Brickboy im Test: So wird aus Lego ein echter Game Boy - Golem.de

Lego hat einen Game Boy, auf dem man nicht spielen kann. Ein Schweizer Start-up liefert nun die Technik. Wir zeigen, wie gut der Umbau funktioniert.

Der Brickboy funktioniert mit den meisten Game-Boy-ROMs. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Der Brickboy funktioniert mit den meisten Game-Boy-ROMs. Bild: Oliver Nickel/Golem
Inhalt
  1. Brickboy im Test: So wird aus Lego ein echter Game Boy
  2. Magnete sind nicht immer präzise
  3. Spiele von Game Boy und Game Boy Advance nutzen

Seit einigen Jahren macht Lego viel Geld mit der Nostalgie für frühe Videospielsysteme. Sets wie das Nintendo Entertainment System 71374 oder der Sega Megadrive 40926 richten sich klar an Erwachsene, die mit diesen Spielekonsolen der 80er und 90er aufgewachsen sind. Viele von ihnen haben als Kinder auch mit Lego gespielt. Es wundert daher nicht, dass der dänische Hersteller diesen Markt mit einem Nachbau der Playstation 1 weiter ausbaut.

Die Sets stellen ihre Vorbilder aus Legosteinen nach. Allerdings haben sie ein großes Problem: Es sind eben nur Attrappen ohne echte Spielfunktion. Das ist besonders schade beim Lego Game Boy 72046(öffnet im neuen Fenster), der sogar drückbare Buttons und Steuerkreuz imitiert und mit verschiedenen Wackelbildeinlagen ikonische Spiele wie Super Mario Land und Zelda Links Awakening nachstellt.

Wie cool wäre es, wenn wir darauf unsere Lieblingsspiele der Kindheit erneut erleben könnten! Tatsächlich hat sich das ein kleines Schweizer Start-up namens Substack Labs ebenfalls gedacht. Der Brickboy verwandelt den Lego Game Boy in eine funktionsfähige Spielekonsole zum Mitnehmen. Doch wie funktioniert das überhaupt? Wir konnten uns das Projekt, das auf Kickstarter mehr als eine Million Euro(öffnet im neuen Fenster) einnehmen konnte, näher anschauen. Kostenpunkt: 170 Euro.

Game Boy eines der besseren Legosets

Beim Brickboy handelt es sich um ein Umwandlungs-Kit. Es setzt also voraus, dass wir schon ein Exemplar des Lego Game Boy besitzen und ihn zusammenbauen. Übrigens ist das Set eines der besten bei Lego. Nicht nur lassen sich die Knöpfe und das Steuerkreuz eindrücken, mit Einlegschablonen zeigt das Display auch eine Szene aus Game-Boy-Zeiten.

Unser Favorit ist natürlich das Nintendo-Logo, das nach dem Einschalten auf dem Schulhof von oben nach unten wanderte und unsere Vorfreude auf das nächste Pokémon-Match entfachte. Dazu kommen viele bedruckte Steine, auch wenn die Motive der einsteckbaren Spielekassetten weiterhin durch Sticker gelöst werden.

Vor allem die funktionalen Bedienelemente sind für die Macher des Brickboy eine gute Vorlage. A, B und D-Pad lassen sich bereits wie beim Original eindrücken. Der Mechanismus wird unter anderem über ein weißes Gummiband unterhalb der Knöpfe und eine zwischen mehreren Steinen verbaute weiche Gummikappe umgesetzt.

Knopfdruck über Magnete gelöst

Doch wie können Kunststoffteile elektrische Signale umsetzen und so Eingaben an den zentralen Mikrocontroller übermitteln? Die Lösung von Substance Labs ist clever. Das Steuerkreuz und die vier Knöpfe A, B, Select und Start sind mit starken Neodym-Magneten ausgestattet.

Das Brickboy-Menü bietet diverse Optionen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 1/29: Das Brickboy-Menü bietet diverse Optionen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Vor der Nutzung kalibrieren wir die Buttons. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 2/29: Vor der Nutzung kalibrieren wir die Buttons. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Über das Schnellmenü können wir zusätzliche Buttons erreichen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 3/29: Über das Schnellmenü können wir zusätzliche Buttons erreichen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Im Webinterface können wir den Brickboy steuern. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 4/29: Im Webinterface können wir den Brickboy steuern. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Hier lassen sich auch ROMs und Dateien übertragen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 5/29: Hier lassen sich auch ROMs und Dateien übertragen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Der Brickboy benötigt den Lego-Game-Boy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 6/29: Der Brickboy benötigt den Lego-Game-Boy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Mit diesem Werkzeug lassen sich die Magnete trennen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 7/29: Mit diesem Werkzeug lassen sich die Magnete trennen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Magnete werden für die Buttons gebraucht. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 8/29: Magnete werden für die Buttons gebraucht. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Es werden zudem diverse Legosteine mitgeliefert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 9/29: Es werden zudem diverse Legosteine mitgeliefert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Kern des Brickboy ist das Displaymodul mit Raspberry Pi. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 10/29: Kern des Brickboy ist das Displaymodul mit Raspberry Pi. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

An der Seite sind USB und HDMI vorhanden. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 11/29: An der Seite sind USB und HDMI vorhanden. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Auch lassen sich Micro-SD-Karten einstecken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 12/29: Auch lassen sich Micro-SD-Karten einstecken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Die Anleitung erinnert an Lego. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 13/29: Die Anleitung erinnert an Lego. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Zunächst müssen wir den Lego-Game-Boy teilweise auseinanderbauen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 14/29: Zunächst müssen wir den Lego-Game-Boy teilweise auseinanderbauen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Diverse Elemente werden modifiziert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 15/29: Diverse Elemente werden modifiziert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

A-, und B-Knopf haben jeweils einen Magneten. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 16/29: A-, und B-Knopf haben jeweils einen Magneten. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Beim Bau müssen wir aufpassen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 17/29: Beim Bau müssen wir aufpassen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Zum Schluss bleiben einige Teile übrig. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 18/29: Zum Schluss bleiben einige Teile übrig. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Das Kabel wird im Gehäuse versteckt. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 19/29: Das Kabel wird im Gehäuse versteckt. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Das Steuerkreuz wird ebenfalls mit Magneten ausgestattet. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 20/29: Das Steuerkreuz wird ebenfalls mit Magneten ausgestattet. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Mittels Gummiband lassen sich die Knöpfe eindrücken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 21/29: Mittels Gummiband lassen sich die Knöpfe eindrücken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Die Micro-SD-Karte ist schwer erreichbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 22/29: Die Micro-SD-Karte ist schwer erreichbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Der Netzschalter lässt sich ebenfalls konfigurieren. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 23/29: Der Netzschalter lässt sich ebenfalls konfigurieren. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 24/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 25/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 26/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 27/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 28/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 29/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Deren Magnetfelder werden von einem Magnetometer gemessen, das unter anderem Größe und Richtung von magnetischen Flussdichten auslesen kann. Solche Veränderungen können von Software in nutzbare Signale umgewandelt werden, etwa den Druck eines Buttons auf dem Steuerkreuz.

Die benötigten Bauteile liefert das Brickboy-Set direkt mit. Einige der Magnete sind zudem bereits in 1x1-Noppen eingeklebt, was ihren Einbau recht einfach macht. Wir sollten auf die Ausrichtung der Magnete achten, die einzelnen Seiten sind allerdings markiert und damit leicht erkennbar.

Andere Magnete wie im Falle der Start- und Select-Knöpfe werden zwischen die Lego-Autoreifen geklemmt. Zusätzlich dazu befinden sich im Baukasten diverse einzelne Klemmbausteine, die wir während des Baus teilweise verwenden müssen. Puristen können sich dabei freuen: Der Brickboy verwendet ausschließlich Original-Legosteine – erkennbar an dem Logo auf den Noppen.

Einfache Anleitung

Das Set bauen wir in Legomanier mittels nummerierter Anleitung. Dabei hat das Brickboy-Team die Designsprache des Herstellers übernommen und macht es uns an den meisten Stellen mit Pfeilen und hervorgehobenen Teilen einfach. Bei unserer frühen Vorproduktionsversion sind aber nicht alle Bauschritte zu hundert Prozent nachvollziehbar.

Das Brickboy-Menü bietet diverse Optionen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 1/29: Das Brickboy-Menü bietet diverse Optionen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Vor der Nutzung kalibrieren wir die Buttons. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 2/29: Vor der Nutzung kalibrieren wir die Buttons. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Über das Schnellmenü können wir zusätzliche Buttons erreichen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 3/29: Über das Schnellmenü können wir zusätzliche Buttons erreichen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Im Webinterface können wir den Brickboy steuern. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 4/29: Im Webinterface können wir den Brickboy steuern. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Hier lassen sich auch ROMs und Dateien übertragen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 5/29: Hier lassen sich auch ROMs und Dateien übertragen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Der Brickboy benötigt den Lego-Game-Boy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 6/29: Der Brickboy benötigt den Lego-Game-Boy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Mit diesem Werkzeug lassen sich die Magnete trennen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 7/29: Mit diesem Werkzeug lassen sich die Magnete trennen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Magnete werden für die Buttons gebraucht. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 8/29: Magnete werden für die Buttons gebraucht. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Es werden zudem diverse Legosteine mitgeliefert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 9/29: Es werden zudem diverse Legosteine mitgeliefert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Kern des Brickboy ist das Displaymodul mit Raspberry Pi. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 10/29: Kern des Brickboy ist das Displaymodul mit Raspberry Pi. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

An der Seite sind USB und HDMI vorhanden. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 11/29: An der Seite sind USB und HDMI vorhanden. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Auch lassen sich Micro-SD-Karten einstecken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 12/29: Auch lassen sich Micro-SD-Karten einstecken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Die Anleitung erinnert an Lego. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 13/29: Die Anleitung erinnert an Lego. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Zunächst müssen wir den Lego-Game-Boy teilweise auseinanderbauen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 14/29: Zunächst müssen wir den Lego-Game-Boy teilweise auseinanderbauen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Diverse Elemente werden modifiziert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 15/29: Diverse Elemente werden modifiziert. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

A-, und B-Knopf haben jeweils einen Magneten. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 16/29: A-, und B-Knopf haben jeweils einen Magneten. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Beim Bau müssen wir aufpassen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 17/29: Beim Bau müssen wir aufpassen. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Zum Schluss bleiben einige Teile übrig. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 18/29: Zum Schluss bleiben einige Teile übrig. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Das Kabel wird im Gehäuse versteckt. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 19/29: Das Kabel wird im Gehäuse versteckt. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Das Steuerkreuz wird ebenfalls mit Magneten ausgestattet. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 20/29: Das Steuerkreuz wird ebenfalls mit Magneten ausgestattet. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Mittels Gummiband lassen sich die Knöpfe eindrücken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 21/29: Mittels Gummiband lassen sich die Knöpfe eindrücken. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Die Micro-SD-Karte ist schwer erreichbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 22/29: Die Micro-SD-Karte ist schwer erreichbar. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Der Netzschalter lässt sich ebenfalls konfigurieren. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 23/29: Der Netzschalter lässt sich ebenfalls konfigurieren. (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 24/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 25/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 26/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 27/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 28/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Bild 29/29: Brickboy (Bild: Oliver Nickel/Golem)

Besonders viel Geduld sollten wir beim Einbau des Hauptmoduls mitbringen. Das wird laut Anleitung von oben in den Lego Game Boy eingeschoben. Allerdings müssen wir es eher seitlich und schräg an die passende Stelle schieben und dabei das Verbindungskabel zum Magnetometer im Auge behalten. Es sollte nämlich nicht zwischen den Bausteinen eingeklemmt werden.

Mit etwas Feingefühl und Geduld gelingt uns der Bauschritt. Einmal zusammengesetzt ist das Set auch stabil genug, um unterwegs herumgetragen und genutzt zu werden.

Und das funktioniert mal mehr, mal weniger gut.