"Call of Duty: Modern Warfare 4": Wertungsüberblick überraschend positiv
Starke Rückkehr
"Call of Duty: Modern Warfare 4": Wertungsüberblick überraschend positiv
Nach dem Debakel des Vorgängers kehrt die Serie mit einer neuen Story-Kampagne zurück. Der "besten 'Call-of-Duty'-Kampagne seit dem 2019er 'Modern Warfare'"
Die Kampagne von Modern Warfare 4 umfasst 16 Missionen mit einer Spielzeit von etwa fünf bis acht Stunden und teilt sich in zwei parallel verlaufende Handlungsstränge auf. Auf der einen Seite erleben die Spieler den Überlebenskampf des jungen, unerfahrenen südkoreanischen Soldaten Park, dessen Heimat von nordkoreanischen Truppen überfallen wird. GameStar lobt diesen Strang für seine intensiven, an klassische Call-of-Duty-Schlachten erinnernden Momente, merkt jedoch an, dass die neuen koreanischen Charaktere neben den etablierten Helden etwas blass bleiben.
Auf der anderen Seite steht der abgestürzte Veteran Captain Price. Dieser befindet sich auf einem kompromisslosen und blutigen Rachefeldzug gegen Wladimir Makarov und einen neuen, von Mads Mikkelsen gespielten Schurken. IGN vergleicht Prices globale Jagd mit einem actionreichen Mix aus James Bond und John Wick. GameSpot hebt besonders die emotionale Schwere hervor, die im Laufe der Handlung entsteht: Price paktiert für seine Rache sogar mit der brutalen Kartell-Anführerin Valeria Garza und wird schließlich von seinen eigenen Task-Force-141-Kameraden, Ghost und Gaz, gejagt.
Gameplay: Zurück zum packenden Schlauch-Shooter
Spielerisch besinnt sich Infinity Ward in diesem Jahr wieder auf alte Stärken. Laut GameStar liefert der Titel ein exzellentes "lineares Geballer" und einen "Schlauch-Shooter erster Güte" ab, gestützt von einem brachialen und extrem befriedigenden Gunplay. Während GameSpot die Abwesenheit von unpassenden Nebenaufgaben lobt, heben alle drei Medien eine große Ausnahme lobend hervor: die Mission "Stranded".
In diesem Open-World-Level in einer verschneiten koreanischen Berglandschaft können Spieler optionale Gebiete erkunden, Ausrüstung sammeln und Waffen verbessern, bevor sie die Hauptziele angehen. IGN und GameSpot bezeichnen diese Mission übereinstimmend als die eleganteste und bisher beste Umsetzung eines offenen Levels in der Seriengeschichte, da sie absolut Sinn für die laufende Handlung ergibt. Wer den optionalen Pfad meiden möchte, kann die Nebenaufgaben aber auch ganz einfach per Schnellreise überspringen.
Düsterer Subtext und verpasste Schurken-Chancen
Besonders die erzählerische Konsequenz der Kampagne wird von der Fachpresse gefeiert. GameStar beschreibt die Atmosphäre als "unglaublich trostlos" und lobt, dass Modern Warfare 4 komplett auf den typischen Hurra-Patriotismus verzichtet. Charaktere – allen voran Captain Price – bekommen die Quittung für ihr unmoralisches Handeln serviert und das Spiel dekonstruiert seine eigenen Helden auf glaubhafte Weise.
Kritik gibt es bei allen Portalen jedoch für die Antagonisten. IGN zeigt sich unzufrieden mit der wenig befriedigenden Handhabung von Makarov und dem fehlenden Tiefgang von Mads Mikkelsens neuem Bösewicht. Auch GameSpot bezeichnet die finalen Bosskämpfe als "große Enttäuschung", da sie deutlich zu kurz und anspruchslos ausfallen. GameStar geht noch einen Schritt weiter und empfindet die Oberbösewichte als schlicht "lachhaft böse".
Fazit der Medien
Trotz der genannten Schwächen bei den Antagonisten zieht die Presse ein sehr positives Resümee. IGN vergibt für die reine Kampagne eine vorläufige Wertung von 8/10 und feiert eine gelungene Rückkehr zur Bestform. GameSpot kürt die Story zur besten Call-of-Duty-Kampagne seit dem 2019er Modern Warfare. Und auch GameStar bescheinigt der Kampagne, ein würdiger, konsequenter und packender Abgesang auf die bisherige Geschichte des Reboots zu sein.
Dabei beziehen sich alle Eindrücke der Tester bisher exklusiv auf die Singleplayer-Kampagne; der finale Release inklusive der kompetitiven Multiplayer- und DMZ-Modi steht noch aus. (Alexander Amon, 18.10.2026)
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