Bürgermeisterin Barbara Akdeniz will zur Wiederwahl antreten

Stand: 28.07.2026, 18:47 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Barbara Akdeniz ist seit 15 Jahren Sozialdezernentin und seit fünf Jahren Bürgermeisterin der Stadt Darmstadt.

Bürgermeisterin Barbara Akdeniz ist dienstälteste Sozialdezernentin einer Großstadt in Hessen. © Renate Hoyer

Barbara Akdeniz kann sich vorstellen, sich für eine weitere Amtszeit zu bewerben. Ihre aktuelle sechsjährige Amtszeit endet am 15. Juli 2027. Seit 15 Jahren ist die Grünen-Politikerin Sozialdezernentin der Stadt Darmstadt.

Darmstadt – Wer das Büro von Barbara Akdeniz im Neuen Rathaus in Darmstadt betritt, wird farbenfroh und tierisch empfangen. Hinter ihrem Schreibtisch ist die Wand – passend für eine Politikerin der Grünen – in einem frischen hellgrünen Ton gestrichen. Rechts daneben hängt ein abstraktes Bild, dessen Farben zwischen Gelb, Dunkel- und Hellgrün changieren. Und noch mehr Farbe: ein Gemälde, das im Rahmen der inklusiven Kunstinitiative „BehindArt“ entstanden ist, dazu Fotos und der Jahreskalender eines Gnadenhofs mit Bildern von Kühen sowie ein kleiner Blumenstrauß auf dem Schreibtisch bezeugen Akdeniz‘ Liebe zur Natur. Zu erwähnen bleibt, dass sie eine passionierte Lastenradfahrerin ist.

Vor fünf Wochen hat Akdeniz, die seit fünf Jahren – als erste Frau in der Geschichte der Stadt – Bürgermeisterin von Darmstadt ist, ihren 66. Geburtstag gefeiert. Und seit anderthalb Jahrzehnten ist die Grünen-Politikerin städtische Sozial-, Kinder-, Jugend-, Wohnungs- und Frauendezernentin. Das würde sie auch gerne noch länger bleiben. Ihre sechsjährige Amtszeit als Bürgermeisterin endet zwar erst am 15. Juli 2027. Auf Nachfrage der FR kündigte Akdeniz am Dienstag an, sie könne sich vorstellen, sich in der Stadtverordnetenversammlung zur Wiederwahl zu stellen. Allerdings schob die Politikerin ein, wolle sie sich „noch nicht abschließend festlegen“.

Darmstadts Bürgermeisterin Barbara Akdeniz nah bei den Menschen

Am Sonntagabend sprach Akdeniz bei der Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des mutmaßlich islamistisch motivierten und queerfeindlichen Anschlags in Berlin als Vertreterin des Magistrats zu den rund 350 Menschen, die sich auf dem Luisenplatz versammelt hatten.

Auch in diesen Momenten wurde deutlich, wie nah die Bürgermeisterin bei den Menschen ist. Die Mahnwache sei auch dazu da, Wut und Unverständnis zum Ausdruck zu bringen, sagt sie. Resolut und nachdrücklich wurde Akdeniz, als sie äußerte, die Gesellschaft benötige „keine politischen Worthülsen“, wenn es etwa um die weitere Förderung von Hilfsangeboten für queere Geflüchtete gehe.

Als Grüne war es für Akdeniz keine Frage, an antifaschistischen Demonstrationen teilzunehmen. Und auch beim Christopher Street Day in anderthalb Wochen wird sie sich voraussichtlich wieder in die Parade durch die Innenstadt einreihen, um ein deutliches Zeichen der Solidarität mit der queeren Community zu setzen.

Bürgermeisterin Barbara Akdeniz spricht anlässlich der Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Anschlags in Berlin zu den rund 350 Menschen auf dem Luisenplatz.

Bürgermeisterin Barbara Akdeniz spricht anlässlich der Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des Anschlags in Berlin zu den rund 350 Menschen auf dem Luisenplatz. © Jens Joachim

Barbara Akdeniz fünf Jahre Bürgermeisterin, 15 Jahre Sozialdezernentin

Anlässlich ihres Jubiläums zog die studierte Sozialpädagogin am Dienstag eine Zwischenbilanz ihrer bisherigen Amtszeit als derzeit älteste Sozialdezernentin einer hessischen Großstadt. Politisch habe sie „viel vorangebracht und dabei die Menschen nicht aus den Augen verloren“, sagte sie.

Ihre Sozialpolitik habe Darmstadt „sozialer, gerechter und lebenswerter gemacht“. In den 15 Jahren habe sie mehr als 750 Magistratsvorlagen eingebracht. Unterstützt wurden ihre Initiativen von einer Koalition aus Grünen und CDU, die zunächst mit der Fraktion Uffbasse kooperiert und in den vergangenen fünf Jahren mit der Partei Volt zusammengearbeitet hatte. Geschätzt wird Akdeniz zudem von Stadtverordneten anderer Fraktionen.

Barbara Akdeniz (Grüne), deren Amtszeit als Bürgermeisterin am 15. Juli 2027 endet, könnte sich vorstellen, sich in der Stadtverordnetenversammlung zur Wiederwahl zu stellen.

Barbara Akdeniz (Grüne), deren Amtszeit als Bürgermeisterin am 15. Juli 2027 endet, könnte sich vorstellen, sich in der Stadtverordnetenversammlung zur Wiederwahl zu stellen. © Renate Hoyer

Bürgermeisterin verweist auf gutes soziale Strukturen in Darmstadt

Neben der Sozialpolitik war Akdeniz mehrere Jahre lang auch noch für die Themen Klimaschutz, Umwelt, Fluglärm, Luftreinhaltung, Grünflächen und Sport zuständig. Die Arbeit als Dezernentin und Bürgermeisterin bezeichnet sie als „erfüllend“. Die Flüchtlingskrise oder die Corona-Pandemie hätten zudem nur gemeistert werden können, weil es in der Stadt „ein gutes soziales System und Fundament“ sowie ein Netzwerk an sozialen Einrichtungen mit vielen haupt- und ehrenamtlichen Kräften sowie freien Trägern gebe.

Kein Einzelfall ist unwichtig, jedes Schicksal hat mich berührt.

Akdeniz ist gleichwohl der Auffassung, dass noch sehr viel Arbeit vor ihr liege, die sie „weiterhin mit großem Elan und Engagement angehen werde“. Wichtig sei ihr gewesen, neben strukturellen politischen Weichenstellungen „immer auch mit den Menschen eng im Kontakt zu sein und die Bedarfe und Bedürfnisse direkt wahrzunehmen“.

Kein Einzelfall sei unwichtig, jedes Schicksal habe sie berührt, so Akdeniz.