Behandlung gegen Cholesterin senkt offenbar „Ewigkeitschemikalien“ im Blut – was die Studie zeigt

Cholesterin-Behandlung entfernt offenbar auch giftige Chemikalien aus dem Blut

Stand: 05.08.2026, 14:13 Uhr

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Ein Arzt schaut vor einem Patieten in einen Computer

Ein Mann beim Arzt (Symbolbild). © Benjamin Nolte/dpa-tmn

Ärzte in Dresden beobachteten, dass eine seit Jahren eingesetzte Behandlung gegen extrem hohe Cholesterinwerte auch sogenannte PFAS senkt.

Dresden – Eine in Deutschland seit Langem eingesetzte Blutfilterbehandlung gegen extrem hohe Cholesterinwerte könnte einen überraschenden Nebeneffekt haben. Ärzte der Technischen Universität Dresden berichten, dass das Verfahren neben Cholesterin auch sogenannte PFAS – langlebige Industriechemikalien, die als „Ewigkeitschemikalien“ bekannt sind – aus dem Blut entfernt. Außerdem fanden sie erste Hinweise darauf, dass auch Mikroplastik reduziert werden könnte. Die Ergebnisse wurden am 4. August laut EurekAlert! In der Fachzeitschrift Brain Health veröffentlicht.

Unerwarteter Nebeneffekt

Bei der sogenannten LDL-Apherese wird Blut aus dem Körper entnommen, das Blutplasma gefiltert und anschließend wieder zurückgeführt. Das Verfahren wird seit Jahren bei Menschen eingesetzt, deren Cholesterin trotz Medikamenten gefährlich hoch bleibt, so The Independent.

Die Dresdner Forscher untersuchten nun, ob die Filter außer Cholesterin auch andere Stoffe aus dem Blut entfernen. Dabei stellten sie fest, dass mehrere PFAS-Verbindungen nach der Behandlung um bis zu 25 % zurückgingen. PFAS werden unter anderem in Antihaftpfannen, Löschschaum und schmutzabweisenden Textilien verwendet und gelten als schwer abbaubar. Sie wurden bereits im Blut der meisten Menschen weltweit nachgewiesen.

„Als wir uns fragten, was außer Cholesterin noch aus dem Blut entfernt wird, fanden zwei unabhängige Labore dieselben Stoffe in deutlich geringeren Mengen“, sagte Studienautor Stefan R. Bornstein laut EurekAlert!

Erste Hinweise auf Mikroplastik

Die Forscher untersuchten 34 Patienten unmittelbar vor und nach zwei Blutfilterbehandlungen. Neben sinkenden Cholesterinwerten gingen auch mehrere PFAS-Verbindungen zurück.

Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass möglicherweise auch Mikroplastik aus dem Blut entfernt wird. Dafür gebe es bislang jedoch noch keinen eindeutigen Nachweis. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass ihre Studie keine kontrollierte klinische Untersuchung sei und die bisherigen Ergebnisse dafür noch nicht ausreichen.

Warum das funktioniert, ist unklar

Nach Ansicht der Forscher könnten PFAS und andere Schadstoffe im Blut an Fettteilchen gebunden sein. Da die LDL-Apherese genau diese Fettteilchen herausfiltert, könnten die Schadstoffe zusammen mit ihnen entfernt werden. Bewiesen ist dieser Mechanismus jedoch noch nicht.

Als Nächstes wollen die Wissenschaftler in weiteren Studien untersuchen, ob das Verfahren tatsächlich Mikro- und Nanoplastik aus dem Blut filtern kann. Gleichzeitig betonen sie, dass die wichtigste Maßnahme weiterhin darin besteht, die Aufnahme solcher Schadstoffe möglichst zu vermeiden. Eine nachträgliche Entfernung sei deutlich aufwendiger und kostspieliger. (Redaktion)