Nach Unionswiderstand: CDU und SPD einigen sich wohl auf Tabaksteuer-Erhöhung - Rauchen soll deutlich teurer werden
CDU und SPD einigen sich wohl im Ringen um Tabaksteuer – Zigarettenpreise sollen 2027 deutlich steigen
Stand: 08.10.2026, 22:45 Uhr
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Unions-Politiker sollen ihren Widerstand gegen die Pläne zur Erhöhung der Tabaksteuer aufgegeben haben. Die Preise für Zigaretten sollen stufenweise ansteigen.
Berlin – Union und SPD sollen sich im Streit um eine Erhöhung der Tabaksteuer geeinigt haben. Geplant war die Anhebung der Steuer bereits seit Monaten. Vonseiten der Union gab es an einer verschärften Version des Vorhabens jedoch Kritik. Laut Bericht der Bild-Zeitung haben Finanzpolitiker der Union ihren Widerstand gegen die Erhöhung nun aufgegeben.
Sowohl die Fraktionschefs als auch Gesundheitspolitiker von Union und SPD hatten eine höhere Tabaksteuer gefordert. Einige Unions-Politiker warnten dagegen – wie auch Vertreter aus der Tabakindustrie – vor einem Erstarken des Zigarettenschmuggels. Unions-Fraktionschef Thorsten Frei soll am Dienstag Gast bei der Fraktions-Arbeitsgruppe Finanzen gewesen sein. Dort hat sich der CDU-Politiker laut Bild-Bericht mit seiner Haltung durchgesetzt.
Union und SPD einigen sich wohl bei Tabaksteuer: Wie viel eine Packung Zigaretten künftig kosten soll
Der Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten – aktuell bei rund acht Euro – könnte mit der Einigung im kommenden Jahr bereits auf 9,10 Euro steigen. Dem Koalitionsvorhaben zufolge soll es schrittweise nach oben gehen. 2030 wird mit einem Packungspreis von durchschnittlich 11,78 Euro gerechnet. Das wäre ein Preisaufschlag von fast 50 Prozent binnen vier Jahren. Die Preise für Feinschnitt sollen vor der 2. und 3. Lesung des Gesetzes im Bundestag noch einmal diskutiert werden, bevor das Gesetz formal beschlossen wird, schreibt die Bild.
Die Bundesregierung hatte im Juli eine Anhebung der Tabaksteuer vorgeschlagen. Später verschärften führende Vertreter der Koalitionsfraktionen aus CDU/CSU und SPD das Vorhaben, dies mithilfe des Bundesfinanzministeriums. Die Regierung begründet den Plan sowohl mit Gesundheitsschutz als auch mit finanziellen Engpässen: Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) versucht, Finanzlöcher in seinen Haushalten zu stopfen. Von der Erhöhung der Tabaksteuer erhofft sich der Bund Abhilfe bei den knappen Kassen – bis 2030 rechnet er mit Einnahmen von bis zu 11,7 Milliarden Euro.
Regierung will mit Tabaksteuer Haushaltslöcher schließen – CDU-Politiker zweifelt an Rechnung
Aus der Union kommen hingegen Zweifel an der Rechnung. So erklärte etwa der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Brodesser, der als Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für die Tabaksteuerreform zuständig ist, dass durch zu stark steigende Preise die Versuchung der Konsumenten vergrößert werde, auf Schwarzmarkt-Produkte oder Produkte aus dem EU-Ausland auszuweichen. „Im Endeffekt erreicht man weder das gewünschte fiskalische Ergebnis noch die Stabilisierung des legalen Tabakmarktes“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den CDU‑Politiker.
Auch die Tabaklobby hatte Zweifel an dem gewünschten Effekt geäußert. Aus dem Finanzministerium kommt hingegen Widerspruch: Zwar berge grundsätzlich jede Steuer das Risiko, dass Verbraucher versuchten, sie zu umgehen. Für die häufig vorgebrachte These, stärkere Tabaksteuererhöhungen ließen den illegalen Markt erheblich wachsen, gebe es jedoch „keine unabhängigen empirischen Daten“, erklärt das Ministerium. (Quellen: Bild,