Brucks Bürgermeisterin Katharina Dengl: Vollzeit-Job statt Ehrenamt
Stand: 14.10.2026, 07:30 Uhr
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Katharina Dengl löste nach 18 Jahren Josef Schwäbl als Bürgermeisterin von Bruck ab. Vor ihr stehen große Herausforderungen
Bruck – Ein Ehrenamt ist kein Pappenstiel. Schnell kommen ein paar Stunden pro Woche zusammen, die man an der Seitenlinie eines Fußballfeldes, in der Feuerwehruniform oder in der Jugendarbeit verbringt. Katharina Dengl aus Bruck hat seit dem 1. Mai auch ein Ehrenamt inne. Sie löste Josef Schwäbl als Bürgermeisterin von Bruck ab. Auf die Frage, wie viele Stunden sie so in ihrem neuen Ehrenamt verbringe, reagiert sie erst einmal mit einem herzhaften Lachen. „Das ist gerade schon ein Vollzeit-Job.“
Neue Feuerwehrhäuser in Bruck und Alxing geplant
Es war schon eine kleine Sensation, als Dengl als Kandidatin der Freien Wählergemeinschaft Einigkeit Josef Schwäbl (CSU) nach 18 Jahren im Amt ablöste. Jetzt, nach knapp einem halben Jahr auf dem Stuhl im Brucker Rathaus, sagt sie: „Ich fühle mich unglaublich wohl. Ich bin angekommen.“ Anfangs sei sie überrascht gewesen, wie facettenreich das Amt ist. „Ich habe die Gemeinde schon vorher gut gekannt. Aber als Bürgermeisterin lernt man sie nochmals aus einer ganz neuen Perspektive kennen.“ Jetzt steht sie im Heizungskeller in der Schule, ist mit den Leuten vom Vermessungsamt wegen der Setzung von Grenzsteinen unterwegs oder schaut sich sanierungsbedürftige Brücken an.
„Das Amt ist herausfordernd, aber wir haben hier eine gute Teamarbeit“, erzählt sie. „Ich kriege viel Input, was mir den Einstieg erleichtert hat.“ Katharina Dengl ist aber auch eine, die sich in die Sache reinfuchsen will. „Dass sich mein Ehrenamt aktuell wie eine Vollzeitstelle anfühlt, liegt auch daran, dass ich in das Amt hineinwachsen möchte.“ Später, schiebt sie nach, werde es zeitlich sicherlich nicht mehr so umfangreich sein.
Zum Einstieg in ihre neue Tätigkeit wurde der 50-Jährigen auch gleich ein ziemlicher Brocken serviert. Im Ortsteil Pienzenau muss die Wasserleitung erneuert werden. Zeitweise waren und sind die Einwohner komplett vom Waldweg, der Verkehrsschlagader des Ortes, abgeschnitten. Viel Kommunikations- und Informationsarbeit, was Katharina Dengl jedoch liegt. Einen für sie absoluten Höhepunkt durfte sie auch schon erleben. Kürzlich hat sie ihr erstes Ehepaar getraut. „Das werde ich bestimmt nicht vergessen“, sagt sie und strahlt.
Nachdenklicher wird sie, als sie an die vielen Großprojekte denkt, die in der Zukunft anstehen. Der Brandschutz im Sportheim in Bruck, ebenso der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses dort. Und auch in Alxing soll auf der Gemeinbedarfsfläche an der Staatsstraße unter anderem ein Feuerwehrhaus entstehen. Die Debatte über die Notwendigkeit von zwei Feuerwehrhäusern, die Luftlinie nur knapp einen Kilometer auseinanderliegen, sei vorbei. Jetzt sei sie froh, wenn es in Bruck losgehe. „Ich freue mich über jeden Feuerwehrler, der sich in der Gemeinde engagiert“, sagt sie. „Jetzt gilt es, voranzukommen, damit sie gut und sicher arbeiten können.“
Finanziell sei man in Bruck in der glücklichen Lage, gut aufgestellt zu sein. Aber die Bürgermeisterin ist sich auch bewusst, dass die Zukunft anstrengend werde. „Mit den großen Projekten kommen richtig große Herausforderungen auf uns zu“, sagt sie. „Deshalb gilt es, weiterhin sparsam zu bleiben.“
Die Phase, in der es galt, in das Amt hineinzuwachsen, scheint bei Katharina Dengl vorbei zu sein. Die Nervosität der ersten Tage ist abgelegt, ruhig und gelassen sitzt sie in der Bürgermeisterkanzlei, um ihre Themen abzuarbeiten. Angesichts der großen Herausforderungen für die Zukunft und des Engagements der Bürgermeisterin ist es jedoch fraglich, ob sich das Stundenpensum von einer Vollzeitbeschäftigung auf den Umfang eines gewöhnlichen Ehrenamtes reduzieren wird. Und ob Katharina Dengl dies überhaupt möchte.