Italien verlängert Grenzkontrollen zu Spanien – und Sánchez enthüllt, wer hinter dem Ceuta-Chaos steckt
Ceuta-Krise eskaliert: Italien verlängert Grenzkontrollen – und Sánchez schlägt zurück
Stand: 01.09.2026, 07:24 Uhr
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Ceuta-Krise: Italien verlängert Grenzkontrollen. Spaniens Pedro Sánchez wirft Russland und Israel Desinformation vor und fordert EU-Solidarität.
Die italienische Regierung hat der Europäischen Union die Verlängerung der Kontrollen an den Luft- und Seegrenzen zu Spanien um weitere 15 Tage notifiziert. Die Entscheidung, die Aussetzung des im Schengener Abkommen vorgesehenen freien Personenverkehrs fortzusetzen, wurde von der Regierung getroffen „im Einklang mit der Analyse des Ausschusses für Einwanderung und Grenzsicherheit, angesichts des Fortbestehens der Beurteilungselemente, die der Wiedereinführung der Kontrollen am vergangenen 1. August zugrunde gelegen hatten, zugleich aber auch unter Berücksichtigung der bereits eingeleiteten Initiativen Spaniens gemeinsam mit der Europäischen Union, damit sich die Lage in diesem Gebiet bald normalisieren kann“. Italien hatte den Schritt veranlasst, nachdem am 1. August Zehntausende Migranten aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingereist waren.
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Dieser Artikel von Redazione Roma entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Die Erwägungen, auf denen der Verlängerungsbeschluss beruht, wurden vom italienischen Innenminister Matteo Piantedosi seinem spanischen Amtskollegen Fernando Grande-Marlaska in einem Telefongespräch erläutert. Die italienische Seite verweist dabei auf die Sicherheitslage an der Grenze und die Notwendigkeit, irreguläre Migrationsströme besser zu überwachen, während Madrid auf europäische Koordination und Solidarität pocht, um die Krise in den betroffenen Gebieten zu bewältigen.

Unmittelbar vor der Bekanntgabe der italienischen Entscheidung hatte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez an die europäische Solidarität appelliert, um der Migrationskrise zu begegnen, und erinnerte daran, dass Spanien während der Krise „auf Lampedusa die Migranten aufgenommen hat, die“ auf italienischem Territorium angekommen seien. Damit unterstrich er, dass sein Land in früheren Notlagen Verantwortung übernommen habe und nun ähnliche Unterstützung erwarte, da die Belastung in den spanischen Exklaven und auf den Inseln stark zugenommen hat.
Migration in Europa: Appell Madrids an europäische Solidarität
„Europa muss sich solidarisch zeigen – in Lampedusa, in Grönland und in Ceuta oder auf den Kanaren“, erklärte Sánchez in einem Radiointerview bei Cadena Ser. „Wir brauchen die Solidarität der mittel- und nordeuropäischen Länder. Warum gab es im Fall Spaniens nicht die geschlossene Solidarität der EU-Staaten?“, fragte Sánchez. „Weil wir eine progressive Koalitionsregierung haben? Oder weil wir eine bestimmte Haltung in Bezug auf Gaza und andere Fragen einnehmen?“, fügte er hinzu und stellte damit einen möglichen politischen Zusammenhang her.
Sánchez verwies zudem auf die „Desinformation“ in den sozialen Netzwerken, die seiner Einschätzung nach ausschlaggebend für die massenhaften Migrantenankünfte in Ceuta gewesen sei. Falschmeldungen hätten Hoffnungen auf erleichterte Einreise und Bleibeperspektiven geschürt und so zusätzliche Bewegungen ausgelöst, während die tatsächliche Rechtslage und die Möglichkeiten der Zurückweisung an der Grenze verzerrt dargestellt worden seien.
Spanien verteidigt Vorgehen in Ceuta: Vorwürfe gezielter Desinformation über Ceuta
„Wenn Russland und Israel anfangen, in dieser Frage Desinformation zu betreiben, ist es dann, weil sie sich Sorgen um die Migration nach Spanien machen, oder weil sie sich eher wegen der internationalen Position in Europa sorgen?“, betonte Sánchez. Er stellte dies in einen größeren geopolitischen Kontext und legte nahe, dass es Akteure gebe, die über die Migrationsfrage Einfluss auf die europäische Meinungsbildung und den inneren Zusammenhalt der EU nehmen wollten.
„Es hat russische und israelische Netzwerke gegeben, die eine Lüge verbreitet haben“, indem sie den Eindruck erweckt hätten, „dass bei einem Schwimmen in die autonome Stadt Ceuta eine Zurückweisung an der Grenze unmöglich sei, was nicht stimmt. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs ist verfälscht worden und wurde in den sozialen Netzwerken durch falsche Desinformationsmeldungen verbreitet, auch mithilfe krimineller Organisationen.“ Hinter dieser Desinformation stehe nach Ansicht von Sánchez „eine Internationale der äußersten Rechten, die die Migration immer wieder nutzt, um nicht nur Spanien, sondern auch Europa anzugreifen und es zu spalten“.
Reaktion auf Ceuta: Spanien nimmt Marokko in Schutz und plant Finanzhilfen
Sánchez schloss offizielle Verantwortlichkeiten Marokkos für die Krise von Ceuta ausdrücklich aus: Die Behörden in Rabat hätten, so sagte er, „eine sofortige, unverzügliche Zusammenarbeit“ angeboten. Er hob hervor, dass die Kooperation in Sicherheits- und Grenzfragen für beide Seiten strategisch wichtig sei und dass Spanien auf diese Zusammenarbeit setze, um irreguläre Übertritte zu begrenzen und gleichzeitig legale Mobilität zu erleichtern.
Der spanische Regierungschef bestätigte zudem, dass der Ministerrat morgen die Bereitstellung weiterer 168 Millionen Euro an Hilfen für die Exklave beschließen werde, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzufedern. Mit diesen Mitteln sollen insbesondere Unterbringungskapazitäten, Sicherheitsmaßnahmen und lokale Infrastrukturen gestärkt werden, damit Ceuta die anhaltenden Migrationsbewegungen besser bewältigen und die soziale Stabilität vor Ort sichern kann.