Wahlgericht: Präsident Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien
Rund 159 Millionen Brasilianer waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Erste Ergebnisse der Präsidentenwahl deuten auf einen Sieg des amtierenden Präsidenten Lula da Silva hin.
26.10.2026, 01.32 Uhr
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Aktualisiert
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva traf am Sonntagmorgen in Sao Paolo ein.
Wagner Vilas / Imago
(dpa) Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat nach vorläufigen Zahlen die Stichwahl gegen seinen rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro gewonnen und sich damit eine weitere Amtszeit gesichert. Der 80-Jährige lag nach Auszählung fast aller Stimmen mit 51,75 Prozent zu 48,25 Prozent uneinholbar vorn, wie das Oberste Wahlgericht mitteilte.
Rund 159 Millionen Brasilianer waren in dem grössten Land Lateinamerikas aufgerufen, zwischen dem linken Amtsinhaber Lula und dem rechten Senator Bolsonaro zu entscheiden. Nach einem engen Wahlkampf wird mit ersten vorläufigen Ergebnissen in der Nacht auf Montag gerechnet.
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Das Rennen zwischen den beiden Politikern galt als äusserst knapp. In Umfragen vor der Wahl lagen sie nahezu gleichauf. In der ersten Wahlrunde hatte Flávio Bolsonaro mit rund 47 Prozent der gültigen Stimmen vor Lula mit 45 Prozent gelegen.
Der 80-jährige Lula von der linken Arbeiterpartei PT bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Er setzt auf Sozialprogramme, staatliche Investitionen und die Fortsetzung seines Regierungskurses. Flávio Bolsonaro von der rechten Liberalen Partei (PL) wirbt mit konservativen Positionen und einem härteren Vorgehen gegen Kriminalität.
Gericht verlängert Wahlzeit landesweit
Der Richter Cristiano Zanin vom Obersten Gerichtshof (STF) hatte die Stimmabgabe wegen gemeldeter Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr mit Auswirkungen auf die Wähler um zwei Stunden bis 19.00 Uhr Ortszeit verlängert. Die Anordnung galt landesweit. Die bereits begonnene Auszählung wurde nach der Entscheidung zunächst unterbrochen.
Das Wahlbündnis von Lula hatte die Verlängerung beantragt und auf Schwierigkeiten mit Busverbindungen und öffentlichen Verkehrsmitteln in mehreren Bundesstaaten verwiesen. Auch das Wahlkampfteam von Flávio Bolsonaro forderte mehr Zeit für die Stimmabgabe in Teilen von Minas Gerais und Rio Grande do Sul, wo heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle den Wahlablauf beeinträchtigt haben sollen.
Für Aufsehen sorgte zudem ein Streit um den öffentlichen Nahverkehr in Salvador im Bundesstaat Bahia. Dort durften laut dem Nachrichtenportal «G1» mindestens 75 Busse zunächst ihre Depots nicht verlassen. Das regionale Wahlgericht ordnete die Festnahme des städtischen Mobilitätssekretärs Pablo Souza wegen eines mutmasslichen Wahlvergehens an. Die Stadtverwaltung erklärte, es habe Streit um Aufkleber mit der Nummer von Lulas Arbeiterpartei PT auf den Bussen gegeben.
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