Business-Liveticker: Wegen KI-Boom – TSMC steigert Umsatz und Samsung prognostiziert Rekordgewinn | FAZ

Abrupter Chefwechsel bei Fresenius Medical Care

Abrupter Wechsel an der Spitze von Fresenius Medical Care (FMC): Vorstandschefin Helen Giza verlässt das ⁠Unternehmen aus Bad Homburg Ende der Woche nach knapp vier Jahren vorzeitig, wie FMC am Mittwoch mitteilte. Vorher amtierte sie bereits für drei Jahre als Finanzvorständin. „Keine neuen Ideen, keine Vision - immer nur der Sparzwang reicht nicht“, begründete die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Stefanie Balling im Gespräch ‌mit der Nachrichtenagentur Reuters den Wechsel. „Die Strategie ist wirklich nicht prickelnd“, sagte die langjährige Betriebsrätin. Gizas Nachfolger kommt aus dem Aufsichtsrat: Shervin Korangy werde das Amt mit Wirkung zum 12. Oktober übernehmen. Er soll FMC auf einen Wachstumskurs zurückführen.

Der 51-jährige ‌Amerikaner war bis Anfang des Jahres Vorstandschef ‌des Augenheilkunde-Spezialisten BVI Medical und sitzt seit 2023 im Aufsichtsrat von FMC. „Er hat immer schon die richtigen Fragen gestellt“, sagte Balling zu Reuters. Daher habe sich abgezeichnet, dass Gizas Vertrag nicht verlängert werden sollte. Dieser wäre nächstes Jahr ausgelaufen. FMC stehe an einem Wendepunkt, sagte Aufsichtsratschef Michael ​Sen, der auch Vorstandschef des Großaktionärs Fresenius ist. Der Aufsichtsrat habe ⁠den Wechsel einstimmig beschlossen. Die Börse reagierte verstimmt: Die im Leitindex Dax notierten FMC-Aktien gingen zeitweise um mehr als acht Prozent auf 36,71 Euro in ​die Knie.

„Die Ziele der Transformation der vergangenen Jahre sind weitgehend erfüllt. In der nächsten Wachstumsphase wird das Unternehmen von einem anderen Führungsprofil profitieren“, sagte Sen. Korangy sei dafür ⁠die beste ‌Wahl: „Mit seiner umfassenden Führungserfahrung im Gesundheitswesen sowie seiner Expertise in operativer Transformation und Kapitalallokation wird er langfristig profitables Wachstum und nachhaltige Wertschaffung für FMC vorantreiben.“ Giza erklärte, es sei der richtige Zeitpunkt, die Verantwortung an Korangy weiterzugeben. Dieser hatte fast zehn Jahre für BVI gearbeitet. Mit dem ⁠Finanzinvestor TPG als Eigentümer ⁠hatte sich das US-Unternehmen zu einem der wichtigsten Anbieter von Geräten für Augenoperationen entwickelt. Vorher war Korangy für den Schweizer Pharmakonzern Novartis ⁠tätig gewesen.

Ein Insider sagte, ​der Aufsichtsrat ⁠habe eine überzeugende Wachstumsstrategie von Giza vermisst. Sie habe zwar ​die Kosten in den Griff bekommen, die trüben Aussichten enttäuschten aber die Anleger. FMC ‌habe gegenüber dem US-Rivalen DaVita an Boden verloren. Giza hatte stagnierende Behandlungszahlen im wichtigen US-Markt und hohe Kosten für die Einführung ​eines neuen Dialysegeräts für die verhaltene Prognose verantwortlich gemacht. Das Unternehmen leidet ​immer noch darunter, dass in der Corona-Pandemie mehr Dialyse-Patienten gestorben waren. Giza hatte 2026 als „Übergangsjahr“ bezeichnet.

TSMC steigert Umsatz dank KI-Boom um 50 Prozent

Die anhaltend hohe Nachfrage nach hochmodernen Computerchips ​verhilft TSMC erneut zu einem überraschend deutlichen Wachstum. Der Umsatz ⁠sei im dritten Quartal um die Hälfte auf ein Rekordhoch von umgerechnet 41,66 Milliarden Euro gestiegen, teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger am Donnerstag ‌mit. Er hatte ein Plus von rund 40 Prozent auf 38,9 bis 40 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. In der ‌kommenden Woche will ‌das Unternehmen detaillierte Quartalsergebnisse vorlegen.

Der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens ist der Motor des taiwanischen Konjunkturbooms. Die Auslandsaufträge stiegen im August um mehr als 70 ​Prozent und übersprangen erstmals ⁠die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Die Wirtschaft der Inselrepublik wird 2026 voraussichtlich um rund ​elf Prozent wachsen, so stark wie seit fast 40 Jahren nicht mehr.

Ein ⁠Ende dieser Entwicklung ‌ist nicht in Sicht. TSMC arbeitet wegen des KI-Booms an der Kapazitätsgrenze. Daher will das Unternehmen, das den weltgrößten Chipkonzern Nvidia und ⁠den iPhone-Anbieter ⁠Apple zu seinen Kunden zählt, im laufenden Jahr umgerechnet 52 bis 56 ⁠Milliarden ​Euro ⁠in den Ausbau seiner Fertigungsanlagen stecken. ​Teil der Expansionspläne ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem japanischen ‌Elektronikkonzern Sony zur Entwicklung von Bildsensoren für Smartphones.

Mathias Peer

Mathias Peer

Samsung stellt dank KI-Boom Rekordgewinn in Aussicht

Samsung hat für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, was einem ​Anstieg um fast das Neunfache entspricht, und einen Umsatz von 195 Billionen Won prognostiziert, teilte der südkoreanische Elektronikkonzern am Donnerstag ⁠mit. Analysten hatten mit Erlösen von 199,6 Billionen Won gerechnet. Der operative Gewinn übertraf zudem die Analystenschätzung von 106,1 Billionen Won, wie aus Daten von LSEG hervorging. Für den am Umsatz gemessen weltgrößten Speicherchip-Hersteller ist dies der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge. ‌Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn 12,17 Billionen Won betragen.

Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren kann die Branche den Bedarf derzeit nicht decken. Die Nachfrage erstreckt sich dabei über KI-Hochleistungsspeicher (HBM) hinaus auch auf herkömmliche DRAM- und NAND-Bausteine, die ‌in PCs und Smartphones zum Einsatz kommen. ‌Die Angebotslage wird sich Samsung zufolge frühestens 2027 entspannen.

Um die hohen Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten abzusichern, strebt der Konzern langfristige Lieferverträge mit Betreibern von Rechenzentren an. Insidern zufolge kann er darüber hinaus dank der weltweit knappen Produktionskapazitäten in der Chip-Auftragsfertigung höhere Preise verlangen. Analysten erwarten ​daher, dass diese Sparte bereits im kommenden Jahr und damit ⁠früher als geplant profitabel wird.

IEA beschleunigt Freigabe von Ölreserven – Diesel im Fokus

Die Internationale Energieagentur (IEA) will den von Deutschland und den übrigen G7-Staaten angesichts der steigenden Kraftstoffpreise geforderten Zugriff auf Ölnotreserven umsetzen. Die IEA-Mitgliedsregierungen hätten sich dafür ausgesprochen, die im März beschlossene Freigabe von Ölreserven zu beschleunigen und so bald wie möglich abzuschließen, teilte die IEA nach einem Treffen in Paris mit. Angesichts der angespannten Lage auf den Dieselmärkten solle der Freigabe von Dieselvorräten so weit wie möglich Vorrang eingeräumt werden.

Die IEA hatte im März als Reaktion auf den Iran-Krieg die Freigabe einer Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl strategischer Ölreserven beschlossen. Davon seien bislang rund 325 Millionen Barrel tatsächlich freigegeben worden, wobei einige Länder größere Mengen freigegeben hätten, als sie ursprünglich zugesagt hatten, teilte die IEA mit. Die vollständige Freigabe aller im März zugesagten Bestände, die noch nicht freigegeben wurden, würde rund 100 Millionen Barrel auf den Markt bringen. Dies entspricht der von den G7 geforderten Menge.

Die IEA-Mitgliedsregierungen verfügten nach wie vor über beträchtliche öffentliche Ölnotreserven im Umfang von rund 1,1 Milliarden Barrel, darunter über 200 Millionen Barrel Diesel, teilte die Energieagentur in Paris mit. Die IEA sei bereit, bei Bedarf weitere Mengen dieser Reserven auf den Markt zu bringen.

Die G7, zu denen neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Japan und Kanada gehören, hatten Anfang Oktober gefordert, dass ab sofort und über vier Monate 100 Millionen Barrel Rohöl tatsächlich freigegeben werden. Mit der Maßnahme sollen die Preise für Kraftstoffe gesenkt werden.

Niederlande halbieren Anteil an ABN Amro 

Der niederländische Staat baut den Anteil an der drittgrößten heimischen Bank ABN Amro weiter ab, und das in einem großen Schritt. Die ausführende Stiftung NL Financial Investments (NLFI) kündigte am Mittwoch an, den Anteil auf 10,5 Prozent zu senken und damit in etwa zu halbieren. ABN ist in seiner jetzigen Form aus Niederlandegeschäften der 2008 in Schieflage geratenen Fortis entstanden. Der Staat übernahm damals diese Geschäfte sowie einen Versicherungszweig, der inzwischen als ASR wieder vollständig privatisiert ist. 2015 begann er, aus ABN Amro auszusteigen, indem er zunächst ein Viertel der Anteile an die Börse brachte. In der Folge zog sich Den Haag schrittweise weiter zurück; Ziel ist die vollständige Privatisierung. Momentan liegt der Anteil bei 20,7 Prozent.

Unter der Vorstandsvorsitzenden Marguerite Bérard, die vor eineinhalb Jahren Robert Swaak abgelöst hatte, ist der Kurs von ABN Amro stark gestiegen, er liegt jetzt über 41 Euro. Bérard hat einerseits einen großen Stellenabbau in die Wege geleitet, andererseits einen großen Zukauf, nämlich den der heimischen Bank NIBC. Noch unter ihrem Vorgänger hatte ABN Amro in Deutschland die Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe übernommen, nachdem schon die Bethmann Bank in ihr aufgegangen ist.

RWE-Chef: Beteiligung an Uniper wäre „sehr, sehr begrenzt und gering“

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, hat das Interesse seines Unternehmens an dem verstaatlichten Düsseldorfer Energieversorger Uniper präzisiert. Eine mögliche Beteiligung an Uniper wäre „sehr, sehr begrenzt und gering“, sagte Krebber am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg und verwies dabei auf die schon jetzt bedeutende Position seines Unternehmens auf dem deutschen Energiemarkt. „Angesichts unserer heutigen Marktposition ist eine Übernahme von Uniper durch RWE nicht möglich – das ist nicht unser Ziel“, so Krebber.

Vergangene Woche hatte es Nachrichten darüber gegeben, dass ein Konsortium aus RWE und der Beteiligungsfirma KKR ein nicht bindendes Angebot für Uniper abgegeben habe, was jedoch weder RWE noch KKR bestätigten. Gleichwohl waren die Gerüchte als Kehrtwende und Überraschung gewertet worden, weil Krebber in der Vergangenheit einem Interesse an Uniper eine Absage erteilt hatte.

Am Dienstag meldete zudem die Nachrichtenagentur Reuters, auch der Finanzinvestor Apollo sei in das Bieterrennen eingestiegen. Interesse an Uniper soll außerdem ein kanadisches Konsortium aus dem Finanzinvestor Brookfield Asset Management gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) angemeldet haben, heißt es in informierten Kreisen. Gleiches gilt informierten Kreisen zufolge für die EP Group des tschechischen Milliardärs Daniel Křetínský. Weitere Gerüchte gab es über ein unverbindliches Angebot des norwegischen Energiekonzerns Equinor. Uniper war in der Gaskrise 2022 zu mehr als 99 Prozent verstaatlicht worden und soll bis Ende 2028 wieder in überwiegend private Hände. Die Bundesregierung verfährt dabei zweigleisig; neben einem Verkauf kommt ein Rückgang an die Börse infrage.

Kabinett bringt Länderbeteiligung an Tankrabatt auf den Weg

Die Bundesländer sollen sich mit ​1,25 Milliarden Euro an den Kosten für ⁠den dreimonatigen Tankrabatt beteiligen. Die Bundesregierung brachte am Mittwoch eine entsprechende Änderung des Finanzausgleichsgesetzes auf den Weg. ‌Dem Reuters vorliegenden Entwurf zufolge werden die Anteile an der Umsatzsteuer in den Jahren 2026 ‌und 2027 ‌neu verteilt. Der Bund soll dann jeweils 625 Millionen Euro mehr erhalten, die Länder entsprechend weniger. Damit ​trügen die Länder zur Entlastung ⁠der Haushaltssituation des Bundes bei, heißt es in der Begründung.

Hintergrund ist ​die befristete Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe, mit der ⁠die Regierung ‌auf stark gestiegene Preise reagiert und Bürger sowie Unternehmen entlastet. Sie gilt von Anfang Oktober bis ⁠Ende Dezember dieses ⁠Jahres und verringert die Tankstellenpreise für Benzin und ⁠Diesel rechnerisch ​um ⁠17 Cent. Die Mindereinnahmen ​durch die Steuersenkung werden auf etwa 2,5 ‌Milliarden Euro geschätzt.

SpaceX will für 40 Milliarden Dollar KI-Chips von Nvidia kaufen

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk ​will einem Medienbericht zufolge 40 Milliarden Dollar aufnehmen, um ⁠damit KI-Chips vom Technologieführer Nvidia zu kaufen. Das von Elon Musk geführte Unternehmen wolle dafür rund zehn Milliarden Dollar ‌an Bankkrediten und 30 Milliarden Dollar über Anleihen beschaffen, berichten „Bloomberg“ und die „Financial Times“.

Angeführt ‌werde die Finanzierung ‌vom Vermögensverwalter Apollo. Auch der Anleiheinvestor Pimco sei an den Gesprächen beteiligt. Der Abschluss der Transaktion werde für 2027 erwartet. Stellungnahmen ​der genannten Unternehmen lagen zunächst nicht ⁠vor, Pimco lehnte einen Kommentar ab.

Das Vorhaben unterstreicht den enormen Kapitalbedarf ​des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI). Tech-Konzerne liefern sich ein Wettrennen um die ⁠fortschrittlichen Prozessoren und ‌den Aufbau der nötigen Rechenkapazitäten. Musk, der auch das KI-Unternehmen xAI leitet, hatte im vergangenen Monat angekündigt, die Zahl der ⁠von Nvidia ⁠genutzten Chips massiv erhöhen zu wollen. Nvidia, der führende Anbieter von KI-Prozessoren, ⁠hatte ​seinerseits ⁠im August Finanzierungsplattformen mit Partnern wie ​Apollo und BlackRock ins Leben gerufen, um ‌mehr als 500 Milliarden Dollar für KI-Infrastrukturprojekte zu mobilisieren.

Ifo-Institut: Ölkonzerne geben Tankrabatt bislang nur teilweise weiter

Der seit 1. Oktober geltende neue Tankrabatt der Bundesregierung kommt dem Ifo-Institut zufolge bislang ​nur teilweise an den Zapfsäulen an. Beim Diesel haben die Tankstellen in den ersten fünf Tagen von ⁠den 17 Cent Steuersenkung je Liter durchschnittlich 15 Cent weitergegeben, wie die Münchner Forscher am Mittwoch mitteilten. Beim Superbenzin E5 waren es demnach durchschnittlich gut 16 Cent und bei Super E10 15 Cent. „Am ersten Oktober wurde der ‌Rabatt vollständig weitergegeben, während die Weitergabe am Wochenende unvollständig blieb“, sagte der stellvertretende Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, Florian Neumeier.

Angesichts der aktuellen Verknappung des Angebots trage diese Maßnahme nicht dazu bei, weniger Diesel und Benzin zu verbrauchen, ‌kritisieren die Forscher. „Der Tankrabatt ist außerdem ‌wenig zielgenau“, sagte Ifo-Experte Christian Gréus. „Haushalte mit geringem Einkommen, kleinen Autos und geringer Kilometerleistung profitieren kaum von diesem Entlastungspaket.“

Neumeier betonte, stattdessen solle der Verbrauch eingeschränkt werden. Ein höherer Preis biete dafür einen Anreiz. Zudem verzerre der Rabatt Kaufentscheidungen: Wer einen Benziner ​kaufe, mache sich von der Golfregion abhängig. Das solle ⁠der Preis auch zeigen.

Theo Müller schließt Werke in Sachsen-Anhalt und Sachsen

Die Unternehmensgruppe Theo Müller will zwei Produktionsstandorte in Sachsen-Anhalt und Sachsen schließen. Betroffen sind das Homann-Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde mit rund 160 Beschäftigten sowie die Schnittkäserei von Sachsenmilch in Leppersdorf im Landkreis Bautzen, wo ebenfalls 160 Menschen arbeiten, wie das Unternehmen mitteilte. Die Produktion in Rogätz soll bis Ende September 2027 eingestellt werden.

Der Bereich könne trotz intensiver Anstrengungen und der Prüfung aller Handlungsoptionen wegen interner und externer Rahmenbedingungen dauerhaft nicht wirtschaftlich betrieben werden, teilte der Sprecher mit. Gemeinsam mit dem Betriebsrat arbeite das Unternehmen an sozialverträglichen Lösungen. Dabei gehe es unter anderem um Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Unternehmens, einvernehmliche Vertragsanpassungen sowie Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

SAP will KI-Spezialisten TechWolf übernehmen

SAP will mit der Übernahme von ​TechWolf sein Angebot an KI-gestützter Software zur Personalplanung erweitern. ⁠Die Transaktion werde voraussichtlich vor dem Jahresende abgeschlossen, teilte der Walldorfer Konzern am Dienstag mit. Finanzielle Details nannte er nicht. „TechWolfs 'Context ‌Graph for Work' bietet eine sehr starke Daten- und Wissensgrundlage für Anfragen rund um Arbeits- und Kompetenzplanung sowie ‌Talentmanagement“, sagte Manoj Swaminathan, ‌Mitglied des erweiterten SAP-Vorstands. Viele dieser Prozesse könnten dadurch mithilfe von KI automatisiert werden.

„Context Graph for Work“ erfasst den Angaben ​zufolge unter anderem die Tätigkeiten ⁠und Fähigkeiten von Beschäftigten und verknüpft sie mit der Unternehmensstrategie. Auf dieser Basis können ​Personalabteilungen Entscheidungen über Einstellungen, Umschulungen oder Versetzungen treffen. SAP-Kunden können das ⁠TechWolf-Angebot bereits jetzt ‌im Rahmen einer Kooperation der beiden Unternehmen nutzen.

Panzerbauer Rheinmetall erschließt Weltall als Geschäftsfeld

Der Panzerbauer Rheinmetall hat mit der Serienproduktion von Satelliten begonnen, um sein Produktportfolio zu erweitern und alle Ebenen des modernen Gefechtsfeldes abzudecken. Die Fertigung in Neuss sei erfolgreich angelaufen, teilte das Unternehmen mit. Nach Vorarbeiten samt Planung und Aufbau sei man in die industrielle Umsetzung übergegangen.

Es geht um SAR-Satelliten, die zusammen mit dem finnischen Unternehmen Iceye gebaut werden. Die „Synthetic Aperture Radar“-Technologie liefert auch bei Nacht und schlechtem Wetter präzise Aufnahmen von Truppenbewegungen und Stellungen des Feindes. Dabei wird Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, um relevante Informationen herauszufiltern und aufzubereiten. Hersteller ist die Rheinmetall Iceye Space Solutions GmbH, an der Rheinmetall 60 Prozent hält.

Pro Jahr sollen etwa 50 Satelliten hergestellt werden; Anfang 2027 soll der erste Neusser Satellit mit einer Trägerrakete von SpaceX in den Orbit gebracht werden und dort seine Bahnen ziehen. Die SAR-Satelliten sind 3,3 Meter Lang und 0,8 Meter breit, sie wiegen rund 220 Kilogramm. Die Fläche der Antenne umfasst circa 2,6 Quadratmeter. „Der erfolgreiche Produktionsanlauf in Neuss zeigt, dass wir nicht nur innovative Weltraumtechnologie bereitstellen, sondern diese auch industriell in Deutschland skalieren können“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger. 

Paramount schließt Warner-Übernahme ab

Der Unterhaltungskonzern Paramount hat die Übernahme des Hollywood-Konkurrenten Warner Brothers in Höhe von rund 110 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Aktie des neuen Dachkonzerns Skydance soll ab Dienstag an der New Yorker Börse gehandelt werden, wie das Unternehmen mitteilte.

Skydance steht nun vor einer komplexen Integration und muss dabei eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar bewältigen. Hollywood befürchtet eine Welle von Stellenabbau – und Liberale in den USA eine politische Einflussnahme des Trump-Unterstützers Ellison auf den Warner-Nachrichtensender CNN. Hollywood wird durch den Deal ähnlich stark umgekrempelt wie durch die Übernahme des Studios 20th Century Fox durch Disney 2019. Die Ellison-Familie hatte Paramount erst im vergangenen Jahr übernommen.

Warner ist bekannt unter anderem für Filmreihen wie „Batman“, „Superman“ und „Harry Potter“. Paramount bringt unter anderem „Mission: Impossible“ und „Star Trek“ ein. Paramount sagte im monatelangen Ringen um die Fusion unter anderem zu, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei Jahren danach sollen es 32 Filme sein. Für jeden Film, den die Studios darunter liegen, soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Außerdem wird der neue Dachkonzern mit dem Namen Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar für Produktionen in den USA ausgeben.

Mutmaßlicher Hackerangriff auf Online-Händler Asos

Der britische Online-Modehändler Asos ist mutmaßlich Opfer eines Hackerangriffs geworden. Tausende Nutzerinnen und Nutzer bekamen auf ihren Smartphones übereinstimmenden Berichten zufolge einen kryptischen Text angezeigt mit dem Titel: „Asos hacked“ («Asos gehackt»). Bislang hat sich das Unternehmen nicht dazu geäußert.

Laut der Nachrichtenagentur PA lautete der auf den Handys angezeigte Text: „Sehr geehrte Datenschutz- und IT-Verantwortliche von Asos, wir haben die Snowflake-Instanz vollständig kompromittiert. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, andernfalls werden wir es veröffentlichen.“ Die Software Snowflake bietet Unternehmen eine Plattform, auf der sie große Mengen an Daten speichern, zusammenführen und analysieren können.

Die Aktie von Asos brach am Dienstagmorgen um mehr als zehn Prozent ein. Der Internetauftritt des Händlers schien zunächst nicht betroffen zu sein. Asos, zu dem auch Marken wie Topshop und Miss Selfridge gehören, hat laut PA weltweit 17 Millionen Kunden.

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