Bürgermeisterwahl in Limeshain: Christian Dietzel siegt mit 56 Prozent
Stand: 06.09.2026, 22:30 Uhr
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Der 54-jährige SPD-Kandidat löst Adolf Ludwig nach 24 Jahren im Amt ab. 240 Stimmen trennten ihn von seiner Konkurrentin Silke Nowakowsky.
Limeshain – Nach fast 24 Jahren im Amt steht fest: Adolf Ludwig (SPD) wird zum Jahreswechsel als Bürgermeister von Limeshain abgelöst. Sein Nachfolger heißt Christian Dietzel. Der 54-jährige Rommelhäuser von der SPD erhielt 1168 Stimmen und damit 55,97 Prozent. Silke Nowakowsky von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) kam auf 919 Stimmen und 44,03 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,04 Prozent.

Dabei war die Spannung in der Limeshalle schon lange vor der Verkündung zu spüren. Gegen 18.20 Uhr füllte sich der Saal. Familien, Freunde und Fraktionsmitglieder warteten auf die ersten Zahlen. Dietzel selbst hat seine Aufregung da längst nicht mehr verborgen. Als er mit Lebensgefährtin Sylvia Haggenmüller und seinen Eltern eintraf, scherzte er über die Anspannung: „Fast so aufgeregt wie vor einer Hochzeit.“
Der amtierende Bürgermeister konnte dem Abend dagegen vergleichsweise gelassen entgegensehen. „Ach nein, im Herzen tut es mir nicht weh, irgendwann ist es auch mal gut“, sagte er lachend. Dass dieser Abend für ihn trotzdem besonders sein würde, war deutlich.
Wenn Ludwig auf seine Amtszeit zurückblickt, fällt ihm ein Ereignis besonders ein: die 950-Jahr-Feier in Himbach 2007. In Erinnerung geblieben sind ihm der Zusammenhalt und das Engagement. „Die Vereine, die Menschen. Da sind alle zusammengekommen und haben so etwas möglich gemacht.“ Noch heute werde gerne darüber gesprochen. Seinem Nachfolger gibt Ludwig vor allem einen Rat mit: Er solle die Finanzen der Gemeinde im Blick behalten. „Denn ohne gute Finanzausstattung keine freiwilligen Leistungen.“
Schon die ersten Themen im Blick
Christian Dietzel hat derweil bereits die ersten Themen im Blick. Im Wahlkampf habe er viele Anliegen der Limeshainer gesammelt – die sollen nun angegangen werden. Besonders beim Verkehr sieht der künftige Bürgermeister Handlungsbedarf. Bereits in den kommenden Tagen stehe dazu ein Treffen mit einem Minister an. „Wir müssen jetzt erst mal das Treffen abwarten und schauen, dass es Lösungen gibt. Das geht so nicht weiter“, sagt er. Dass er ein großes Erbe übernimmt, weiß Dietzel: „Ja, ja, große Fußstapfen.“ Seine Amtszeit beginnt am 1. Januar: „Ich habe noch ein bisschen Zeit, mich darauf vorzubereiten.“ Sein Anspruch sei zunächst, dass die Dinge in der Gemeinde „vernünftig weiterlaufen“.
Für Silke Nowakowsky ist der Wahlabend trotz der Niederlage eine Erleichterung. „Ich bin jetzt einfach fein, ich bin froh, dass es vorbei ist“, sagt sie. Der Wahlkampf habe bei einigen Menschen in ihrem Umfeld Spuren hinterlassen. Umso wichtiger sei ihr nun, den Abend als Abschluss zu sehen und den Menschen aus ihrem Team Wertschätzung entgegenzubringen.
Mit ihrem Ergebnis kann die 54-jährige Himbacherin dennoch zufrieden sein – 44,03 Prozent. „Das sind 240 Stimmen Unterschied, das war schon knapp, aber es hat im Endeffekt nicht gereicht“, sagt sie. Besonders in Himbach konnte sie überzeugen: Dort erhielt sie 57,21 Prozent der Stimmen. Dietzel lag dagegen in Hainchen mit 69,79 Prozent und in Rommelhausen mit 61,95 Prozent deutlich vorn. Auch bei der Briefwahl setzte er sich mit 53,79 Prozent durch.
Was sie aus dem Wahlkampf mitnimmt, sind vor allem die vielen Gespräche. „Diese Gespräche, die ich hier geführt habe, die waren so toll“, sagt Nowakowsky. Auch für ihren Verein habe sich etwas Positives ergeben: Durch Spenden könnten nun kleinere Anschaffungen getätigt werden. Ob sie nach der Wahl weiterhin im Gemeindeparlament bleiben wird, ließ Nowakowsky am Abend noch offen. Beruflich jedenfalls habe sie einen Weg, auf den sie sich verlassen könne: „Ich habe einen Traumjob bei der hessischen Polizei.“
Während Nowakowsky überlegt, beginnt für Dietzel die Vorbereitung. Für Ludwig wiederum beginnt etwas ganz anderes: Zeit ohne Terminkalender. „Ich war die letzten 24 Jahre quasi fremdgesteuert“, sagt er. Was er nun vorhat? „Nix.“ Er lacht. Vielleicht wolle er wieder mehr fotografieren und lesen.
Am Ende steht damit ein Ergebnis, das Limeshain politisch vertraut und zugleich neu aussehen lässt: Die SPD stellt weiterhin den Bürgermeister. Im Rathaus beginnt mit Christian Dietzel dennoch eine neue Zeitrechnung – nach 24 Jahren Adolf Ludwig.