer Brandserie im Februar im Zevener Stadtgebiet ermittelt. Die Staatsanwaltschaft führt das Verfahren weiter.

Schwere Brandstiftung

Die Serie begann in der Nacht zum Samstag mit einem brennenden Porsche auf einem Parkplatz. Der Schaden wurde auf rund 150.000 Euro geschätzt. In der Nacht zum Montag brannten zudem auf einem Firmengelände an der Kivinanstraße sechs Wohnmobile. Die Flammen griffen auch dort auf ein Wohnhaus über. Eine 89-jährige Bewohnerin konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden liegt nach Polizeiangaben hier bei rund 650.000 Euro, am Kastanienweg bei rund 750.000 Euro.

Weil die Brände jeweils an Fahrzeugen gelegt wurden und Menschen gefährdeten, gehen die Ermittler von schweren Brandstiftungen aus. Für entsprechende Taten sieht das Strafgesetzbuch Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren vor.

Zur Unterstützung der Ermittlungen hat die Polizei ein digitales Hinweisportal auf nds.hinweisportal.de/braendeinzeven eingerichtet. Dort können Bürger Fotos, Videos oder weitere Dateien hochladen, die Hinweise auf verdächtige Beobachtungen oder das Brandgeschehen liefern könnten. Gleichzeitig appelliert die Polizei an Schaulustige, Absperrungen zu beachten und Betroffene nicht durch Foto- oder Filmaufnahmen zusätzlich zu belasten: „Bitte beachtet zudem die polizeilichen Absperrungen und behindert keine Einsatz- oder Ermittlungsmaßnahmen. Habt Empathie und Mitgefühl für die Menschen, denen in den vergangenen Tagen etwas wirklich Schlimmes widerfahren ist.“ Für das unerlaubte Betreten beschlagnahmter Brandorte kündigt die Polizei rechtliche Verfahren an.

Unterdessen wächst in der Stadt die Verunsicherung. Nach Angaben der Polizei haben viele Einwohner Angst vor weiteren Bränden. Anhaltspunkte, dass die möglichen Täter auch über Zeven hinaus agieren, gibt es bislang keine.

Dieses Flugblatt verteilt die Polizei.

Dieses Flugblatt verteilt die Polizei in Zeven. © Polizei Rotenburg