Burg Manderscheid: Betonwand im Steinlook – So wird der Weg für Fußgänger gesichert
Burg Manderscheid Betonwand im Steinlook – So wird der Weg für Fußgänger gesichert
Manderscheid · Ampel, Bagger, Stahlmatten: An der L16 bei Manderscheid wird endlich gearbeitet. Der Fußweg entlang der L16, um zur Burg zu gelangen, war abgesackt und seit Oktober 2024 gesperrt. Was dort gemacht wird.
16.10.2026 , 13:35 Uhr
Polier Dieter Kaut (vorne) sowie Enrico Kolbe (kniend) und weitere Arbeiter sorgen dafür, dass der Hang gesichert und die Baustelle pünktlich fertig wird.
Foto: Christina Bents
„Gut Ding braucht Weile“ – und eine gute Planung. So wird es auch beim Hang an der L16 Richtung Manderscheid sein, denn der Fußweg, der von der Stadt zur Burg führt, sollte eigentlich schon Ostern 2025 fertig sein.
Dort war der Gehweg auf 122 Metern Länge abgesackt. Beim Vorbeifahren fiel das nicht groß auf. Man sah nur, dass das Geländer nach hinten gedrückt und Absperrbaken aufgestellt waren. Der Fußweg konnte so nicht genutzt werden. Das war beispielsweise für Schulklassen gefährlich, denn diese mussten auf der Fahrbahn der L16 gehen, um zur Burg oder zum Burgweiher zu kommen.
Immer wieder wurde die Maßnahme verschoben, seit Oktober 2024 ist der Weg gesperrt. Im Frühjahr dieses Jahres war es Thema bei der Stadtratssitzung, denn einer der Bürger fragte nach, wann denn dort endlich etwas passiere.
Der Landesbetrieb Mobilität, der für die Baumaßnahme verantwortlich ist, antwortete damals auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds, dass man nach dem Burgenfest beginnen wolle. Und man hat Wort gehalten. Die Arbeiten sind in vollem Gange. Zu übersehen sind sie diesmal nicht, denn es gibt eine Ampelregelung, damit die Bauarbeiter ihre Arbeit machen können. Es muss beispielsweise mit Baggern und Baustellenfahrzeugen rangiert werden.
Aktuell sind die Experten dabei, die Stahlmatten am Hang anzubringen und miteinander zu verbinden. Um den Hang zu sichern, wurde zunächst Erdreich von der Böschung abgetragen. Dann wird mit sogenannten Verpressankern gearbeitet. Sie werden in bis zu fünf Meter lange Bohrlöcher eingebaut und mit Zementmörtel verpresst. Anschließend spritzen die Arbeiter den Beton auf, er ist mit den Verpressankern verbunden, so wird der Hang stabil.
Fußweg bei Manderscheid: Was alles gemacht wird
Die Spritzbetonwand hat eine Höhe zwischen zwei und 3,20 Metern. Damit das Ganze auch optisch gut aussieht, wird der Spritzbeton als sogenannter „Reliefbeton“ gestaltet. Es soll der Eindruck von einzelnen Mauersteinen entstehen.
Besondere Herausforderungen sind die zahlreichen Leitungen der Verbandsgemeinde und von Telefonanbietern, die im Bereich der Straße verlaufen. Sie mussten in der Planung für das Bauwerk und auch jetzt, in der laufenden Bauausführung, berücksichtigt werden.
Eine weitere anspruchsvolle Aufgabe bei dieser Baustelle ist eine ausgeprägte Unregelmäßigkeit in der Beschaffenheit des Schieferbodens, auf die reagiert werden muss. Dadurch kann sich der Bauablauf verändern.
Wenn die Wand fertig und der Hang gesichert ist, wird der Fußweg gebaut. Er soll einen Meter fünfzig breit sein und mit einer wassergebundenen Deckschicht aus Mineralgemisch befestigt werden. Mit einer fünfzehn Zentimeter hohen Bordsteinkante wird der Fußweg von der Fahrbahn abgetrennt. Weitere Schutzmaßnahmen für die Fußgänger soll es nicht geben, aber die Geschwindigkeit wird in diesem Bereich auf fünfzig Stundenkilometer herabgesetzt.
Endgültig ausgebaut wird der Gehweg erst mit den Arbeiten zur Erneuerung der Lieserbrücke (der TV berichtete). Die Fahrbahnbreite auf diesem Stück der L16 wird sich nicht verändern. Erforderliche Asphaltarbeiten an der Fahrbahn selbst werden ebenfalls im Zuge der Arbeiten an der Lieserbrücke angegangen.
Die Kosten für die Hangsanierung belaufen sich auf 650.000 Euro, die vom Land Rheinland-Pfalz übernommen werden. Zum Zeitplan sagt der LBM: „Es ist geplant, die Bauarbeiten größtenteils bis Mitte Dezember dieses Jahres fertigzustellen. Voraussetzung hierfür ist eine gute Witterung und kein verfrühter Wintereinbruch. Mit den dann noch anstehenden Geländerarbeiten wird die Gesamtmaßnahme im Frühjahr 2027 abgeschlossen werden.“
-
Baustelle
-
Region
-
Mosel, Wittlich & Hunsrück
-
Zur Startseite