Clair Obscur Expedition 33: Yoshida warnte vor der Bezeichnung „rundenbasiertes RPG“
Rundenbasierte Kämpfe galten lange als Verkaufsbremse, selbst wenn sie hervorragend umgesetzt waren. Genau dieses Vorurteil bewog Shuhei Yoshida dazu, Sandfall Interactive einen ungewöhnlichen Rat für "Expedition 33" zu geben.
Zwei Jahre vor dem Release gab Shuhei Yoshida einen ungewöhnlichen Marketing-Rat: Er riet den Machern von „Clair Obscur: Expedition 33“ dringend davon ab, ihr kommendes Spiel als rundenbasiertes RPG zu bezeichnen.
Der Anlass war eine private Demo, die Yoshida als Berater von Kepler Interactive rund zwei Jahre vor Release spielte. Sofort beeindruckte ihn das Kampfsystem, das rundenbasierte Mechaniken mit Echtzeit-Elementen verband und ihn an „The Legend of Dragoon“ erinnerte, dessen Producer er selbst war.
Trotzdem sah er darin ein Problem: Rundenbasierte Spiele galten zu dieser Zeit vielen als überholt, unabhängig von ihrer tatsächlichen Qualität.
Mehr Pitches für rundenbasierte Rollenspiele seitdem
Seine Einschätzung teilte er laut 4Gamer im Rahmen eines Vortrags beim Busan Indie Connect Festival 2026, bei dem er Indie-Entwicklern Tipps zur Publisher-Auswahl und zum erfolgreichen Pitchen ihrer Spiele gab. Dabei erläuterte Yoshida auch, wie unterschiedlich Publisher mit aktuellen Trends umgehen.
Aus seinem Rat entstand schließlich eine angepasste Vermarktung des Spiels: Statt es direkt als rundenbasiertes RPG zu bezeichnen, wurde unter anderem der Begriff reactive turn-based battles verwendet. Trotz dieser Vorsicht entwickelte sich „Clair Obscur: Expedition 33“ zu einem Überraschungserfolg und verkaufte sich über eine Million Mal – ohne die Game-Pass-Spieler einzurechnen.
Yoshida sieht in der Entwicklung ein Beispiel dafür, wie Publisher mit Trends umgehen. Ob ein Unternehmen stark auf Trends achtet, hängt auch davon ab, ob es nahezu fertige Spiele einkauft oder Projekte von Grund auf begleitet. Erstere orientieren sich eher an aktuellen Trends. Letztere tun das seltener, weil ein Trend bis zum Release ohnehin wieder vorbei sein könnte.
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Am Ende bestätigte sich Yoshidas These, dass Trends allein keinen Erfolg garantieren. „Clair Obscur: Expedition 33“ überzeugte letztendlich vor allem durch sein Spielerlebnis. Die Geschichte dürfte anderen Studios Mut machen, ebenfalls ungewöhnliche Ideen zu pitchen.
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