DGB-Demo in Frankfurt: Tausende Teilnehmer erwartet
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Bundesweiter Aktionstag Tausende auf DGB-Demo in Frankfurt erwartet
In 15 deutschen Städten wollen Gewerkschaften am Samstag gegen Sozialabbau und für sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Rente demonstrieren. In Frankfurt startet der Protest am Willy-Brandt-Platz.
Eine Frau hält eine Fahne des Deutschen Gewerkschaftsbunds. Der DGB ruft für Samstag in 15 Städten zu Demonstrationen gegen Sozialabbau auf – auch in Frankfurt. Bild © picture alliance / photothek
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01:03 Min.|25.09.26|Lars Hofmann (hessenschau.de)
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen für Samstag bundesweit zu Demonstrationen auf. Unter dem Motto "Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente." sind Aktionen in 15 Großstädten geplant - auch in Frankfurt.
Die Demonstration startet am Vormittag am Willy-Brandt-Platz. Anschließend geht es zum Opernplatz. Dort soll am Mittag die Kundgebung beginnen.
47 Busse fahren nach Frankfurt
Der DGB erwartet tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Hessen. Viele von ihnen kommen laut Gewerkschaftsbund in insgesamt 47 Bussen nach Frankfurt. Rund die Hälfte der Busse fährt aus Nordhessen.
Als Redner werden unter anderem Verdi-Chef Frank Werneke, der hessische DGB-Vorsitzende Michael Rudolph und Vertreter von Diakonie, Paritätischem Wohlfahrtsverband, GEW und IG Metall erwartet.
DGB fordert mehr Investitionen
Der DGB fordert einen starken Sozialstaat, sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen. Zudem sollen Gesundheitsversorgung und Alterssicherung verlässlich bleiben. Die Gewerkschaften wenden sich gegen aus ihrer Sicht drohende Einschnitte bei sozialen Leistungen und Arbeitnehmerrechten.
Auch wirtschaftspolitisch formuliert der DGB Forderungen: Er verlangt unter anderem mehr Investitionen in Infrastruktur sowie eine Wachstumsagenda für Deutschland und Europa. Nach seinen Vorstellungen sollen hohe Vermögen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen.
Streit über Arbeitszeit und Rente
Die Gewerkschaften fordern unter anderem, die geltenden Arbeitszeitregelungen beizubehalten und sachgrundlose Befristungen abzuschaffen. Eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag lehnt der Gewerkschaftsbund ebenfalls ab.
Bei Rente und Pflege verlangt der DGB unter anderem eine abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte, ein erreichbares Renteneintrittsalter sowie eine bessere Finanzierung der Gesundheits- und Pflegeversorgung.
Unternehmerverbände fordern weniger Sozialabgaben
Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) weist die Forderungen des DGB zurück. Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert sagte am Freitag, die finanzielle Belastung von Beschäftigten und Unternehmen durch den Sozialstaat habe einen "Kipppunkt" erreicht. Der DGB fordere aus seiner Sicht weitere Ausgaben, obwohl grundlegende Reformen nötig seien.
Die VhU fordert unter anderem, den Gesamtbeitragssatz zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung von derzeit 43 Prozent auf unter 40 Prozent zu senken. Dadurch würden Beschäftigte und Unternehmen entlastet, argumentiert Pollert.
Zudem verlangt der Verband ausgabensenkende Strukturreformen. Als Beispiel nennt Pollert die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Sie müsse rasch beendet werden.
Auch im Gesundheitswesen sieht die VhU Einsparpotenzial. Zusätzlich solle die kapitalgedeckte Vorsorge in der Pflege und bei der Altersvorsorge ausgebaut werden.
Breites Sozialstaatsbündnis unterstützt DGB-Protest
Unterstützung für den Aktionstag kommt vom sogenannten Sozialstaatsbündnis, dem 14 Organisationen angehören. Dazu zählen unter anderem AWO, Caritas, Diakonie, der Paritätische und der Deutsche Mieterbund.
Das Bündnis hatte Anfang September anlässlich der Haushaltswoche im Bundestag eine ausreichende Finanzierung sozialpolitischer Aufgaben im Bundeshaushalt 2027 gefordert. Es kritisiert unter anderem geplante Einsparungen bei Renten- und Krankenversicherung, Wohngeld und Elterngeld.
Außerdem fordert das Bündnis eine stärkere Besteuerung sehr hoher Einkommen, großer Vermögen und Erbschaften. Kleine und mittlere Einkommen sollten dagegen entlastet werden.
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