Bruno Mars ist der größte Showman der Welt – auf der „Romantic“-Tour

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Bruno Mars reißt sich das Jackett auf Hulk-Niveau vom Leib, wird vom Geist Tito Puentes heimgesucht und greift für „Cha Cha“ an die Congas. Das Publikum spürte, wie er in diesem Moment eine direkte Verbindung zu seinem puerto-ricanischen Vater Peter Hernandez aufbaute – einem Salsa-Schlagzeuger aus Brooklyn. Es war einer von vielen solcher Momente in diesem Konzert.
Freitagabend im ausverkauften MetLife Stadium, der erste von vier Abenden auf der „Romantic“-Tour: Mars schrieb nicht nur einen Liebesbrief an die schwarze und lateinamerikanische Musikkultur – er zementierte seinen Platz als größter Showman seiner Generation.
Das knapp zweistündige Set begann mit einem Clip, in dem Mars in einer mexikanisch anmutenden Kirche kniet und für die Sicherheit aller betet – und für eine Show, die niemand vergessen wird. Der Mann, der seit seinem vierten Lebensjahr als Elvis-Imitator trainiert hat, hielt Wort. Im leuchtend roten Charro-Anzug, mit zwei perfekt platzierten Goldketten, eröffnete er mit „Risk It All“, einem Bolero, der den Ton für einen Abend setzte, der ganz im Zeichen der Liebe stand.
Liebe als Leitmotiv
„Wir feiern heute Nacht die Liebe“, sagte er ins Mikrofon – vor einem Meer aus Fans in „24K Magic“-Seidenshorts, roten Bandanas, und einigen in Hochzeitskleidung, inspiriert vom „Risk It All“-Video. Dann gingen die kleinen Finger in die Luft für „24K Magic“, bevor das makellos choreografierte „Treasure“ die synchronen Tanzmoves der Hooligans in voller Pracht zeigte. Motown-würdig, kein Wort zu viel.
Das ist es, was Mars von jedem anderen Stadionact unterscheidet: Er hebt das Spektakel nicht für den Schluss auf. Feuerwerk, Pyrotechnik und Konfetti explodierten immer wieder. Bei „Just Might“ löste jeder Hüftschwung kollektives Aufseufzen aus. Bei „Perm“, gehüllt in einen James-Brown-Umhang mit dem Schriftzug „The Romantic“ auf dem Rücken, traf jeder Pimp-Step ins Schwarze – begleitet von Ohs und Ahs, während Mars und seine Crew ihre eindrucksvollste Commodores-Hommage ablieferten.
Dann rollte, wie es sich gehört, ein knallroter Cadillac aus den Fünfzigern auf die Bühne. „Wenn ich dieses Auto sehe, kommen mir die Gefühle“, sagte er. „Damit sind wir früher in den Park gefahren und haben unsere liebsten Slow Jams gesungen.“ Ein Cover von Marvin Gayes „Let’s Get It On“ floss nahtlos in „That’s What I Like“ über.
Das Highlight des Abends
„Something Serious“ war das Herzstück des Abends – eine ausgewachsene Feier lateinamerikanischer Musik, die sich anfühlte wie die Latin Grammys in Echtzeit. Es begann mit Willie Colóns und Héctor Lavoes „La Murga“, webte Riffs aus „La Bamba“ und „La Pulga“ ein und endete mit einem Santana-esken Gitarrensolo, das bis in den Himmel hallte.
Nahtlos wechselte er in seinen Silk-Sonic-Block mit Anderson .Paak, eingeführt vom Funk-Gott Bootsy Collins. Ganz in Schwarz gekleidet, liefen die beiden „777“, „Fly As Me“ und „Smokin Out the Window“ mit makelloser Chemie durch – bis hin zum gemeinsamen Fingerschnippen. Bei „Leave the Door Open“ tauschten sie Soli aus, gespickt mit New-Yorker Slang, „Bing Bong“ inklusive.
Nach Paaks Abgang tauchte Mars tief in seinen Katalog ein: „Marry You“, „It Will Rain“, „Die With a Smile“ – und dann ließ „When I Was Your Man“ junge Männer und Frauen auf den Rängen sichtbar in Tränen ausbrechen. Den Abschluss bildeten „Locked Out of Heaven“, ein fünfalarmiges „Uptown Funk“ und „Dance With Me“.
Ein Chamäleon der Musik
Bruno Mars ist ein Chamäleon der Musik. Mit der „Romantic“-Tour hat er bewiesen, was seine treuesten Fans immer schon wussten: Diese Energie, die ganze Stadien füllt, hat schon immer in ihm gelebt – und sie erreicht jeden Platz, jede Reihe, jedes Herz im Saal.