Chiusis Bürgermeister hält erste Rede auf Deutsch beim Neu-Isenburger Weinfest
Stand: 10.08.2026, 06:01 Uhr
Kommentare

Gianluca Sonnini spricht bei der Eröffnung des 33. Weinfestes erstmals in deutscher Sprache. Die italienische Delegation bringt Weine aus der toskanischen Partnerstadt mit – das Fest läuft noch bis 16. August.
Neu-Isenburg – Schon im Vorfeld des Weinfestes, es ist die 33. Auflage, freuten sich Neu-Isenburgs Bürgermeister Gene Hagelstein und Günther Marx, Vorsitzender des Fördervereins für Städtepartnerschaften, dass es gelungen ist, eine nicht nur offizielle, sondern auch recht große Delegation aus der Partnerschaft Chiusi empfangen zu dürfen. „Ich war beim Besuch in Chiusi von der Stadt und den Menschen so begeistert, dass ich mich wirklich über die vielen Gäste freue“, hob Hagelstein bei der Eröffnung am Freitagabend hervor. Das Neu-Isenburger Stadtoberhaupt verwies aber auch auf die Tradition, dass aus der österreichischen Partnerstadt Bad Vöslau wieder Stadtrat und Weinhauer Karl Lielacher mit seinem Weinstand-Team dabei ist.

Hoheiten aus Groß-Umstadt
Ein besonderer Gruß ging auch an die drei Weinhoheiten aus Groß-Umstadt, die der Grandseigneur vieler Weinfeste der Region, Karl Kulick, organisiert hatte. Im vergangenen Jahr noch Weinprinzessin, jetzt aber Weinkönigin Elisabetta I., hieß die Weinhoheit, zusammen mit Weinprinzessin Joanne und Weinprinzessin Selina, alle zum Weinfest willkommen. „Wo schöne Menschen auf guten Wein treffen, da lässt es sich gut feiern“, gab die Weinkönigin Elisabetta I. allen Gästen mit. Beeindruckend war am Eröffnungsabend die Rede von Chiusis Bürgermeister Gianluca Sonnini – seine erste auf Deutsch. „Es ist mir eine große Freude, hier zu sein, ich habe mich sehr über den tollen Empfang gefreut“, sagte er. Das Stadtoberhaupt der italienischen Partnerstadt Chiusi warb aber auch um seine Stadt, die auch viele Neu-Isenburger mal besuchen sollten. „Die Weine aus Chiusi, die Stadt selbst mit beeindruckenden Bauwerken aus der Zeit der Etrusker und die Landschaft der Weinberge sind mehr als einen Besuch wert – es gibt viele Gründe, auch mal länger zu bleiben“, sagte Gianluca Sonnini.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung war das heimelige Weindorf mit insgesamt 17 Ständen, davon allein 13 Weinanbieter, bestens besucht. „Wer heute nicht kommt, hat einen Tag im Leben versäumt – das muss ja nicht sein“, scherzte eine Stammbesucherin. An den Tischen unter den Zelten und Schirmen fanden sich wieder altbekannte Grüppchen ein, von den Parteien über Vereine bis zu Zufallsgesellschaften. Viele der Gäste haben ihren Lieblingsweinerzeuger, „naschen“ aber auch gern mal an einem anderen Stand. Zunehmend werden alkoholfreie Weine und Sekte gefragt, wie Lilo Kulick bestätigte. „Bei uns ist es der Prima Secco alkoholfrei, der aber auch richtig gut mundet und erfrischend ist“, erklärt die Weinspezialistin. Vom St. Michaelshof kommt der „Wonnesecco“ alkoholfrei, der aus der Traube des Sauvignon Blanc gewonnen wird. Erstmals ist das Weingut der Stadt Frankfurt dabei. Aber nur, weil Fabian Schmitt vom Weingut „Im Weinegg“ aus Hochheim, die benachbarte Weinlage von 22 Hektar der Stadt Frankfurt gepachtet hat. „Es gab eine Ausschreibung, in der auch die Konzeption des Weinanbaus hinterfragt wurde – und scheinbar habe ich am besten überzeugt“, sagt der Weinproduzent, der selbst 14 Hektar Anbaufläche besitzt.
Kometenwein aus Bad Vöslau
Einen ganz besonderen Wein gibt es diesmal aus Bad Vöslau: den Kometenwein, benannt nach dem Kometen C/2023 A3, der 2024 seine Bahn am Himmel zog. Der Welschriesling weist beachtliche 115 Grad Oechsle auf, der markante Burgunder gar 125 Grad Oechsle.
Unter den vielen Besuchern am Freitagabend auf dem Neu-Isenburger Weinfest befand sich auch eine Gruppe junger Weingenießer – es waren Studierende aus Frankfurt. „Wir kommen fast alle aus bekannten Weinregionen, wie der Pfalz oder dem Gebiet um Mainz. Ich mache gerade eine wissenschaftliche Ausarbeitung über den Weingenuss“, erklärt die angehende Medizinerin Klara. Sie erforscht, wie viel Wein – an einem Abend – eine positive Wirkung auf den Körper hat und ab wann es zu viel wird. „Für mich ist das hier so etwas wie ein Feldversuch. Wir genießen selbst Wein – ich belasse es vorsichtshalber bei einer Schorle – und beobachten das Verhalten der Konsumenten nach mehreren Gläsern“, sagt die Medizinstudentin. Ihre Erfahrungen werden später wissenschaftlich ausgewertet.
Noch bis kommenden Sonntag, 16. August, können die Neu-Isenburger ihr Weinfest besuchen. Es ist täglich ab 17 Uhr geöffnet.