Bundesliga: Freiburg springt in Unterzahl an die Tabellenspitze

Julian Schuster ließ einen mächtigen Jubelschrei los, dann stürmte der Trainer des neuen Tabellenführers SC Freiburg auf seine Spieler zu und umarmte einen nach dem anderen. Von den Rängen hallten die obligatorischen „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Gesänge wieder. Der Sport-Club hat dank großer Moral in Unterzahl einen 2:1 (1:1)-Sieg gegen den FC Schalke 04 gefeiert und die Spitze der Fußball-Bundesliga erklommen.

Abwehrchef Matthias Ginter trat zunächst auf die Euphoriebremse. Die Tabellenführung fühle sich bei aller Freude „ehrlicherweise nicht besonders“ an, „weil es am Anfang der Saison ist. Wenn es April wäre, wäre es was anderes“, sagte Ginter bei Dazn: „Wir wissen das einzuschätzen, aber sind natürlich glücklich über den Saisonstart.“

Der Europa-League-Finalist der Vorsaison verdrängte Borussia Dortmund von der Spitzenposition und setzte sich auch vor den FC Bayern. Maximilian Eggestein (10.) und Keisuke Goto (85.) schossen ihre Mannschaft an die Spitze, Yuito Suzuki (64.) flog mit Gelb-Rot vom Platz. „Gerade nach der Gelb-Roten Karte war es fußballerisch keine Topleistung mehr, aber kämpferisch war es sehr gut“, lobte Torschütze Eggestein: „Umso wichtiger, dass wir drei Punkte holen konnten.“

Die Schalker schlugen zwischenzeitlich durch das erste Bundesligator von Adrian Gantenbein (30.) zurück. Am kommenden Sonntag erwartet die Freiburger Spitzenreiter mit dem Duell bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) gleich der nächste Härtetest.

Schuster bot von Beginn an seine drei DFB-Debütanten Philipp Treu, Derry Scherhant und Yannik Engelhardt auf. Das Trio wie auch Ersatzmann Max Rosenfelder, der von Bundestrainer Jürgen Klopp ebenso nominiert worden war, habe „einen Schwung mitgebracht, der uns helfen kann“, hatte Schuster im Vorfeld erklärt. Nach dem starken Saisonstart sei er „positiv gestimmt, dass wir da weitermachen können, wo wir aufgehört haben“.

Der Schalker Gantenbein trifft in seinem ersten Bundesligaspiel

Gesagt, getan: Sofort übernahmen die Gastgeber das Ruder im Spiel, zehn Sekunden dauerte es bis zum ersten Abschluss von Igor Matanovic. Keine zehn Minuten waren es bis zur Führung. Nach einer Ecke wehrte Loris Karius den wuchtigen Kopfball von Matthias Ginter noch ab, aber Kapitän Eggestein reagierte in der Mitte am schnellsten und staubte ab.

Beim Schalker Ausgleich mit dem ersten und einzigen Torschuss in Halbzeit eins stellten sich die Freiburger unglücklich an: Eine Ecke erwischte Mio Backhaus mit den Fäusten nicht richtig, Gantenbeins Direktabnahme sah er nur noch an sich vorbeifliegen. Der Schweizer feierte im ersten Bundesligaspiel seine Torpremiere. Auf der anderen Seite produzierten die Knappen fast ein Eigentor, als Robin Gosens Katic abschoss, aber Karius aufmerksam zur Stelle war.

Nichtsdestotrotz arbeiteten sich die Schalker gut in die Partie und erhöhten den Druck in den Zweikämpfen. Auch offensiv machten die Gäste allmählich mehr nach vorne. Syllas Abschluss aus vielversprechender Position blockte Engelhardt (59.), Matanovic klärte gleich darauf einen Versuch per Kopf an die eigene Latte. Die Partie war nun völlig offen, erst recht nach Suzukis Platzverweis nach Foul an Soufiane El-Faouzi. Doch die Schalker taten sich auch nach der Hereinnahme von Edin Dzeko schwer, die Überzahl zu nutzen. Stattdessen schoss Goto die Breisgauer an die Tabellenspitze.