Bürgermeister auf der Leiter: Andechs feiert 100 Helfer der 1250-Jahr-Feier
Stand: 14.10.2026, 13:15 Uhr
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Die Gemeinde Andechs hat ihre Helfer des Jubiläumsfests im Feuerwehrhaus Erling bewirtet. Viele von ihnen sahen den Festzug erst jetzt – als Film in der Dauerschleife.
Erling – Nicht genug, dass die Stimme von Bürgermeister Georg Scheitz seit einem Oktoberfestbesuch strapaziert war, wollte beim Helferfest in Erling am Freitag auch die Lautsprecheranlage nicht funktionieren. Also kletterte Scheitz auf eine Leiter. Und weil das Fest, zu dem die Gemeinde Andechs eingeladen hatte, in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Erling stattfand, gab es mit einem Megafon einen veritablen Mikrofon-Ersatz. Mit dieser Sprachröhre vor seinem Gesicht begrüßte Scheitz mehr als 100 Erlinger. Sie alle waren an der Vorbereitung zur großen 1250-Jahr-Feier Erlings beteiligt und für die Dauer des Festes im Juli vier Tage lang ununterbrochen im Einsatz und bekamen deswegen von der Außenwirkung des denkwürdigen Ereignisses wenig bis gar nichts mit. Gleichwohl klang die Begeisterung auch am Freitag mit, wenn die Erlinger davon erzählten, wie das Dorf mit diesem Fest zusammengewachsen ist und Alt und Jung zusammenfanden.

Das betonte auch Georg Scheitz, hoch oben auf der Leiter, mit dem Sprechrohr in der Hand. Anders als in Herrsching, das ebenfalls 1250 Jahre alt ist, oder Tutzing bei der Fischerhochzeit, brauchten die Erlinger sich nicht um ein Festzelt zu bemühen, sondern durften auf den Florianstadl des Klosters zurückgreifen. Es war ein großes Glück, das vieles leichter machte. Dafür dankte Scheitz dem Kloster, das durch Abt Johannes Eckert und Pater Korbinian Linsenmann vertreten war. „Das Fest hat gezeigt, dass Erling und Andechs zusammengehören“, so Scheitz. „Das eine gäbe es ohne das andere nicht.“ So wie es das Jubiläum nicht ohne die vielen Helfer gegeben hätte. Darum freute er sich: „Schön, dass wir beinand sitzen.“
Weil viele von den Helfern so sehr in das Festgeschehen eingespannt waren, dass sie den Festzug nicht hatten sehen können, präsentierte Scheitz am Freitag den Film zum Jubiläum. Bastian Laucke, Filmemacher aus Erling, hatte pünktlich zum Helferfest den etwa 15-minütigen Kurzfilm fertig geschnitten. Im Schulungsraum neben der Fahrzeughalle wurde er in Dauerschleife gezeigt. So hatte jeder die Möglichkeit, am Ende doch dabei zu sein. Irmi Pfänder, die mit vielen anderen an den Festtagen im Gastrobereich eingespannt war, freute sich: „Ich habe den Festzug jetzt das erste Mal gesehen.“
Zur Erinnerung gab es für alle auch die viel gelobte Drohnenaufnahme als Postkarte, auf der sich die Erlinger mit dem Kloster im Hintergrund auf einer Wiese zur Zahl 1250 zusammengestellt hatten. Christine Baumgartner und Heike Wamser von der Arbeitsgruppe „Kirche, Kloster and more“ hatten sogar ein Großformat dabei, das sie dem Bürgermeister mit Schleife überreichten. Auf 80 mal 60 Zentimeter soll diese denkwürdige Fotografie nun im Rathaus einen Ehrenplatz finden. „Der Nagel hängt schon“, sagte Scheitz begeistert und erinnerte daran, dass das Festjahr noch nicht beendet ist. Es stehen noch Vorträge auf dem Programm, der nächste am 29. Oktober zum Thema „Wia redt ma z‘Erling und rundumadum?“. Über das Festjahr hinaus wurden zudem neue Traditionen hervorgebracht – zum Beispiel die Spaziergänge mit der Kuttamial und dem Landsknecht, Andrea Schöttl und Thomas Brunn. Sie sollen weiter stattfinden. Zumindest ist die Nachfrage groß.
Zum krönenden Abschluss durften sich alle Mitwirkenden in das „Goldene Buch“ der Gemeinde eintragen, in das Gästebuch, in dem sich schon Otto von Habsburg, Angela Merkel und Ilse Aigner verewigt haben. Und als Sahnehäubchen obenauf gab es für jeden kleine Schokoladenquadrate mit der 1250-Jahr-Feier-Banderole. 180 Stück hatte Stephanie Widera per Hand beklebt. Die Assistentin des Bürgermeisters ist viel zu bescheiden, als dass sie dies erwähnt wissen wollte. Aber ohne sie, bei der alle Fäden zusammenliefen, hätte das Fest, wie damals bei der 1200-Jahr-Feier ohne Helga Ruile, so nicht funktioniert. Und heute wie schon damals gilt, wie Scheitz es ausdrückte: „So schee war‘s.“ Dabei muss die Gemeinde Andechs auf das nächste Fest nicht lange warten, denn im nächsten Jahr feiert der Ortsteil Frieding 900 Jahre seit der Ersterwähnung.