ChatGPT for Teens gestartet: Was die neue KI-Version für Minderjährige wirklich können soll
ChatGPT for Teens: OpenAI bringt KI-Chatbot speziell für Minderjährige
Stand: 20.08.2026, 20:47 Uhr
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OpenAI bringt ChatGPT for Teens: Die KI-Version für Minderjährige soll Lernen fördern – und Abhängigkeit sowie schädliche Inhalte aktiv verhindern.
OpenAI hat ChatGPT for Teens angekündigt, eine Version des Chatbots, die für Minderjährige konzipiert ist. Die Präsentation für die Öffentlichkeit erfolgt nach zahlreichen Fällen, in denen der bekannte Konversationschatbot in die Schlagzeilen geraten ist, weil junge Menschen künstliche Intelligenz nutzen.
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Dieser Artikel von Roberto Cosentino entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.
Einige Fälle landeten wegen besonders schwerwiegender Vorwürfe sogar vor Gericht, etwa im Zusammenhang mit Suizidfällen sehr junger Nutzerinnen und Nutzer (wobei Erwachsene keineswegs von der Verantwortung ausgenommen sind), aber auch mit Themen wie Angstzuständen, Abhängigkeit und Ratschlägen, die sich als fatal erwiesen haben. Diese Vorfälle veranlassten das Unternehmen zur Einführung zusätzlicher Sicherheitsinstrumente, darunter auch eine bereits im Sommer 2025 angekündigte Kindersicherung.

Mehr Bildungschancen? ChatGPT für Minderjährige soll in der Schule helfen
ChatGPT for Teens wurde so entwickelt, dass die KI Bildungschancen erweitern kann. Die Unterstützung kommt zwei Jahre nach einer Studie, deren Ergebnisse gegenüber Schülerinnen und Schülern, die ChatGPT nutzen, alles andere als milde ausfielen und der zufolge Lernende, die den Chatbot verwenden, unter Gedächtnisproblemen und schlechteren schulischen Leistungen leiden. Gleichzeitig ist das Angebot auch eine Antwort auf NotebookLM von Google, inzwischen in Gemini Notebook umbenannt, das von Schülerinnen und Schülern weltweit intensiv genutzt wird.
Mit diesem neuen Angebot verfolgt OpenAI das Ziel, Hilfe auch außerhalb des regulären Schulunterrichts bereitzustellen, also in Phasen, in denen Lernende sonst keine Unterstützung erhalten können. Das Projekt sieht einen Studienmodus vor, der Leitfragen stellt und schrittweise Hilfestellung bietet, damit Jugendliche die behandelten Themen besser verstehen.
Der Studienmodus kann über die Option Studienstunden genutzt werden, mit der Eltern und Kinder Zeitfenster festlegen können, in denen der Modus standardmäßig aktiv ist, um stabile Lernroutinen aufzubauen. Unter den weiteren, speziell für Jugendliche konzipierten Funktionen finden sich außerdem die Modi Quiz und Didaktische Visualisierungen, die Lernenden verschiedene Möglichkeiten zum Üben und Überprüfen ihres Wissens eröffnen.
Studienmodus, Routinen und neue Lernfunktionen: Das bietet die KI für Minderjährige
Die Interaktion mit dem Chatbot wird zudem neue Erinnerungshilfen bieten, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Hausaufgaben zu fördern und zu erkennen, wenn Nutzerinnen oder Nutzer lediglich nach einer Abkürzung suchen, um eine Aufgabe möglichst schnell zu beenden. In solchen Fällen soll der Studienmodus eingreifen und – so OpenAI – die Möglichkeit eröffnen, Probleme gemeinsam und entlang eines geführten Lösungswegs zu bearbeiten. Ziel ist es, Jugendliche zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den Aufgaben anzuregen, statt ihnen reine Fertiglösungen zu präsentieren.
Auch die Erinnerungen selbst sollen dazu beitragen, häufigere Pausen während der Lernsitzungen einzulegen. Zur Steuerung dieser Unterbrechungen wurde die Funktion Ruhezeiten eingeführt. Gleichzeitig soll unterbunden werden, dass sich „Beziehungen“ zu Chatbots entwickeln.
OpenAI hat Schutzmechanismen implementiert, die verhindern, dass das System den Anschein erweckt, persönliche Gefühle für Nutzerinnen oder Nutzer zu entwickeln, „andeutet, bei Bewusstsein zu sein“ oder Emotionen zu empfinden. Ziel ist es, das Risiko einer emotionalen Abhängigkeit zu verringern und sicherzustellen, dass sich junge Menschen im Bedarfsfall an Vertrauenspersonen in ihrem Umfeld wenden, um Unterstützung in der realen Welt zu suchen.
Altersgerechte Sicherheit und Schutz vor schädlichen Inhalten: Sicherheitsmechanismen für ChatGPT for Teens
Für ChatGPT for Teens wurden neue Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, die standardmäßig aktiviert sind und auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnitten wurden. Die Lösung soll, so das wörtliche Ziel, „die Exposition gegenüber potenziell schädlichen oder unangemessenen Inhalten verringern“. Die Instrumente orientieren sich an den Grundsätzen des Unternehmens, den Prinzipien für Nutzer unter 18 Jahren.
Konkret sind altersabhängige Schutzmechanismen und Eingriffe in besonders risikobehafteten Bereichen vorgesehen, etwa bei Gewalt, Essstörungen, Selbstverletzung, gefährlichen Aktivitäten sowie blutigen oder sexuell expliziten Inhalten. Eltern, die ihr eigenes Konto mit dem Konto eines Kindes oder Teenagers verknüpfen, können außerdem Sicherheitswarnungen erhalten, derzeit „in einer begrenzten Zahl von Risikosituationen“, wobei in den kommenden Wochen weitere Benachrichtigungen hinzukommen sollen.
Werbung über ChatGPT: Unternehmen könnten bald bei OpenAI Anzeigen schalten
Wenige Stunden nach der Ankündigung von ChatGPT for Teens hat OpenAI zudem die baldige Einführung von ChatGPT Ads ab Montag, 24. August, bekannt gegeben. Die neue Initiative wird auf weitere 31 Märkte, darunter Italien, ausgedehnt und soll Werbetreibenden Zugang zu einem neuen Ansatz für ihre Anzeigen ermöglichen.
Kundinnen und Kunden von OpenAI können mit dem Chatbot interagieren und ihm ihre Ziele sowie die durchzuführenden Aktivitäten erläutern, sodass ein konversationeller Werberaum entsteht, der abhängig von der Interaktion individuell auf die Nutzer zugeschnitten ist. Das Ziel: Werbung bereitzustellen, die für den jeweiligen Kontext nützlich und unterstützend ist.