Brennan lässt Pedersen und Pogacar im Sprint hinter sich | radsport-news.com

Slowene verteidigt Vuelta-Gesamtführung

Von Marc Zeiringer und Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "Brennan lässt Pedersen und Pogacar im Sprint hinter sich"
Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) gewintn die 2. Etappe der Vuelta a España. | Foto: Cor Vos

23.08.2026  |  (rsn) - Matthew Brennan (Visma - Lease a Bike) hat in überlegener Manier seinen ersten Grand-Tour-Etappensieg bei der 2. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) eingefahren. Nach 202 Kilometern setzte er sich nach einem ansteigenden Finale im Sprint deutlich vor Pau Miquel (Bahrain Victorious) und dem Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) durch. Mit den vier Bonussekunden konnte der Slowene seine Führung in der Gesamtwertung ausbauen. Dabei profitierte er von einem Fehler von Mads Pedersen (Lidl - Trek), der zu früh aufhörte zu sprinten und noch von Miquel und Pogacar überholt wurde.

Im ansteigenden Finale attackierte Brennans Teamkollege Wout van Aert mit Pogacar am Hinterrad, das Duo wurde aber wieder gestellt und der Weg wurde frei für Brennan.

"Es hat alles mit dem Ziel begonnen, dass Wout das Rote Trikot angreifen wollte", sagte der 21-Jährige im Sieger-Interview. "Wir haben gewusst, dass es eine gute Möglichkeit im Finale gibt, zu attackieren, und Wout war sehr begeistert von dieser Idee. Wir hatten diesen Plan und ich habe mich im Hintergrund aufgehalten und mich auf den Sprint vorbereitet, falls sie vorne nicht durchziehen sollten. Genauso ist es dann passiert. Sie haben aufgehört zu treten und Christophe (Laporte) hat eine tolle Arbeit gemacht, mich durch dieses Chaos durchzuleiten. Ich bin sehr zufrieden, es dann so abschließen zu können."

Van Aert war seinerseits mit dem Ausgang zufrieden, zudem konnte er sich am Zwischensprint Punkte und vier Bonussekunden für die Gesamtwertung sichern. "Ich würde sagen, es lief wie geplant", sagte der Belgier gegenüber Eurosport. "Es war mein Plan, dort zu attackieren, aber ich hatte auf der Kuppe einen zu geringen Vorsprung auf Pogacar und habe deshalb etwas nachgelassen. Ich wusste, dass Matthew (Brennan) da ist, um so einen fantastischen Sprint zu zeigen. Es ist am Ende richtig gut ausgegangen für uns. Ich bin sehr stolz auf die Jungs heute."

In der Gesamtwertung baute Pogacar seinen Vorsprung aus, liegt nun neun Sekunden vor van Aert und zehn vor Brennan. Ethan Hayter (Soudal - Quick-Step) war Teil der Gruppe des Tages und schaffte es noch in Führung liegend zum Zwischensprint, der ihm sechs Bonussekunden einbrachte. Im Finish verlor er aber den Anschluss und wurde mit 31 Sekunden Rückstand gewertet. "Ich hatte fast einen Sturz und eine kleine Lücke am Ende", sagte Hayter am Eurosport-Mikrofon. "Es war ein hartes Finale für jemanden, der in der Spitzengruppe war. Ich hatte nicht die Beine, um mich zu positionieren und konnte mich nicht weiter nach vorne arbeiten, als ich am Ende war. Das ist sehr schade, aber es war schön, es zu versuchen."

Zu den Verlierern des Tages zählten auch Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) und Joao Almeida (UAE - Emirates - XRG), die mit 18 Sekunden Rückstand auf den Sieger gewertet wurden und damit auch Zeit auf direkte Konkurrenten wie Enric Mas (Movistar), Oscar Onley (Netcompany - Ineos), der starker Neunter wurde, oder Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) verloren.

Pogacar führt auch die Punktwertung weiter an. Mit 42 Punkten liegt er fünf Punkte vor van Aert und zwölf vor Brennan. Das Bergtrikot streift sich Koen Bouwman (Jayco - AlUla) über, der beide Bergwertungen des Tages gewinnen konnte. Bester Nachwuchsfahrer ist Brennan, der das Trikot von Joshua Darling (Netcompany - Ineos) übernimmt. UAE bleibt in der Mannschaftswertung vorne.

Die 3. Etappe bringt das Feld näher in Richtung Spanien - und die erste Bergankunft der Rundfahrt steht an. Nach Fort Romeu geht es für die Fahrer vom Meer in Gruissan auf fast 2000 Meter nach oben. Die beiden Anstiege im Finale sind allerdings nicht sonderlich steil.

So lief die 2. Etappe der Vuelta

Sofort nach dem scharfen Start der Etappe konnten sich zwei Fahrer vom Feld absetzen. Koen Bouwman (Jayco – AlUla) und Diego Uriarte (Equipo Kern Pharma) schafften es in die Spitzengruppe des Tages. Einige Kilometer später bekamen sie noch Gesellschaft vom Zweitplatzierten des Auftaktzeitfahrens, Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step), und Sinuhe Fernandez (Burgos – Burpellet BH).

Bouwman gewann sowohl die erste Bergwertung am Alto Chateauneuf-Grasse (3. Kat.) als auch am Col de Saint Andrieu (3. Kat) und sammelte damit jeweils drei Punkte, um als Erster bei dieser Spanien-Rundfahrt ins Bergtrikot zu schlüpfen. Der maximale Vorsprung betrug etwa zweieinhalb Minuten, schrumpfte bis zur Rennhalbzeit durch die Tempoarbeit von Visma – Lease a Bike und Lidl – Trek allerdings auf eine Minute.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter

Auf dem Weg zur Sprintwertung in Greoux-les-Baines, an der auch für die ersten drei Fahrer Bonussekunden vergeben wurden, blieb der Abstand des Führungsquartetts auf das Feld zunächst konstant bei einer Minute. Etwa 30 Kilometer vor der Sprintwertung zog das Peloton, angeführt von Steven Kruijsweijk (Visma – Lease a Bike) das Tempo weiter an, holte an einer nicht kategorisierten Steigung 20 Kilometer vor Greoux-les-Baines Bouwman ein und zehn Kilometer später auch Fernandez und Uriarte.

Hayter war somit auf sich allein gestellt, hielt einen Abstand von 20-30 Sekunden bis zur Sprintwertung konstant. Damit sammelte der Brite 20 Punkte und sechs Bonussekunden und konnte bereits mit dem Roten Trikot liebäugeln. Deshalb nahm er kurz nach der Sprintwertung das Tempo heraus und ließ sich zurückfallen, um Kräfte für das Finale zu sparen.

Etwa 15 Kilometer vor dem Ende begannen die Positionskämpfe für das Finale. Zehn Kilometer später wurde es richtig schnell und Visma – Lease a Bike zeigte sich bereits hier prominent mit drei Fahrern an der Spitze. 1,5 Kilometer vor Ziel war es dann zunächst Van Aert, der es mit einer Attacke versuchte. Pogacar fuhr an seinem Hinterrad mit, doch das Peloton holte das Duo etwa 900 Meter vor Schluss wieder ein. Dann war es Finn Fisher-Black (Red Bull - Bora - hansgrohe), der den Sprint als Erster anzog. Brennan folgte sofort und fuhr ganz locker am Neuseeländer vorbei. Pedersen sah lange wie der Zweitplatzierte aus, musste sich dann aber noch Miquel und Pogacar auf der Ziellinie geschlagen geben.

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