Regierung einig: Ab diesem Tag gilt die Zuckersteuer – viele Getränke werden teurer, aber es gibt Ausnamen

Bundesregierung einigt sich bei Zuckersteuer: Preise steigen ab Juli 2027 – aber es gibt Ausnahmen

Stand: 14.10.2026, 07:42 Uhr

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Zuckerbomben im Check: Bei einer Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke müssten Verbraucher für viele beliebte Limonaden und Eistees spürbar mehr bezahlen.

Zuckerbomben im Check: Bei einer Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke müssten Verbraucher für viele beliebte Limonaden und Eistees spürbar mehr bezahlen. © Sven Hoppe/picture alliance/dpa

Cola und Limo werden teurer: Ab Juli 2027 gilt die neue Zuckersteuer mit 26 oder 32 Cent pro Liter. Doch längst nicht alle Getränke sind von der Abgabe betroffen.

Cola, Limo, Eistee – wer süße Getränke mag, muss sich auf höhere Preise einstellen. Die schwarz-rote Bundesregierung hat ihren wochenlangen Streit über die Zuckersteuer beigelegt, heißt es laut übereinstimmenden Berichten aus Berlin. Der Kompromiss steht demnach, das Kabinett soll ihn bereits an diesem Mittwoch (14. Oktober) absegnen. Welche Softdrinks und Limonaden konkret teurer werden, ist damit weitgehend geklärt.

Ab dem 1. Juli 2027 wird Zucker in Getränken teurer – zumindest für Hersteller. Laut der Formulierungshilfe, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht der Kompromiss zwei Steuerstufen vor: Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter kosten künftig 26 Cent Steuer pro Liter. Liegt der Zuckergehalt bei acht Gramm oder mehr, steigt der Satz auf 32 Cent. Eine ursprünglich geplante dritte Stufe von 38 Cent für besonders zuckerhaltige Getränke fiel dem Rotstift zum Opfer.

Welche Getränke nicht unter die neue Zuckersteuer fallen

Nicht jedes Getränk trifft die neue Steuer. Naturbelassene Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz, Milchmischgetränke, Hafer-, Soja- und Reisdrinks bleiben steuerfrei. Auch alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein und alkoholfreier Sekt sind ausdrücklich ausgenommen. Kleine Hersteller, die weniger als eine Million Liter gezuckerter Getränke pro Jahr produzieren, zahlen gar nichts – sofern die EU-Kommission diese Regelung genehmigt. Betriebe mit einer Jahresproduktion unter 70.000 Litern sind ohnehin vollständig befreit.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will mit der Steuer gleich zwei Ziele erreichen: Einnahmen für den Bundeshaushalt sichern und Hersteller dazu bringen, ihre Rezepturen zuckerärmer zu gestalten. Hintergrund sind auch die steigenden Kosten im Gesundheitssystem, die durch ernährungsbedingte Krankheiten belastet werden. Nach der Einigung rechnet sein Ministerium für 2027 mit rund 690 Millionen Euro, für 2028 mit 925 Millionen Euro. Das sind deutlich weniger als die im ersten Entwurf angesetzten 795 Millionen beziehungsweise 1,215 Milliarden Euro.

Widerstand bis zuletzt: Klingbeils erster Zuckersteuer-Entwurf wurde noch gestoppt

Die Einigung war das Ergebnis wochenlanger, intensiver Verhandlungen. Das Kanzleramt stoppte Klingbeils ursprünglichen Entwurf Anfang Oktober, weil er als nicht mehrheitsfähig galt. Kurz vor der Einigung wandten sich neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den Bundesländern in einem Brief an Kanzler Friedrich Merz (CDU). Eine Zuckersteuer setze auf staatliche Lenkung und belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise, kritisierten sie. Da es sich um eine reine Bundessteuer handelt, braucht die Koalition keine Mehrheit im Bundesrat – die Länderkammer kann das Vorhaben aber verzögern. (moe)